WM 2026: Infantinos „Trumpsches Geschwafel“ sorgt für Kritik
Infantinos „Trumpsches Geschwafel“ zur WM 2026

Kurz vor dem Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Kanada, Mexiko und den USA hat sich Fifa-Präsident Gianni Infantino bei einer seltenen Pressekonferenz geäußert. Dabei verteidigte er die hohen Ticketpreise und nahm Stellung zum Fall des abgewiesenen Schiedsrichters Omar Artan aus Somalia. Die internationale Presse reagierte mit deutlicher Kritik.

Internationale Presse über Infantinos Auftritt

Der britische „Independent“ schrieb von „Gianni Infantinos Trumpschem Geschwafel“ und einem „chaotischen Start in die Weltmeisterschaft“. Die Zeitung betonte, wie sehr Infantino im Umfeld von Donald Trump verankert sei, bis hin zu seiner Rhetorik. „Er kann alles sagen. Ernsthafte Einwände werden nicht zugelassen“, hieß es. „The Sun“ hob hervor, dass Infantino im Gegensatz zu seiner umstrittenen Rede in Katar 2022 versuchte, die Fifa als die Guten darzustellen.

In den USA schrieb „The Athletic“, dass Infantino alle Diskussionen als kleine Hürden auf dem Weg zur glorreichen Fifa-Zukunft betrachte. Aus Mexiko berichtete „Mediotiempo“, dass Infantino die Ticketpreise als „einzigartiges Erlebnis“ verteidigte. „Récord“ stellte fest, dass vor dem Turnier keine Euphorie herrsche, sondern Proteste in Mexiko, Razzien in den USA und Schießereien in Kanada die Stimmung prägten. Die Schweizer „Blick“ konstatierte, dass die Pressekonferenz weniger spektakulär als in Katar war, Infantino sich aber nicht mit Lob zurückhielt.

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Visa-Affäre und Einreise-Probleme

Infantino zeigte sich im Fall des somalischen Schiedsrichters Omar Artan, dem die USA die Einreise verweigerten, verständnisvoll. „Wir müssen respektieren, dass wir nicht die Könige der Welt sind, die über Regierungen und die Polizei bestimmen“, sagte er. „Wir sind eine Sportorganisation.“ Er versprach, weiter zu diskutieren und Lösungen zu suchen. Die US-Grenzschutzbehörde CBP hatte Artan aufgrund von Sicherheitsbedenken die Einreise verweigert.

Das senegalesische WM-Team wies hingegen Berichte über Schikanen bei der Einreise zurück. Ein Video, das eine Sicherheitskontrolle auf dem Rollfeld zeigte, sei beim Abflug in Raleigh entstanden, nicht bei der Landung in San Antonio. Die Spieler seien direkt vom Hotel zum Flugzeug gebracht worden, um Zeit zu sparen.

WM-Eröffnung mit Shakira und Unwettergefahr

Am Donnerstag wird die WM im legendären Aztekenstadion von Mexiko-Stadt eröffnet. Das erste Spiel bestreitet Gastgeber Mexiko gegen Südafrika. Vor der Partie wird eine große Eröffnungsshow stattfinden, bei der Popstar Shakira gemeinsam mit Burna Boy den offiziellen WM-Song „Dai Dai“ live aufführen wird. Auch Danny Ocean, J Balvin, Lila Downs und Alejandro Fernández treten auf. Die Fifa kündigte eine „Feier von Fußball, Musik und Kultur“ an.

Allerdings drohen Unwetter, und es gibt Sicherheitssorgen wegen heftiger Lehrerproteste. Hunderte Polizisten sichern den Flughafen von Mexiko-Stadt. Eine radikale Lehrergewerkschaft fordert die Abschaffung eines Rentengesetzes und blockiert Straßen. Auch das Aztekenstadion ist weiträumig abgesperrt. Ein geplantes Fan-Festival auf dem Zócalo mit bis zu 80.000 Besuchern ist unsicher, da dort ein Protestcamp der Lehrer errichtet wurde.

Trump plant keinen WM-Besuch

US-Präsident Donald Trump wird laut Medienberichten nicht zum Eröffnungsspiel der USA gegen Paraguay reisen. Stattdessen wird Außenminister Marco Rubio eine Delegation anführen, zu der auch Verkehrsminister Sean Duffy und Heimatschutzminister Markwayne Mullin gehören. Rubio will mit Paraguays Präsidenten Santiago Peña über regionale Sicherheit, Handel und Investitionen sprechen.

Iran droht mit Spielabbruch bei Protesten

Der Iran hat mit einem Spielabbruch gedroht, falls es bei seinen WM-Spielen zu Protesten der persischen Diaspora gegen die islamische Führung kommt. Sportminister Ahmed Donjamali erklärte, die Mannschaft werde das Feld verlassen, wenn politische Parolen zu hören seien. Zudem dürfe nur die offizielle Flagge der Islamischen Republik ins Stadion gebracht werden. Die Spiele des Iran finden in Los Angeles statt, wo eine große persische Gemeinde lebt. Überschattet wird die Teilnahme vom militärischen Konflikt mit den USA; das Teamquartier wurde nach Tijuana in Mexiko verlegt.

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Obdachlosigkeit vor der WM

Viele Austragungsorte bemühen sich, das Problem der Obdachlosigkeit zu entschärfen. Atlanta startete das Programm „Downtown Rising“, das fast 500 Menschen ein Dach über dem Kopf gab. Dallas und Seattle haben eigene Initiativen gestartet. Eine AP-Umfrage ergab jedoch, dass die meisten Städte auf bestehende Programme zurückgreifen, ohne neue WM-Gelder.

Deutsche Konsumlaune gedämpft

Eine Umfrage des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen zeigt, dass die WM die Deutschen nicht in Konsumlaune versetzt. Nur jeder Fünfte will Fanartikel kaufen, zehn Prozent neue Technik. Die meisten planen, häufiger zu grillen oder Getränke zu konsumieren. Das Interesse am Turnier ist ähnlich niedrig wie bei der WM 2022 in Katar, auch aus politischen Gründen.

Schweden plant Trikot-Gag

Der schwedische Fußballverband ruft zu einer landesweiten Trikot-Aktion auf: Zwölf Stunden vor dem WM-Auftakt sollen alle Schweden ein blau-gelbes Jersey überstreifen. Ein Film mit Hollywoodstar Peter Stormare und anderen Prominenten wirbt für die Aktion.

Platini zeigt Infantino an

Der frühere Uefa-Präsident Michel Platini hat in Frankreich Strafanzeige gegen Infantino und fünf weitere Funktionäre eingereicht. Er wirft ihnen eine Verschwörung vor, um seine Wahl zum Fifa-Präsidenten zu verhindern. Platini war 2015 in eine Affäre um eine Zahlung von zwei Millionen Franken verwickelt, wurde aber freigesprochen.

UN warnt vor extremer Hitze

Das UN-Klimasekretariat warnt vor extremer Hitze während der WM. Etwa jedes vierte Spiel könnte bei gefährlicher Hitze ausgetragen werden. Besonders Fans in Stadien und Fan-Zonen seien gefährdet. Auch TV-Zuschauer würden die Auswirkungen bemerken, etwa durch mehr Trinkpausen und Kühlhandtücher.