Gaspreis erreicht Höchststand seit Kriegsbeginn – Iran-Konflikt eskaliert
Gaspreis auf Höchststand seit Kriegsbeginn

Gaspreis steigt auf höchsten Stand seit Kriegsbeginn

Der Referenzpreis für Gas (TTF) hat am Mittwoch den höchsten Stand seit Ausbruch des Iran-Kriegs erreicht. Eine Megawattstunde zur Lieferung im August kostete am Nachmittag bis zu 63 Euro. Ende Juni lag der Preis noch bei rund 40 Euro. Auch der Preis für Brent-Öl zur Lieferung im August stieg auf den höchsten Stand seit Mitte Juni. Das hohe Niveau der Energiepreise schürt erneute Ängste vor einem Preisschock. Da Europa netto Energie importiert, schlagen die hohen Preise unmittelbar auf die Inflation durch. Im Juni war die Teuerungsrate noch unerwartet stark auf 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gefallen.

Weltbank warnt vor globalem Wachstumseinbruch

Eine Eskalation im Krieg zwischen den USA und dem Iran droht der Weltbank zufolge die globale Wirtschaft in eine schwere Krise zu stürzen. Das weltweite Wachstum könnte auf 1,3 Prozent einbrechen, sagte Weltbank-Chefökonom Indermit Gill in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. 2025 legte das globale Bruttoinlandsprodukt noch um 2,9 Prozent zu. Sollte sich der Konflikt ein halbes Jahr oder länger hinziehen, könnte dies zudem die Inflationsrate auf 4,5 Prozent treiben. In der Folge würden auch die Zinsen steigen.

Pakistan droht mit Militäreinsatz im Huthi-Konflikt

Inmitten des neu aufflammenden Konflikts zwischen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz im Jemen und Saudi-Arabien droht Pakistan mit einem Militäreinsatz. Man behalte sich auch den Einsatz von Gewalt vor, um eigene Interessen zu schützen, hieß es in einer Stellungnahme des pakistanischen Außenministeriums. Die Atommacht Pakistan unterhält mit Saudi-Arabien ein weitreichendes Militärbündnis. Die Huthi hatten am Montag eine Blockade für saudische Schiffe angekündigt. Der pakistanischen Stellungnahme nach verurteilt das südasiatische Land die Drohungen der Huthi gegenüber Saudi-Arabien. Ein militärischer Eintritt Pakistans in den Konflikt würde Pakistan im Jemen-Krieg zu einem Kontrahenten Teherans machen.

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Weitere Schiffe ändern Kurs wegen Huthi-Drohungen

Nach einer Warnung der jemenitischen Huthi-Miliz vor dem Anlaufen saudiarabischer Häfen haben weitere Tanker im Roten Meer ihren Kurs geändert. Zwei Schiffe steuern nun den Suezkanal an, während zwei weitere offene Gewässer als Ziel angeben, wie aus Schiffsortungsdaten von LSEG und MarineTraffic hervorgeht. Ein fünftes Schiff, ein Fahrzeugtransporter, scheint zudem im Golf von Aden abgedreht zu haben. Am Dienstag hatten bereits drei mit saudiarabischem Rohöl beladene Tanker auf dem Weg nach China und Indien abgedreht, um die jemenitische Küste zu meiden.

Jordanien fängt Raketen über Akaba ab

In der jordanischen Hafenstadt Akaba ist am Mittwoch Luftalarm wegen anfliegender Raketen aus dem Iran ausgelöst worden. Das jordanische Militär teilte mit, es habe vier Raketen abgefangen, zwei weitere seien in unbewohnten Gebieten eingeschlagen. Auf Videos aus der nahe gelegenen israelischen Stadt Eilat waren über Akaba Rauchwolken zu sehen. Zuvor hatte das US-Militär die elfte Nacht in Folge Ziele im Iran angegriffen. Die USA gaben an, zu ihren Zielen gehörten Flugzeughangars und Lagerstätten für Drohnen.

Iran bestreitet nukleare Aktivitäten in Pickaxe Mountain

Der Iran hat nukleare Aktivitäten an dem als Pickaxe Mountain bekannten Standort im Zentrum des Landes dementiert. US-Berichte darüber seien nichts weiter als ein erfundener Vorwand für Aggression, Zerstörung und Sabotage, schrieb Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai auf X. Die nuklearen Aktivitäten Irans seien der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vollständig gemeldet. Über den genauen Zweck von Pickaxe Mountain ist nur wenig bekannt. Der Bau begann nach einem Brand und einer Explosion im Juli 2020, bei denen eine oberirdische Montagehalle für fortgeschrittene Zentrifugen in Natans schwerbeschädigt wurde.

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Gegenseitige Angriffe der USA und des Iran gehen weiter

Im Gegenzug zu den Angriffen der USA griff die iranische Armee nach eigenen Angaben am frühen Morgen US-Militärstützpunkte in Kuwait, Jordanien und Bahrain mit Drohnen an. Dabei seien Unterkünfte und Materiallager auf dem jordanischen Luftwaffenstützpunkt Al-Asrak getroffen worden. Später habe das iranische Militär Materiallager und Wartungshangars für Flugzeuge auf dem Scheich-Isa-Stützpunkt in Bahrain mit Drohnen attackiert. Erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg ist wieder die Flugabwehr in der Hauptstadt Teheran aktiviert worden. Im Nordosten der Millionenmetropole waren dumpfe Detonationen zu hören, wie ein dpa-Reporter berichtete.

US-Kriegskosten belaufen sich auf 37,5 Milliarden Dollar

Der Krieg der USA im Iran hat nach Angaben von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bislang 37,5 Milliarden Dollar gekostet. Dies sei ein Anstieg um fast acht Milliarden seit der letzten offiziellen Schätzung, sagte Hegseth vor dem Haushaltsausschuss des Senats. Die Summe umfasst auch die voraussichtlichen Kosten bis zum 30. September. Es ist das erste Mal, dass sich Hegseth und US-Generalstabschef Dan Caine öffentlich den Fragen von Parlamentariern stellen, seit das US-Militär Anfang des Monats seine Einsätze gegen den Iran wieder aufgenommen hat.

Libanesischer Regierungschef besucht zerstörtes Dorf

Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam hat ein kriegszerstörtes Dorf im Süden des Landes besucht. Salam hisste am Mittwoch gemeinsam mit dem Verteidigungsminister und ranghohen Militärvertretern eine libanesische Flagge nahe einem zerstörten Gebäude. Die Regierung werde mit dem Wiederaufbau von Häusern und Infrastruktur beginnen, sagte Salam. Ziel bleibe der vollständige Rückzug Israels aus dem gesamten libanesischen Staatsgebiet. Was derzeit zu sehen sei, sei nur der Anfang.

US-Generalstabschef räumt Grenzen von Luftangriffen ein

Der US-Generalstabschef Dan Caine hat angesichts der Debatte über die aktuellen Angriffe auf den Iran vor einer Überschätzung der Luftwaffe gewarnt. Ein militärischer Erfolg lasse sich nicht allein aus der Luft erzielen. Wenn man die gesamte Geschichte betrachte, dann habe Luftmacht ihre Grenzen, sagte Caine. Ich denke, die besondere Stärke Amerikas liege darin, dass wir das gesamte Spektrum diplomatischer, informationeller und wirtschaftlicher Mittel mit militärischer Macht verbinden. In all diesen Bereichen werde derzeit intensiv gearbeitet.