Iran-Krieg: Trump droht mit neuen Angriffen – Live-Blog vom 10. Juni 2026
Iran-Krieg: Trump droht mit neuen Angriffen – Live-Blog

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran eskaliert weiter. US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch neue Angriffe auf den Iran angekündigt. Gleichzeitig fordert der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Auskunft über iranische Uranbestände. Im Libanon rücken israelische Truppen weiter vor. Der Live-Blog fasst die wichtigsten Ereignisse zusammen.

Trump: Weitere Angriffe noch heute

US-Präsident Donald Trump erklärte vor Reportern, dass es noch am selben Tag weitere Angriffe auf den Iran geben werde. Man werde den Iran „sehr hart“ treffen. Ob dabei auch Brücken und Kraftwerke „ausgeschaltet“ würden, ließ er offen. Trump behauptete zudem, ein „Deal“ mit dem Iran sei fertig ausgehandelt und der Iran habe zugestimmt, keine Atomwaffe zu besitzen. Die Richtigkeit dieser Aussage blieb zunächst unbestätigt. Stunden zuvor hatte Trump noch gesagt, er sei kurz davor, neue Angriffe auf Kraftwerke und Brücken im Iran anzuordnen.

Israels Präsident bietet Libanon Frieden an

Der israelische Präsident Izchak Herzog richtete eine Friedensbotschaft in arabischer Sprache an das libanesische Volk. „Von der Nordgrenze (Israels) strecke ich die Hand zum Frieden aus, dem libanesischen Präsidenten und dem libanesischen Volk“, sagte Herzog. Er forderte, der Libanon müsse frei vom Einfluss der proiranischen Hisbollah-Miliz, des Irans und von Terrororganisationen sein. „Ich träume davon, nach Beirut zu fahren“, fügte Herzog hinzu. Dieser Traum könne Wirklichkeit werden, „aber nur, wenn die Zukunft des Libanons in Beirut und nicht in Teheran bestimmt wird“. In einer englischen Botschaft betonte er: „Die Situation ist sehr klar: Wir in Israel wollen Frieden mit dem Libanon.“ Dafür müssten die libanesische Führung und das Volk aber klarmachen, „dass sie Frieden und nicht Terror wollen“.

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IAEA-Rat fordert Informationen über iranische Atombestände

Der Gouverneursrat der UN-Atomenergiebehörde IAEA verabschiedete Insidern zufolge eine von den USA unterstützte Resolution, die den Iran auffordert, seine verbliebenen Bestände an angereichertem Uran anzugeben und von Inspektoren überprüfen zu lassen. Die Resolution wurde mit 21 Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen und 10 Enthaltungen angenommen. Die Nein-Stimmen kamen von Russland, China und Niger; Venezuela durfte nicht teilnehmen.

Iran: Haben bereits angemessen reagiert

Ein iranischer Militärsprecher reagierte auf Trumps Drohungen mit den Worten, der Iran habe bereits gezeigt, dass er auf Drohungen angemessen reagiere. Trump hatte zuvor unter anderem mit Angriffen auf iranische Kraftwerke und Brücken gedroht.

Israels Truppen im Libanon kurz vor Nabatija

Im Libanon kommt es weiterhin zu schweren Angriffen der israelischen Armee. Die Kämpfe um die Burg Beaufort in der Provinz Nabatija, die israelische Truppen vor etwa einer Woche eingenommen hatten, dauern an. Israelische Kampfhubschrauber griffen die Miliz in der Nähe der Burg mit Maschinengewehrfeuer an. Die Hisbollah reklamierte erneut mehrere Angriffe auf israelische Stellungen im Südlibanon. Libanesischen Sicherheitskreisen zufolge sind israelische Truppen bis in die unmittelbare Nähe der Stadt Nabatija vorgerückt, nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Es besteht die Sorge, die israelische Armee könnte die Stadt einnehmen. Eine Bestätigung von israelischer Seite gibt es nicht.

