Italienische Marine entert russischen Schattentanker im Mittelmeer
Italien entert Putin-Tanker im Mittelmeer

Zugriff auf die Schattenflotte: Italienische Marine entert russischen Tanker

Rom – Italienische Marinesoldaten haben im Mittelmeer einen Tanker der russischen Schattenflotte geentert. Bewaffnete Spezialkräfte näherten sich mit Schnellbooten dem Schiff, kletterten über Leitern an Bord und sicherten das Deck. Ein Hubschrauber kreiste über dem Einsatz. Ziel war die MV SOUTH STAR (IMO 9263186), ein von der EU sanktionierter Öltanker unter der Flagge Äquatorialguineas, der als Teil von Putins Schattenflotte gilt.

EU-Mission IRINI: Überprüfung der Flaggenführung

Der Einsatz gehörte zur EU-Mission EUNAVFOR MED IRINI. Die Soldaten prüften, ob der Tanker seine Flagge zu Recht führt. Die MV SOUTH STAR wechselte in den vergangenen Jahren mehrfach die Flagge – von den Marshallinseln über Guinea-Bissau und Kamerun bis zuletzt Äquatorialguinea.

EU-Außenbeauftragte Kallas: „Jede illegale Fahrt trägt zur Kriegsmaschinerie bei“

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas machte die Botschaft deutlich: „Jede illegale Fahrt trägt zur Aufrechterhaltung der russischen Kriegsmaschinerie bei“, schrieb sie auf X. Deshalb kombiniere die EU ihre Sanktionen jetzt mit „Maßnahmen auf See“. Zudem kündigte sie an, dass künftig neben der Mittelmeermission IRINI auch die Marineoperation ATALANTA verdächtige Schiffe der russischen Schattenflotte kontrollieren soll.

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Vorwürfe: Verdeckte Fahrten und Öl-Umladungen

Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes soll die MV SOUTH STAR wiederholt russisches Rohöl und Erdölprodukte aus den Schwarzmeerhäfen Noworossijsk und Tuapse exportiert haben. Die Ukrainer werfen dem Schiff vor, sein Ortungssystem abgeschaltet, verdeckte Fahrten unternommen und Öl auf hoher See auf andere Schiffe umgeladen zu haben – um die Herkunft der Ladung zu verschleiern.

Freigabe nach Kontrolle – aktueller Standort

Nach der EU-Kontrolle am 20. Juli wurde der Tanker wieder freigegeben. Aktuelle Schiffsdaten zeigen, dass sich die MV SOUTH STAR inzwischen vor der Küste Tunesiens nahe dem Hafen von Tunis befindet.

Spannungen auf Europas Seewegen

Der Zugriff kommt in einer Zeit wachsender Spannungen auf Europas Seewegen. Erst Anfang der Woche hielt ein russisches Kriegsschiff im Ärmelkanal eine Übung mit scharfer Munition ab. Bereits zuvor berichteten britische Medien, dass russische Kriegsschiffe mutmaßliche Tanker der Schattenflotte durch den Ärmelkanal eskortieren. Die Botschaft der EU ist klar: Putins Schattenflotte soll künftig nicht mehr nur mit Sanktionen, sondern auch direkt auf See unter Druck gesetzt werden.

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