Emir Hamad bin Khalifa Al Thani: Katars Aufstieg zur Mini-Weltmacht
Hamad bin Khalifa Al Thani: Katars Aufstieg zur Weltmacht

Der frühere Emir von Katar, Scheich Hamad bin Khalifa Al Thani, ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Er starb am 17. Juli 2026. Unter seiner Herrschaft von 1995 bis 2013 verwandelte er den kleinen Wüstenstaat in eine einflussreiche Mini-Weltmacht. Seine Politik basierte auf drei Säulen: Flüssiggas-Exporte, die Stationierung des US-Militärhauptquartiers im Nahen Osten und die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2022.

Vom Kleinstaat zum globalen Akteur

Hamad bin Khalifa Al Thani übernahm 1995 die Macht durch einen unblutigen Putsch gegen seinen Vater. Er trieb die Modernisierung Katars voran und nutzte die riesigen Erdgasvorkommen des Landes. Katar ist heute der weltweit größte Exporteur von Flüssigerdgas (LNG). Diese Einnahmen ermöglichten massive Investitionen im Ausland. So hält der Staat Beteiligungen an Volkswagen, Siemens und der Deutschen Bank. Der Aufbau eines globalen Mediennetzwerks mit Al Jazeera stärkte zudem Katars Soft Power.

Ein zentraler Schritt war die Einrichtung des US-Militärstützpunkts Al Udeid im Jahr 2003. Er dient als Kommandozentrale der US-Streitkräfte für den Nahen Osten und Zentralasien. „Katar wurde für die USA unverzichtbar“, sagte ein westlicher Diplomat. Die Sicherheitspartnerschaft schützte das Emirat vor regionalen Konflikten.

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Die Fußball-WM als Krönung

Der Höhepunkt von Hamads Strategie war die erfolgreiche Bewerbung um die Fußball-Weltmeisterschaft 2022. Sie machte Katar weltweit bekannt und zog Milliardeninvestitionen an. Die WM war umstritten, doch sie festigte Katars Rolle auf der internationalen Bühne. Der Emir trat 2013 zugunsten seines Sohnes Tamim zurück, blieb aber als „Vater-Emir“ einflussreich.

Seine Amtszeit war nicht ohne Kritik. Menschenrechtsorganisationen prangerten die Behandlung von Migrantenarbeitern und die fehlende Pressefreiheit an. Dennoch wird er in Katar als Architekt des modernen Staates verehrt. „Er hat aus einem Sandkorn ein globales Juwel gemacht“, sagte ein enger Vertrauter bei der Trauerfeier am 12. Juli 2026 in der Imam-Mohammed-ibn-Al-Wahhab-Moschee in Doha.

Wirtschaftliche und politische Hinterlassenschaft

Katars Vermögen wird auf über 300 Milliarden US-Dollar geschätzt, das Pro-Kopf-Einkommen gehört zu den höchsten der Welt. Die Beteiligungen an deutschen Konzernen wie Volkswagen (rund 17 Prozent) und Siemens (rund 3 Prozent) zeigen den wirtschaftlichen Einfluss. Auch die Deutsche Bank ist mit etwa 8 Prozent beteiligt. Diese Investitionen sicherten Katars Zukunft nach dem Ende der Öl- und Gasära.

Politisch spielte Katar eine Vermittlerrolle in Konflikten, etwa in Afghanistan oder im Gazastreifen. Hamad bin Khalifa Al Thani hinterlässt ein Erbe, das weit über die Grenzen des kleinen Emirates reicht. Sein Tod markiert das Ende einer Ära, in der Katar von der Peripherie ins Zentrum der Weltpolitik rückte.

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