Wadephul: Deutschland gegen Sanktionen gegen Israel

Im Gegensatz zu Frankreich und Großbritannien lehnt die Bundesregierung weitere Sanktionen gegen jüdische Siedler und israelische Regierungsmitglieder derzeit ab. Außenminister Johann Wadephul sagte in Berlin: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Bundesregierung der Auffassung, dass unsere Stimme in Israel gehört wird und dass andere Maßnahmen zum jetzigen Zeitpunkt nicht geboten sind.“ Großbritannien, Frankreich und weitere westliche Staaten verhängten am Dienstag weitere Sanktionen. Die Bundesregierung stimme sich bei diesem Thema eng europäisch ab, so Wadephul.

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Trump: Kurz davor, neue Angriffe anzuordnen

US-Präsident Donald Trump erklärte bei Fox News, er sei kurz davor, neue Angriffe auf Kraftwerke und Brücken im Iran anzuordnen. Der Iran brauche zu lange, um eine Vereinbarung zu treffen, und müsse dafür jetzt „den Preis zahlen“. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump, das iranische Militär sei „ein einziges und totales Chaos“. Der Großteil der Armee, etwa die Marine und die Luftwaffe, existiere gar nicht mehr. „Der Rüpel des Nahen Ostens ist TOT!!!“

UN schicken Ermittler wegen möglicher Völkerrechtsverstöße

Die Vereinten Nationen entsenden kommende Woche ein Ermittlerteam in den Libanon, um mögliche Verstöße gegen das Völkerrecht durch alle Konfliktparteien zu untersuchen. UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, teilte mit, es sei das erste Mal, dass ein solches Team entsandt werde. Es gehe darum, Verstöße aller Parteien zu dokumentieren und darüber zu berichten.

Iran: 20.000 Bewohner ohne Wasserversorgung

Nach den nächtlichen US-Angriffen sind iranischen Angaben zufolge Tausende Bewohner an der Südküste ohne Wasser. Die Trinkwasserversorgung der Stadt Kuhestak in der Provinz Hormusgan sowie von zehn weiteren Dörfern sei vollständig unterbrochen, berichtete die Nachrichtenagentur Mehr. Mehr als 20.000 Einwohner der Region seien vom Zugang zu Wasser abgeschnitten. Aktuell herrschen Temperaturen von weit über 30 Grad.

Katarische Delegation in Teheran

Katar startet einen neuen Vermittlungsversuch im Iran-Krieg. Eine Delegation reiste nach Teheran, um über ein dauerhaftes Kriegsende zu sprechen. Ein Durchbruch steht weiter aus. Die iranische Nachrichtenagentur Isna berichtete, dass bei dem Besuch über Bemühungen für ein dauerhaftes Ende des Kriegs gesprochen werden solle.

Hapag-Lloyd: Ende der Schifffahrtskrise nicht absehbar

Die Großreederei Hapag-Lloyd dämpft Hoffnungen auf baldige Besserung für die Schifffahrt im Persischen Golf. Konzernchef Rolf Habben Jansen sagte, ein Ende der Krise sei nicht absehbar. Selbst bei einer Wiedereröffnung der Straße von Hormus werde eine Rückkehr zur Normalität mindestens drei Monate dauern. Die französische Reederei CMA CGM geht sogar davon aus, dass die Krise die Schifffahrt nachhaltig verändern wird.

Netanjahu will erneut antreten

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu strebt eine weitere Amtszeit an. Er werde bei der noch in diesem Jahr anstehenden Parlamentswahl erneut kandidieren, teilte seine Likud-Partei mit. Ein Termin steht noch nicht fest. Einer Umfrage zufolge sind 61 Prozent der Israelis der Meinung, dass er nicht mehr antreten sollte.

Amnesty wirft Israel Annexion vor

Amnesty International wirft der israelischen Regierung vor, die formelle Annexion des besetzten Westjordanlands zu einem erklärten Politikziel gemacht zu haben. Die Organisation spricht von einer „staatlich gebilligten Kampagne ethnischer Säuberung“.

