Iran-Krieg: Katar bemüht sich in Teheran um Abkommen
Katarische Unterhändler sind einem Insider zufolge am Morgen nach Teheran geflogen. Die Reise stehe im Zusammenhang mit den Bemühungen um den Abschluss eines Abkommens zur Beendigung des Krieges zwischen den USA und dem Iran, sagte die mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Führende Vertreter der USA und Pakistans haben für diesen Sonntag die Unterzeichnung eines Rahmenabkommens in Aussicht gestellt, das den mehr als dreimonatigen Krieg beenden soll. Aus Teheran sind jedoch Zweifel an dem Zeitplan zu vernehmen gewesen.
Trump widerspricht Iran – Unterzeichnung am Sonntag geplant
Nachdem der Iran die Unterzeichnung eines Abkommens mit den USA für Sonntag ausgeschlossen hat, kündigt US-Präsident Donald Trump eine Unterzeichnung für Sonntag an. Unmittelbar danach werde die Straße von Hormus wieder für alle geöffnet, erklärt Trump online. Zu einem späteren Zeitpunkt würden die USA das iranische Nuklearmaterial aus dem Land holen. Sollte der Prozess nicht reibungslos verlaufen, gebe es eine „ultimative Alternative“. Das Außenministerium in Teheran hatte eine Unterzeichnung für Sonntag zunächst ausgeschlossen.
Irans Außenamtssprecher: Noch nie so nah an einer Einigung
Der iranische Außenamtssprecher Esmail Baghai sieht die Möglichkeit einer ersten Übereinkunft über ein Rahmenabkommen mit den USA in den kommenden Tagen. „Wir waren noch nie so nah an einer Einigung, und es ist daher sehr wahrscheinlich, dass die Absichtserklärung in den kommenden Tagen finalisiert wird“, sagte Baghai laut der iranischen Nachrichtenagentur Irna. Gleichzeitig wies Baghai Berichte über eine bevorstehende Reise iranischer Offizieller nach Genf oder Islamabad zurück.
Iran kündigt Gebühren in der Straße von Hormus an
Der Iran will für zunächst nicht näher beschriebene Dienstleistungen in der Straße von Hormus künftig Gebühren erheben. Schritte zur Gewährleistung eines sicheren Schiffsverkehrs in der Meerenge dienten der nationalen Sicherheit und dem weltweiten Gemeinwohl, erklärt das Außenministerium der Nachrichtenagentur Fars zufolge. Zudem fordert das Ministerium ein Ende der ausländischen Militärpräsenz in der Region und bezeichnet die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder als festen Bestandteil eines geplanten Abkommens mit den USA.
Weitere Entwicklungen im Überblick
- US-Insider: Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter bezeichnet das sich abzeichnende Abkommen mit dem Iran als sehr gut. Die USA werden sich an der Minenräumung in der Straße von Hormus beteiligen, sobald die Vereinbarung besiegelt ist.
- Pakistan: Der Abschluss eines Abkommens zwischen den USA und dem Iran ist Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif zufolge voraussichtlich innerhalb der nächsten 24 Stunden zu erwarten. Das Vermittlerland Pakistan bereite sich auf die „elektronische Unterzeichnung des Friedensvertrags unmittelbar danach“ vor.
- Tanker vor Oman: Vor der Küste des Oman wird ein Tanker am Backbordbug von einem Geschoss unbekannter Herkunft getroffen. Die Besatzung sei unversehrt geblieben, der Tanker setze seine Fahrt zum Hafen fort.
- Chamenei-Beisetzung: Die Trauerfeierlichkeiten für das getötete religiöse und politische Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, sollen am 4. Juli in Teheran beginnen und am 9. Juli mit seiner Beisetzung in Maschhad enden.
- Israel evakuiert Südlibanon: Die israelische Armee hat die Bewohner von 20 Städten und Dörfern im Südlibanon zur Evakuierung aufgefordert. Zugleich meldete die Armee mehrere Drohnenangriffe der libanesischen Hisbollah-Miliz auf Nordisrael.
- US-Militär: Das US-Militär hat nach eigenen Angaben mehrere iranische Drohnenangriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus abgewehrt. Die Meerenge bleibe für den Schiffsverkehr geöffnet.
- Iran: Irans Außenminister Abbas Araghtschi sagt, die Absichtserklärung mit den USA sei noch nicht unterzeichnet und es könne noch Änderungen geben. Geplant sei ein Ende des Krieges an allen Fronten inklusive des Libanon.
- VAE: Die Vereinigten Arabischen Emirate haben Insidern zufolge bereits Gelder in Höhe von mehr als drei Milliarden Dollar für den Iran freigegeben. Insgesamt hätten die VAE Zahlungen über zehn bis 20 Milliarden Dollar zugesagt.
- US-Kreise: In den Verhandlungen zum Iran-Krieg sollen US-Kreisen zufolge Verabredungen zum iranischen Nuklearmaterial getroffen worden sein. Das Nuklearmaterial werde zerstört und abtransportiert werden.
- Israelischer Verteidigungsminister: Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat Vorbehalte gegen ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran erkennen lassen. Israel erwarte, dass Washington auch weitere Sicherheitsbedenken berücksichtige.
- US-Bedingungen: Ein ranghoher Vertreter der USA hat sich zu den Bedingungen für ein Abkommen mit dem Iran geäußert. Washington fordere die Zerstörung und Entfernung von nuklearem Material, das Ende des iranischen Atomprogramms und die Öffnung der Straße von Hormus.
- Bundesregierung: Die Bundesregierung sieht Insidern zufolge die Chance auf eine Verständigung zwischen den USA und Iran. Bei der diplomatischen Arbeit könne sich Präsident Trump weiter auf die deutsche Unterstützung verlassen.



