G7-Gipfel in Évian: Genf rüstet sich gegen Proteste
In der Schweizer Grenzstadt Genf bereiten sich die Behörden auf massive Proteste gegen den G7-Gipfel im französischen Évian vor. Mehr als 7000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz, um die Demonstrationen zu begleiten und mögliche Krawalle zu verhindern. Die Stadt befindet sich im Ausnahmezustand, da die Erinnerungen an die schweren Ausschreitungen von 2003 noch frisch sind.
Proteste gegen Kapitalismus und G7
Am Sonntag wollen Tausende Gegner des Gipfels in Genf gegen Kapitalismus, Ausbeutung und andere Missstände demonstrieren. Die "No G7"-Koalition, ein Zusammenschluss von rund 60 Gruppen, fordert unter anderem den Abzug von US-Militärbasen in Europa, höhere Mindestlöhne, kostenlose Verhütungsmittel, grenzenlose Freizügigkeit für Arbeitnehmer und die Abschaffung der Geschlechtsangabe in Ausweisdokumenten. Die G7 bezeichnen sie als "illegitime und überholte Institution" und "privaten Club", der nicht mehr der heutigen Welt entspreche.
Sicherheitsvorkehrungen auf Hochtouren
Die Polizei rechnet mit rund 50.000 Teilnehmern. Die Innenstadt von Genf ist bereits seit Tagen verbarrikadiert: Hunderte Luxusgeschäfte, Banken, Hotels und Supermärkte haben ihre Fassaden und Schaufenster mit Sperrholzplatten gesichert. Auch das Luxushotel "Four Seasons de Bergues" wurde geschützt. Die Sicherheitskräfte werden von der Armee und Polizeieinheiten aus der ganzen Schweiz unterstützt.
Erinnerung an 2003
Die Ereignisse von 2003, als bei Protesten gegen den G8-Gipfel in Évian Chaos herrschte und Schäden in Millionenhöhe entstanden, sind für die Genfer Polizei ein Trauma, wie Polizeichefin Monica Bonfanti betont. Dieses Mal soll alles anders laufen. Die Stadt hat die meisten der rund 30 Grenzübergänge zu Frankreich geschlossen und führt Personenkontrollen durch.
Genf als Drehkreuz für Staatschefs
Genf ist der nächstgelegene Flughafen zu Évian, und die meisten Delegationen der G7-Staaten werden dort am Montag erwartet. Die Sicherheitskräfte müssen nicht nur die Demonstrationen bewältigen, sondern auch die Sicherheit der anreisenden Staatschefs garantieren.
Kritik aus Genf
Die Genfer Regierung kritisiert, dass Frankreich keine Demonstrationen in Évian erlaubt habe und sich nicht an den Sicherheitskosten beteilige. Der Gewerbeverband (FER) protestierte empört dagegen, dass Genf die Demonstration überhaupt genehmigt hat. Die Stimmung in der Stadt ist angespannt, doch die Behörden hoffen, dass die Proteste friedlich verlaufen.



