Iran meldet US-Angriffe auf Brücken – Pentagon spricht von Militärzielen
Iran: US-Angriffe auf Brücken – Pentagon: Militärziele

In der sechsten Angriffsnacht in Folge hat das US-Militär nach iranischen Angaben mehrere Brücken und einen Flughafen im Iran bombardiert. Ziel der Angriffe sei es gewesen, die militärischen Fähigkeiten des Iran weiter zu schwächen, teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) mit. Die Angriffe seien nun beendet, hieß es am frühen Morgen deutscher Zeit.

Brücken und Flughafen getroffen

Die iranische Nachrichtenagentur Fars meldete unter Berufung auf amtliche Angaben, dass unter anderem die Kahurestan- und die Gariveh-Brücke auf Verkehrsachsen in der Provinz Hormusgan getroffen worden seien. Die Straße zwischen der Hafenstadt Bandar Abbas und den Städten Chamir und Lar sei vollständig gesperrt, ebenso wie eine zweite Verbindung in der Region, hieß es. Die Kahurestan-Brücke liegt an der Route, die die Hafenstadt Bandar Abbas mit der Stadt Schiras weiter nordwestlich verbindet und gilt laut der US-Zeitung „New York Times“ als eine wichtige Route zwischen der Küste des Persischen Golfs und dem südlichen Landesinneren des Iran.

Laut dem iranischen Staatssender Irib wurde auch der Flughafen in Iranschahr in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan getroffen. Press TV berichtete, mindestens ein Geschoss sei eingeschlagen. Die dabei ausgebrochenen Brände seien inzwischen gelöscht, die Stromversorgung am Flughafen sei jedoch unterbrochen, berichtete ein Irib-Korrespondent. Tote gebe es nicht.

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Mindestens sieben Tote bei US-Angriffen

Bei den US-Attacken auf Straßen und Brücken im Raum der Hafenstadt Bandar Chamir am Persischen Golf seien mindestens sieben Menschen getötet worden, berichtete Irans regierungstreuer Sender Press TV. Mindestens neun weitere Menschen seien bei den Angriffen in der Provinz Hormusgan im Süden verletzt worden. Irans UN-Botschafter erklärte demnach, die US-Angriffe auf zivile Infrastruktur stellten Kriegsverbrechen dar. Das US-Militär erklärte dagegen, man habe Dutzende „militärische Ziele“ mit Präzisionsmunition getroffen, darunter Flugabwehrsysteme und Radaranlagen zur Küstenüberwachung.

Iranische Vergeltungsschläge gegen Golfstaaten

Der Iran holte in Reaktion darauf erneut zu Vergeltungsschlägen gegen Ziele in den mit Washington verbündeten Golfstaaten Kuwait, Bahrain sowie Katar aus. Die iranische Armee teilte laut Press TV mit, bei Vergeltungsschlägen einen Hubschrauber-Standort sowie ein Aufklärungsflugzeug des US-Militärs in Bahrain ins Visier genommen zu haben. Das Innenministerium von Bahrain hatte zuvor auf X Sirenenalarm gemeldet. In Kuwait war die Flugabwehr wegen Raketen- und Drohnenbeschuss im Einsatz, wie die dortige Armee mitteilte. Dort stünden US-Radaranlagen und Raketenabschussrampen in Brand, meldete der iranische Sender Press TV. Demnach sollen auch US-Anlagen in Jordanien Ziel gewesen sein. Die Angaben des Senders ließen sich zunächst nicht prüfen.

In Katar wurde nach Angaben des dortigen Innenministeriums ein Kind beim Einsatz der Flugabwehr von herabfallenden Trümmerteilen verletzt. Die Golfstaaten waren schon in den vergangenen Nächten unter Beschuss aus dem Iran geraten, nachdem das US-Militär erneut den Iran attackiert hatte.

Hintergrund: Straße von Hormus

Mit den Angriffen auf Brücken sollten Nachschubwege zu einem iranischen Marinestützpunkt an der Straße von Hormus unterbrochen werden, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf einen US-Beamten. Bandar Abbas beherberge einen Marinestützpunkt der mächtigen Iranischen Revolutionsgarden und sei von entscheidender Bedeutung für die Fähigkeit des Iran, in der Straße von Hormus Macht auszuüben, schrieb das „Wall Street Journal“. Der iranische Parlamentspräsident und Chefverhandler Mohammed Bagher Ghalibaf hatte in einer teilweise im Fernsehen verlesenen Stellungnahme die Position seines Landes abermals bekräftigt, dass der Iran die Kontrolle über die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Meerenge beanspruche. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth schrieb dagegen auf X, der Iran kontrolliere die Straße von Hormus nicht.

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Trump spricht von großen Erfolgen

US-Präsident Donald Trump behauptete in einer Rede an seine Nation, im Iran erziele man „große Erfolge, und Sie werden die Früchte dieser Arbeit schon sehr, sehr bald sehen.“ Mehr sagte er zu dem Konflikt nicht. Am Mittwoch hatte er dem Iran erneut Angriffe auf zivile Infrastruktur angedroht. Nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, „es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln“, sagte er dem Sender Fox News.

US-Regierungssprecherin: Iran weiter an Abkommen interessiert

Nach Darstellung von US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt ist Teheran weiter an einem Abkommen mit Washington interessiert. „Der Iran steht nach wie vor in engem Austausch mit den Vereinigten Staaten von Amerika“, sagte Leavitt am Donnerstag vor der Hauptstadtpresse in Washington. Dass das US-Militär ungeachtet dessen seit Tagen Ziele im Iran angreift, begründete Leavitt mit dem Verhalten der iranischen Führung. Trump werde nicht tatenlos zusehen, wie der Iran Schiffe in der Straße von Hormus angreife, erklärte die Sprecherin.

Die Angriffe erfolgen zu einem Zeitpunkt, da die USA wieder eine Seeblockade gegen iranische Häfen durchsetzen. Das US-Militärkommando Centcom veröffentlichte Fotos, die zeigen, wie US-Marinesoldaten ein Handelsschiff entern und durchsuchen. Seit der Wiederaufnahme der Blockade Anfang dieser Woche hätten die USA drei Schiffe umgeleitet und ein weiteres außer Gefecht gesetzt, das den Anweisungen keine Folge geleistet habe, hieß es.