Hamas plante offenbar konkreten Anschlag in Europa
Die Bundesanwaltschaft hat bekannt gegeben, dass Anhänger der Terrororganisation Hamas einen konkreten Anschlag in Europa geplant haben. Bei einem der Beschuldigten wurde ein fertiges Bekennervideo sichergestellt, das einen Anschlag um den zweiten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel ankündigte.
Ermittlungen und Festnahmen
In den vergangenen Monaten ließ die Bundesanwaltschaft neun mutmaßliche Hamas-Anhänger festnehmen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Gruppe Waffen für die Terrororganisation beschaffte, um Anschläge auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Deutschland und Europa zu verüben. Generalbundesanwalt Jens Rommel sagte beim Jahrespressegespräch seiner Behörde in Karlsruhe: „Bei einem der Beschuldigten wurde ein vorgefertigtes Bekennervideo sichergestellt.“
Das Video kündigte einen Anschlag um den 7. Oktober 2025 an, den zweiten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel. Die ersten drei Verdächtigen wurden am 1. Oktober 2025 festgenommen, wenige Tage vor dem Jahrestag.
Vorwürfe und Hintergründe
Die Bundesanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, spätestens seit Sommer 2025 in den Transport und die Lagerung von Waffen und Munition für die Hamas involviert gewesen zu sein. Das Kampfgerät sollte für Mordanschläge auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Deutschland und Europa genutzt werden.
Bereits Ende März wurden in Berlin vier Mitglieder einer Hamas-Untergrundzelle zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Das Kammergericht verhängte Freiheitsstrafen zwischen vier und sechs Jahren wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und weiterer Delikte. Die vier Männer im Alter von 34 bis 57 Jahren hatten unter anderem Waffendepots angelegt.
Rolle der Bundesanwaltschaft
Die Bundesanwaltschaft ist die oberste deutsche Strafverfolgungsbehörde und zuständig für Terrorismus, Spionage und Völkerstrafrecht. Generalbundesanwalt Jens Rommel steht seit März 2024 an der Spitze der Karlsruher Behörde.



