Gianni Infantino, Präsident des Weltfußballverbandes FIFA, ist während der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko nazu omnipräsent. Er besuchte bereits 34 Spiele (Stand vor dem ersten Achtelfinale) und kündigte an: „Ich werde so viele Spiele im Stadion verfolgen wie möglich.“ Doch auffällig: Kein einziges Spiel der deutschen Nationalmannschaft stand auf seiner Besuchsliste. Dies wirft Fragen auf – handelt es sich um eine späte Rache für die Regenbogen-Debatte in Katar?
Infantinos Rekordjagd: Von Vancouver bis Monterrey
Der 56-jährige Schweizer ist mit einem Privatjet vom Typ Gulfstream G560ER unterwegs, der rund 60 Millionen Euro kostet und mit einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 950 km/h zu den schnellsten der Welt zählt. Die FIFA nimmt allein mit einem WM-Spiel so viel ein, dass der Jet finanziert wäre. Infantino nutzt die Maschine, um mehrere Spiele am selben Tag zu besuchen – trotz der vier Zeitzonen und enormen Entfernungen in Nordamerika. In Katar 2022 war er bei allen 64 Spielen live dabei, ein Rekord, den er diesmal nicht erreichen wird, aber dennoch beeindruckend nah kommt.
Umweltbilanz: Kerosinverbrauch und CO2-Ausstoß
Kritiker werfen Infantino Umweltverschmutzung vor. Die BBC berechnete, dass sein CO2-Ausstoß in den ersten zwei WM-Wochen dem von 78 durchschnittlichen Europäern im gesamten Jahr entspricht. Der Spiegel ermittelte 70.000 Flugkilometer und einen Verbrauch von 230.000 Litern Kerosin. Diese Zahlen verdeutlichen die enorme ökologische Belastung durch seine Reisetätigkeit. Die FIFA verteidigt sich mit Verweis auf die Bedeutung der Spiele, doch die Kritik bleibt.
Die große Abwesenheit: Kein Deutschland-Besuch
Infantino besuchte kein einziges Spiel der deutschen Mannschaft. Auch Jordanien und Senegal ignorierte er komplett. Dies könnte als Retourkutsche für die Kontroversen um die Regenbogen-Armbinde in Katar interpretiert werden, bei der Deutschland eine führende Rolle spielte. Ein offizielles Statement der FIFA zu dieser Auswahl liegt nicht vor. Der Autor der Glosse spekuliert über mögliche Motive und fragt sich, ob Infantino die „Regenbogen-Debatte“ noch immer nachträgt.
Allgegenwart als Markenzeichen
Ein viraler Tweet zeigte Infantino angeblich bei zwei gleichzeitig ausgetragenen Spielen – ein Fake, den viele dennoch glaubten, da er 2022 tatsächlich bei Parallelspielen war. Die Allgegenwart des FIFA-Präsidenten ist zu einem Markenzeichen geworden. Ohne ihn, so die Glosse, wäre die WM wie Spiele von Argentinien ohne Lionel Messi. Die Frage der Journalisten lautet daher nicht mehr „Wo ist Infantino?“, sondern „Wo ist er nicht?“
Gesellschaftliche Relevanz und Ausblick
Die Glosse endet mit einem ironischen Hinweis auf die deutsche Niederlage gegen Paraguay und die Hoffnung auf Jürgen Klopp als Retter. Der Autor träumt von Vogelgezwitscher und Helene Fischer – eine Metapher für die Dauerpräsenz Infantinos selbst in den kuriosesten Momenten. Die WM 2026 bleibt geprägt von Infantinos Rekordjagd, Umweltdebatten und der auffälligen Abwesenheit bei Deutschland-Spielen.



