Genf verbarrikadiert sich vor G7-Gipfel aus Angst vor Krawallen
Genf verbarrikadiert sich vor G7-Gipfel aus Angst vor Krawallen

Genf verbarrikadiert sich vor G7-Gipfel

In der Schweizer Grenzstadt Genf herrscht Ausnahmezustand. Mehr als 7000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz, um Proteste gegen den G7-Gipfel im französischen Évian zu begleiten. Die Stadt befürchtet Krawalle wie vor 23 Jahren, als Chaoten bei einer Demonstration Schaden in Millionenhöhe anrichteten.

Am Sonntag wollen Tausende Gegner des Gipfels in Genf gegen Kapitalismus, Ausbeutung und vieles mehr protestieren. Das Treffen der Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Japan und den USA beginnt am Montag. Die „No G7“-Koalition aus rund 60 Gruppen hat ein Manifest veröffentlicht, in dem sie unter anderem gegen US-Militärbasen in Europa demonstriert, für höhere Mindestlöhne, kostenlose Verhütungsmittel, grenzenlose Freizügigkeit für Arbeitende aus aller Welt und die Streichung der Angabe des Geschlechts aus allen Ausweisdokumenten eintritt.

Die G7 bezeichnen die Aktivisten als eine „illegitime und überholte Institution, ein privater Club, der nicht mehr der heutigen Welt entspricht“. Dort fällten „Großmächte Entscheidungen zugunsten der privilegiertesten Minderheit der Welt und zum Nachteil von mehr als 90 Prozent der Bevölkerung“. Die Polizei rechnet mit rund 50.000 Teilnehmenden. Laut Wettervorhersage scheint in Genf die Sonne bei 28 Grad.

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Genfer sind sauer auf die Franzosen

Die G7-Gegner protestieren in Genf rund 50 Kilometer vom Gipfelort Évian entfernt, weil Frankreich zu dem Anlass keine Demonstration dulden wollte, wie die Genfer Regierung kritisiert. Frankreich sei auch auf ihre Bitten um finanzielle Beteiligung an den Sicherheitskosten nicht eingegangen. Der Gewerbeverband (FER) hat in einem Brief empört dagegen protestiert, dass Genf die Demonstration überhaupt erlaubt hat.

In der Genfer Innenstadt herrscht schon seit Tagen Ausnahmezustand: Hunderte Luxusgeschäfte und Banken, aber auch Hotels und Supermärkte haben ihre Fassaden und Schaufenster aus Sorge vor Ausschreitungen mit Sperrholzplatten verbarrikadiert. Auch das Luxushotel „Four Seasons de Bergues“ wurde verbarrikadiert.

Erinnerungen an 2003

Die Ereignisse von 2003 seien ein Trauma für die Genfer Polizei, sagte die Polizeichefin des Kantons, Monica Bonfanti. Sie bekommt dieses Mal Verstärkung aus der ganzen Schweiz, auch von der Armee. Es sollen mehr als 7000 Sicherheitskräfte auf den Straßen sein. Ihre Aufgabe ist nicht nur die Bewältigung der Demonstration, sondern auch die Sicherheit der anreisenden Staatschefs zu garantieren. Genf ist der nächstgelegene Flughafen zu Évian, und die meisten Delegationen sollen dort am Montag eintreffen.

Genf ist wie eine Enklave auf französischem Gebiet. Die Schweizer haben die rund 30 Grenzübergänge bis auf sieben geschlossen und führten schon am Freitag Personenkontrollen in der Stadt durch.

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