Hegseth nach Guantánamo-Besuch: Letzte Häftlinge hätten längst hingerichtet werden sollen
Hegseth fordert Hinrichtung letzter Guantánamo-Häftlinge

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat sich nach einem Besuch des umstrittenen US-Stützpunkts Guantánamo Bay auf Kuba deutlich für die Hinrichtung der dort inhaftierten Männer ausgesprochen. „Meiner persönlichen Meinung nach hätten die Häftlinge in Guantánamo wegen ihrer Verbrechen gegen das amerikanische Volk schon längst hingerichtet werden sollen“, sagte er vor Journalisten in Tampa im US-Bundesstaat Florida.

Hegseth reagiert auf Frage nach fehlender Gerechtigkeit

Der Minister äußerte sich auf die Frage einer Journalistin, die wissen wollte, warum die 15 noch verbliebenen Häftlinge nicht hingerichtet würden, um den Opfern der Terroranschläge vom 11. September 2001 Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Hegseths Aussage fiel nach einem Besuch des Militärgefängnisses, das seit Jahren international in der Kritik steht.

Aktuelle Situation der Häftlinge

Nach Angaben des Pentagons von Anfang 2025 wurden von den 15 Häftlingen bislang nur zwei von Militärgerichten verurteilt. Gegen sieben weitere laufen demnach noch Verfahren. Die übrigen sechs sind ohne Anklage inhaftiert. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die langen Haftzeiten ohne faire Prozesse und die Nutzung von Militärgerichten.

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Geschichte des Stützpunkts Guantánamo Bay

Der Militärstützpunkt Guantánamo Bay liegt an der südöstlichen Küste Kubas. Seit 1903 steht das Gebiet aufgrund eines umstrittenen Pachtvertrags unter US-Kontrolle. Kuba betrachtet den unbefristeten Vertrag seit dem Sieg der kubanischen Revolution unter Fidel Castro im Jahr 1959 als ungültig. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 errichteten die USA dort ein hochumstrittenes Gefangenenlager. Zeitweise waren fast 800 Menschen inhaftiert. Mutmaßliche islamistische Terroristen wurden lange ohne Prozess festgehalten, teils auch gefoltert.

Bemühungen zur Schließung gescheitert

Die Bemühungen mehrerer US-Regierungen, das Gefängnis ganz zu schließen, scheiterten lange daran, dass es an Ländern mangelte, die die verbliebenen Häftlinge aufnehmen wollten. Hegseths Forderung nach Hinrichtungen stößt auf Kritik von Menschenrechtsgruppen, die die andauernde Inhaftierung sowie den Einsatz von Militärgerichten verurteilen. Die Debatte um Guantánamo bleibt ein kontroverses Kapitel der US-Außen- und Sicherheitspolitik.

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