Iran meldet Cyberangriff auf staatliche Banken
Staatliche iranische Medien haben einen Cyberangriff gemeldet, der zu Betriebsstörungen bei vier großen iranischen Banken geführt habe. Die Medienberichte stützen sich auf Angaben des Bankenkoordinierungsrats im Iran. Ziel der Attacke sei demnach eine gemeinsame Kommunikationsinfrastruktur der Bank Melli, Bank Tejarat, Bank Saderat und der iranischen Exportentwicklungsbank gewesen. Schutzmaßnahmen der Technik-Teams beeinträchtigten vorübergehend einige Bankdienstleistungen. Es habe jedoch keinen unbefugten Zugriff auf Kundeninformationen gegeben, und es seien keine Daten gelöscht worden. Derzeit laufe die Wiederherstellung des normalen Betriebs.
Insider: Teheran hat noch nicht über Abkommen entschieden
Die Führung in Teheran hat sich laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Fars noch nicht festgelegt, ob sie dem Rahmenabkommen zur Beendigung des Kriegs mit den USA zustimmt. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen, zitiert die iranische Agentur einen Insider. Die Prüfung der politischen, rechtlichen und technischen Aspekte laufe auf Experten- und Entscheidungsebene weiter. Katarische Unterhändler sind einem Insider zufolge diesen Morgen nach Teheran geflogen. Die Reise stehe im Zusammenhang mit den Bemühungen um den Abschluss eines Abkommens, sagt die mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Führende Vertreter der USA und Pakistans haben für diesen Sonntag die Unterzeichnung eines Rahmenabkommens in Aussicht gestellt, das den mehr als dreimonatigen Krieg beenden soll.
Hisbollah beschießt Israels Norden mit Sprengstoff-Drohnen
Die libanesische Hisbollah-Miliz hat nach israelischen Angaben erneut den Norden Israels mit Sprengstoff-Drohnen angegriffen. Das israelische Militär teilte mit, es habe zwei Einschläge auf israelischem Gebiet nahe der Grenze zum Libanon gegeben. Niemand sei verletzt worden. Zuvor hatten in mehreren Orten an der Nordgrenze Warnsirenen geheult. Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ berichtete, eine Drohne sei im Bereich des Grenzorts Schlomi eingeschlagen. Von der Hisbollah gab es zunächst keine Reaktion. Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich schrieb dazu in einem Post auf der Plattform X, der Angriff sei ein Test der „Dahija-Doktrin“, die Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärt habe. Dahija sind die Vororte Beiruts, die als Hochburg der proiranischen Hisbollah-Miliz gelten. Dort leben auch viele Zivilisten. Vor einer Woche hatte Israel die Vororte als Reaktion auf Hisbollah-Raketenfeuer auf den Norden des Landes angegriffen. Daraufhin reagierte der Iran mit Raketenangriffen auf Israels Norden. Smotrich forderte von Netanjahu, „noch heute“ Gebäude in Dahija zu zerstören. „Wir befinden uns in entscheidenden Tagen für die Gestaltung der Region auf viele Jahre hinaus“, schrieb der rechtsextreme Minister. „Wir haben den Bewohnern des Nordens Sicherheit versprochen – und dieses Versprechen müssen wir einhalten!“
Proteste gegen Friedensvereinbarung mit den USA
Im Iran haben am Samstag dutzende Menschen gegen eine Friedensvereinbarung mit den USA demonstriert. Sie riefen vor einem Büro des Außenministeriums in der Stadt Maschhad Parolen gegen Außenminister Abbas Araghtschi, der zuvor in einem Fernsehinterview über ein mögliches Abkommen gesprochen hatte. Auf einem Video, das die iranische Nachrichtenagentur Fars verbreitete, waren Frauen in schwarzen Umhängen zu sehen, die „Tod dem ehrlosen Araghtschi“ skandierten. Andere Videos in Online-Netzwerken, die AFP zunächst nicht unabhängig verifizieren konnte, zeigten Menschen vor dem Außenministerium in Teheran, die „Araghtschi, tritt zurück“ und „Ghalibaf, tritt zurück“ skandierten. Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf ist der iranische Verhandlungsführer in den von Pakistan vermittelten Gesprächen mit den USA. Araghtschi hatte am Freitag im iranischen Staatsfernsehen gesagt, der aktuelle Entwurf der Vereinbarung zwischen Teheran und Washington sehe die Aufhebung der von den USA verhängten Blockade iranischer Häfen vor. Die Verwaltung der Straße von Hormus werde zudem „nicht mehr so sein wie zuvor“, fügte Araghtschi hinzu. Die Zukunft der Straße von Hormus ist einer der wichtigsten Streitpunkte in den Bemühungen um eine Friedenslösung. Im Iran lehnen insbesondere die Hardliner das Abkommen zur Beendigung des Krieges ab. Sie verlangen, das Druckmittel der Straße von Hormus nicht aufzugeben, und werfen den iranischen Unterhändlern zu viele Zugeständnisse vor.