Iran: Gespräche mit USA auf dem Prüfstand

Der Iran muss seine Gespräche mit den USA nach den nächtlichen Angriffen neu bewerten, wie der Sprecher des Außenministeriums in Teheran, Esmaeil Baghaei, sagte. Mit ihren fortgesetzten Verstößen gegen die Waffenruhe schadeten die USA dem diplomatischen Prozess.

Schusswechsel vor dem Jemen

Vor der Küste des Jemen lieferten sich Angreifer auf einem kleinen Boot einen Schusswechsel mit Sicherheitskräften eines Frachtschiffs. Die sechs Angreifer näherten sich dem Frachter, woraufhin es zum Schusswechsel kam. Das kleine Boot drehte daraufhin ab. Die Gegend liegt im Golf von Aden, wo es immer wieder zu Piraterie-Vorfällen kommt.

Kuwait meldet iranischen Angriff

Kuwait aktivierte seine Luftabwehr, nachdem der Golfstaat eigenen Angaben zufolge unter Beschuss aus dem Iran geraten war. Der Iran erklärte, das Land ins Visier genommen zu haben, um sich für US-Luftangriffe zu rächen. Teheran beanspruchte zudem Angriffe auf Bahrain und Jordanien.

Iran meldet Vergeltungsangriff auf US-Basis in Jordanien

Die iranische Revolutionsgarde erklärte, sie habe Raketen auf den US-Militärstützpunkt Muwaffak Salti in Jordanien abgefeuert. Weder Jordanien noch die USA bestätigten den Angriff zunächst.

US-Militär: Neue Angriffe auf Ziele im Iran beendet

Das US-Militär gab bekannt, seine Angriffe auf Ziele im Iran seien beendet. Es seien iranische Luftabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Überwachungsradaranlagen im Bereich der Straße von Hormus bombardiert worden. Die Angriffe erfolgten in drei Wellen und wurden als „verhältnismäßige“ Antwort auf den Abschuss eines US-Hubschraubers bezeichnet.

Iran droht mit Gegenschlägen

Nach den US-Angriffen drohte der Iran mit Gegenschlägen. Außenminister Abbas Araghtschi schrieb auf X: „Unsere schlagkräftigen Streitkräfte werden keinen Angriff und keine Bedrohung unbeantwortet lassen.“

Kreise: Hubschrauber kollidierte mit iranischer Drohne

Ein US-Regierungsvertreter teilte mit, dass der abgestürzte US-Militärhubschrauber nach einer Kollision mit einer iranischen Drohne zu Boden gegangen sei. Ob die Kollision absichtlich herbeigeführt wurde, sei unklar.

Bericht: Netanjahu zu Alleingang bereit

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist nach Angaben des Fernsehsenders i24News unter Umständen zu einem eigenständigen Militärschlag gegen den Iran ohne Unterstützung der USA bereit. In einer Kabinettssitzung sagte er: „Es könnte sein, dass wir in eine Situation geraten, in der wir den Iranern allein, ohne Rückendeckung der USA, gegenüberstehen.“

Trump wirft Iran Abschuss von Hubschrauber vor

US-Präsident Donald Trump warf dem Iran vor, einen US-Kampfhubschrauber vom Typ Apache über der Straße von Hormus abgeschossen zu haben. „Die USA müssen zwangsläufig auf diesen Angriff reagieren“, schrieb er auf Truth Social.

Iran beschlagnahmt Vermögen von Kritikern

Irans Justiz hat eigenen Angaben zufolge mehr als 200 Vermögen von Kritikern und Regierungsgegnern beschlagnahmt. Justizsprecher Asghar Dschahangir sprach von „Vaterlandsverrätern“. Die iranische Regierung begründet die Maßnahmen mit dem Kampf gegen Spione.

Hisbollah-Kämpfer dringt nach Israel ein

Ein bewaffnetes Mitglied der libanesischen Hisbollah-Miliz ist nach israelischen Angaben nach Israel vorgedrungen und hat das Feuer auf israelische Soldaten eröffnet. Die Truppen feuerten zurück und „schalteten“ den Angreifer aus. Keiner der Soldaten wurde verletzt.