G7-Gipfel in Évian: Selenskyj trifft auf Trump und die G7-Staaten
Am Dienstag ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in der französischen Stadt Évian eingetroffen, um am G7-Gipfel der führenden Industriestaaten teilzunehmen. Das Treffen, das ursprünglich für die kommenden Tage geplant war, steht ganz im Zeichen des Ukraine-Krieges. Im Mittelpunkt steht der Versuch der europäischen Staaten, US-Präsident Donald Trump zu einer Änderung seiner bisherigen Ukraine-Strategie zu bewegen.
Selenskyj wird voraussichtlich in mehreren bilateralen Gesprächen sowie in der großen Runde der Staats- und Regierungschefs für eine verstärkte militärische und finanzielle Unterstützung werben. Europa zeigt sich besorgt über die jüngsten Signale aus Washington, die auf eine mögliche Reduzierung der US-Hilfen hindeuten. Trump hingegen hat mehrfach betont, dass Europa mehr Verantwortung übernehmen müsse.
Hintergründe des Gipfeltreffens
Der G7-Gipfel findet in einer angespannten geopolitischen Lage statt. Der Krieg in der Ukraine dauert nunmehr über zwei Jahre an, und die Fronten sind verhärtet. Während die EU und andere westliche Staaten weiterhin Sanktionen gegen Russland verhängen, gibt es innerhalb der Allianz unterschiedliche Auffassungen über den richtigen Kurs. Insbesondere die USA unter Trump verfolgen einen transaktionaleren Ansatz, der in Europa auf Skepsis stößt.
Die europäischen Staatschefs hoffen, Trump davon zu überzeugen, dass ein zu starkes Nachgeben gegenüber Russland die Sicherheitsarchitektur Europas gefährden würde. Gleichzeitig wollen sie konkrete Zusagen für weitere Waffenlieferungen und Finanzhilfen erreichen. Selenskyj selbst wird voraussichtlich die Dringlichkeit der Lage betonen und an die gemeinsamen Werte der westlichen Welt appellieren.
Erwartungen an den Gipfel
Beobachter rechnen mit intensiven Verhandlungen hinter den Kulissen. Ein Durchbruch gilt als unwahrscheinlich, doch die Gespräche könnten den weiteren Kurs der Allianz prägen. Neben dem Ukraine-Krieg werden auch andere globale Themen wie Klimawandel, Wirtschaftspolitik und die Beziehungen zu China auf der Agenda stehen. Der Gipfel in Évian wird bis zum 18. Juni dauern.
Die deutsche Bundesregierung hat sich bereits vor dem Treffen für eine geschlossene Haltung der G7 ausgesprochen. Kanzler Olaf Scholz betonte, dass man Russland keine Zugeständnisse machen dürfe, die den Frieden in Europa gefährden. Die USA hingegen signalisieren Kompromissbereitschaft, was für Spannungen sorgt.