Trump kündigt Iran-Vereinbarung für Sonntag an
In den Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs ist nach Angaben von US-Präsident Donald Trump für diesen Sonntag die Unterzeichnung einer Vereinbarung geplant. Unmittelbar danach solle die Straße von Hormus wieder geöffnet werden, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Der iranische Außenamtssprecher Esmail Baghai hatte zuvor davon gesprochen, dass es in den kommenden Tagen eine Übereinkunft geben könnte. „Wir waren noch nie so nah an einer Einigung, und es ist daher sehr wahrscheinlich, dass die Absichtserklärung in den kommenden Tagen finalisiert wird“, sagte Baghai laut der iranischen Nachrichtenagentur Irna. Die USA und der Iran verhandeln seit mehreren Wochen über ein Kriegsende. In einem ersten Schritt soll eine Absichtserklärung vereinbart werden. Mit diesem Rahmenabkommen soll eine Grundlage für weitere, vertiefte Gespräche zwischen Washington und Teheran gelegt werden. Mit dem Rahmenabkommen könnte aber bereits etwa die für den Handel wichtige Straße von Hormus wieder vollständig geöffnet werden. Gleichzeitig wies Baghai Berichte über eine bevorstehende Reise iranischer Offizieller nach Genf oder Islamabad zurück. „In den nächsten ein bis zwei Tagen ist keine Reise geplant“, sagte er demnach weiter. Zuvor hieß es aus dem iranischen Außenministerium, die mögliche iranisch-amerikanische Absichtserklärung werde nicht am Sonntag unterzeichnet. Eine Unterzeichnung in den kommenden Tagen könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, erklärte das Ministerium nach Berichten staatlicher Medien. Wegen angeblichen Zögerns der Gegenseite sei bei Äußerungen zum genauen Datum Vorsicht geboten. Der Iran will außerdem für zunächst nicht näher beschriebene Dienstleistungen in der Straße von Hormus künftig Gebühren erheben. Schritte zur Gewährleistung eines sicheren Schiffsverkehrs in der Meerenge dienten der nationalen Sicherheit und dem weltweiten Gemeinwohl, teilte das Außenministerium der Nachrichtenagentur Fars zufolge mit. Zudem forderte das Ministerium ein Ende der ausländischen Militärpräsenz in der Region und bezeichnete die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder als festen Bestandteil eines geplanten Abkommens mit den USA.
US-Insider bezeichnet geplantes Abkommen als sehr gut
Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter bezeichnet das sich abzeichnende Abkommen mit dem Iran als sehr gut. Die USA werden sich an der Minenräumung in der Straße von Hormus beteiligen, sobald die Vereinbarung besiegelt ist, erklärte er.
