Ex-UN-Botschafter Heusgen kritisiert Merz und Bundesregierung
Heusgen kritisiert Merz und Bundesregierung

Heusgen übt scharfe Kritik an deutscher UN-Strategie

Der frühere deutsche UN-Botschafter Christoph Heusgen hat die Bundesregierung für das Scheitern der deutschen Kandidatur um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat mitverantwortlich gemacht. Im RBB-Inforadio sagte der Diplomat: „Wir haben, nachdem wir zum letzten Mal im Sicherheitsrat waren, 2019/2020, uns erstmal zurückgelehnt und diese Werbekampagne nicht so intensiv betrieben, wie wir es hätten machen müssen.“ Deutschland war zuletzt 2019 und 2020 im Sicherheitsrat vertreten und hatte sich erneut beworben, scheiterte jedoch im ersten Wahlgang in New York an Portugal und Österreich. Laut Diplomaten war dies das erste Mal, dass Deutschland bei einer solchen Kandidatur durchfiel.

Fehlende Präsenz von Kanzler Merz kritisiert

Heusgen, der auch früherer Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz ist, sieht ein weiteres Problem in der Rolle von Kanzler Friedrich Merz (CDU). „Wenn 130 Staats- und Regierungschefs an der Generalversammlung teilnehmen und der deutsche Bundeskanzler nicht, wenn Österreich mit dem Bundespräsidenten, dem Bundeskanzler, der Außenministerin kommt und Deutschland mit dem unglaublich aktiven Außenminister, nur in Anführungsstrichen, dann widerspiegelt das etwas die Wertschätzung für die UNO“, so Heusgen. Er bemängelt, dass die Bundesregierung zu spät und zu wenig intensiv um Stimmen geworben habe. „Wir sind dann im letzten Jahr eingestiegen, massiv eingestiegen, aber da waren eben viele Stimmen schon vergeben“, fügte er hinzu.

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