Bayerns Innenminister Herrmann fordert Mahnmal für RAF-Opfer
Herrmann fordert Mahnmal für RAF-Opfer

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) fordert ein zentrales Mahnmal zur Erinnerung an die Opfer der Roten Armee Fraktion (RAF) in Deutschland. „Die Opfer und ihre Angehörigen haben das verdient“, wird Herrmann in einer Mitteilung der Bayerischen Staatskanzlei zitiert. „Der Terror der RAF hat 34 Todesopfer gefordert, zahlreiche Verletzte waren für ihr Leben gezeichnet, Hinterbliebene trauern bis heute, oft nicht einmal wissend, wer genau diese kaltblütigen Verbrechen begangen hat.“ Die Forderung kommt am 40. Jahrestag des Anschlags auf den damaligen Siemens-Forschungsleiter Karl Heinz Beckurts in Straßlach bei München.

Anschlag auf Beckurts: Bis heute ungeklärt

Am 9. Juli 1986 wurden Beckurts und sein Fahrer Eckhard Groppler bei einem Bombenanschlag getötet. Das RAF-Kommando „Mara Cagol“ bekannte sich zu der Tat, die Täter sind jedoch bis heute unbekannt. Herrmann äußerte sich nicht dazu, wo genau ein mögliches Mahnmal entstehen könnte, und nannte auch sonst keine Details zu seiner Forderung. Der CSU-Politiker betonte die Notwendigkeit eines öffentlichen Gedenkens, das in Deutschland bisher fehle. „Jede Terrorwelle hat ihren eigenen Schrecken und ihre eigene grausame Geschichte“, so Herrmann.

Kritik an Verharmlosung von RAF-Terror

Herrmann kritisierte zudem Solidaritätsbekundungen mit ehemaligen RAF-Mitgliedern, wie sie zuletzt im Fall der 2024 festgenommenen Daniela Klette vorkamen. Dass sie als „linke Revolutionärin“ verklärt werde und damit Gewalttaten relativiert würden, sei eine Verhöhnung von Opfern und Hinterbliebenen. „Niemand – und zwar zurecht – käme auf den Gedanken, die grauenvollen Verbrechen des NSU so zu verharmlosen“, sagte Herrmann. Das Landgericht Verden hatte Klette zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt, unter anderem wegen Raubzügen mit hoher krimineller Energie. Während des Prozesses protestierten ihre Anhänger und ließen sich aus dem Saal zerren.

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Hintergrund: 34 Todesopfer der RAF

Die RAF verübte von den 1970er bis in die 1990er Jahre zahlreiche Anschläge, bei denen insgesamt 34 Menschen getötet wurden. Viele Verletzte trugen lebenslange Schäden davon. Die Taten der linksextremistischen Terrororganisation sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Herrmann betonte, dass ein Mahnmal nicht nur der Opfer gedenken, sondern auch ein Zeichen gegen die Verharmlosung von Terror setzen solle. Bayern wolle hier vorangehen, um die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten.

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