Pakistan: Einigung zwischen USA und Iran voraussichtlich binnen 24 Stunden
Die USA und der Iran haben sich nach pakistanischen Angaben auf eine Absichtserklärung für ein Friedensabkommen geeinigt. Eine erste Vereinbarung solle innerhalb der nächsten 24 Stunden elektronisch unterzeichnet werden, erklärte Ministerpräsident Shehbaz Sharif am Samstag. In der kommenden Woche würden dann Gespräche auf technischer Ebene folgen. Pakistan vermittelt in dem Konflikt. Am Freitag hatten beide Seiten signalisiert, dass ein Ende der Kämpfe nahe sei. Einem hochrangigen US-Regierungsvertreter zufolge haben sich Washington und Teheran auf einen Text verständigt. Ob damit auch die Streitfrage Libanon gelöst wurde, blieb zunächst offen. Der Iran hat gefordert, dass Israel seine Offensive gegen die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz beendet. Israel ist allerdings an den amerikanisch-iranischen Verhandlungen nicht direkt beteiligt. Die geplante Absichtserklärung sieht Insidern zufolge vor, dass die USA ihre Seeblockade iranischer Häfen aufheben, eingefrorene iranische Gelder in Milliardenhöhe freigeben und Sanktionen gegen iranische Ölexporte aussetzen. Im Gegenzug solle der Iran die Straße von Hormus wieder öffnen. Anschließend soll in einer 60-tägigen Frist über das iranische Atomprogramm verhandelt werden, das US-Präsident Donald Trump als Grund für den Kriegsbeginn genannt hatte. Während die USA auf einen Abbau des Programms und die Zerstörung von hochangereichertem Uran pochen, will der Iran das Material in verdünnter Form behalten. Hochangereichertes Uran ist Ausgangsstoff für Atombomben.
Ali Chamenei soll am 9. Juli beigesetzt werden
Irans langjähriger oberster Führer, Ayatollah Ali Chamenei, soll dem iranischen Staatsfernsehen zufolge am 9. Juli beerdigt werden – mehr als vier Monate nach seiner Tötung am ersten Tag des Iran-Krieges. Die ursprünglich für März geplante Beisetzung werde in Chameneis Heimatstadt, der nordöstlich gelegenen heiligen Stadt Maschhad, erfolgen, berichtete das Staatsfernsehen am Samstag. Vorausgehen werden demnach dreitägige Trauerzeremonien in der Hauptstadt Teheran ab dem 4. Juli sowie eine Trauerzeremonie in der heiligen Stadt Ghom am 7. Juli.
Israel ordnet Evakuierung von 20 Orten im Südlibanon an
Die israelische Armee hat die Bewohner von 20 Städten und Dörfern im Südlibanon zur Evakuierung aufgefordert. Zugleich meldete sie mehrere Drohnenangriffe der libanesischen Hisbollah-Miliz auf Nordisrael seit Freitagabend. Armeesprecher Avichay Adraee erklärte auf X, die Bewohner sollten ihre Häuser zu ihrer eigenen Sicherheit unverzüglich verlassen und sich nördlich des Flusses Sahrani begeben. Wer sich in der Nähe von Hisbollah-Kämpfern, deren Einrichtungen und Kampfmitteln aufhalte, bringe sein Leben in Gefahr. Wie viele Menschen von der Evakuierung betroffen sind, war zunächst unklar. Nach dem Aufruf zur Evakuierung meldeten libanesische Sicherheitskreise heftige israelische Angriffe mit Kampfflugzeugen, Drohnen und Artillerie auf Ziele in den genannten Gebieten – beispielsweise auf Kfar Ruman, Nabatija sowie die Hügel oberhalb der Stadt. Einige Gebiete, wie der größte Teil von Nabatija und Kfar Ruman, seien bereits vor der neuen Warnung nahezu menschenleer gewesen. Die israelische Armee bestätigte die Angriffe zunächst nicht. Sie berichtete zuvor mehrfach von Luftalarm in Nordisrael nach mutmaßlichen Drohnenangriffen der Hisbollah. Betroffen gewesen seien unter anderem die Grenzorte Metula und Misgav Am.



