Der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat am Dienstag vor dem US-Senat die voraussichtlichen Kosten des militärischen Engagements im Iran bis Ende September auf 37,5 Milliarden Dollar beziffert. Diese Summe liegt rund acht Milliarden Dollar über der letzten offiziellen Schätzung.
Hegseth nennt konkrete Zahlen im Senat
Im Rahmen einer Anhörung des Streitkräfteausschusses des Senats legte Hegseth die aktualisierte Kostenprognose vor. Die bisherige Schätzung war im Januar dieses Jahres veröffentlicht worden und belief sich auf 29,5 Milliarden Dollar. Der Anstieg um mehr als ein Viertel wird unter anderem mit erhöhten Ausgaben für Munition, Logistik und Personaleinsätze begründet.
„Die Dynamik des Konflikts hat zu einem höheren Ressourcenbedarf geführt, der sich in den aktuellen Zahlen widerspiegelt“, erklärte Hegseth vor den Senatoren. Er betonte zugleich, dass die zusätzlichen Mittel notwendig seien, um die Sicherheit der US-Truppen zu gewährleisten und strategische Ziele zu erreichen.
Hintergrund des Konflikts und Kostenentwicklung
Die USA führen seit März 2026 militärische Operationen gegen iranische Einrichtungen durch, nachdem es zu einer Eskalation im Persischen Golf gekommen war. Die offiziellen Kostenangaben umfassen direkte Militärausgaben, aber auch Ausgaben für die logistische Unterstützung und die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft.
Kritiker im Senat, darunter Senatorin Elizabeth Warren, hinterfragten die Genauigkeit der Prognosen und verwiesen auf frühere Kostenüberschreitungen in anderen Konflikten. „Die Administration hat in der Vergangenheit immer wieder zu niedrige Schätzungen vorgelegt“, sagte Warren. Hegseth verteidigte die Zahlen mit Verweis auf aktualisierte Geheimdienstinformationen und die sich verändernde Lage vor Ort.
Die Gesamtkosten des Iran-Kriegs könnten laut unabhängigen Experten jedoch noch deutlich höher ausfallen, wenn man langfristige Folgekosten wie Veteranenfürsorge und Wiederaufbau berücksichtigt. Eine Studie des Congressional Budget Office aus dem Jahr 2025 hatte für einen hypothetischen Iran-Konflikt Kosten von bis zu 60 Milliarden Dollar pro Jahr prognostiziert.
Auswirkungen auf den US-Haushalt
Die neuen Kostenangaben dürften die Debatte um den Verteidigungshaushalt weiter anheizen. Der Haushaltsentwurf für das kommende Fiskaljahr sieht bereits eine Erhöhung der Militärausgaben vor, um die laufenden Operationen zu finanzieren. Hegseth forderte die Senatoren auf, die zusätzlichen Mittel zeitnah zu bewilligen, um Engpässe zu vermeiden.
„Jede Verzögerung bei der Finanzierung gefährdet die Einsatzfähigkeit unserer Streitkräfte“, warnte der Minister. Die Senatsanhörung endete ohne abschließende Entscheidung; die Abstimmung über den Nachtragshaushalt wird für die kommende Woche erwartet.



