Ivanka Trump und Sazan: Luxusresort auf albanischer Insel geplant
Ivanka Trump plant Luxusresort auf albanischer Insel Sazan

Ivanka Trump und ihr Ehemann Jared Kushner planen, die albanische Insel Sazan in ein privates Luxusresort zu verwandeln. Das Vorhaben stößt auf heftige Kritik: Umweltschützer und Anwohner befürchten Korruption und Schäden an der Natur. In einem Podcast schwärmte Trump von der Insel, doch die Reaktionen sind gemischt.

Die Entdeckung der Insel

In einem Podcast von David Senra erzählte Ivanka Trump, wie sie Sazan entdeckte. „Es ist eine unglaublich schöne 1400 Hektar große Privatinsel mitten im Mittelmeer. Wir waren auf dem Boot eines Freundes und haben angehalten, um zu schwimmen, so haben wir die Insel entdeckt. Wir sind hingeschwommen, sind dort gewandert, barfuß bis ganz nach oben, und waren total eingenommen“, sagte sie. Über mehrere Jahre habe man an der Entwicklung des Potenzials gearbeitet, mit viel Zurückhaltung und Sorgfalt.

Die Kommentare unter dem Podcast auf YouTube fallen weniger begeistert aus. Ein Nutzer schrieb: „Die Insel Sazan ist keine abgelegene Insel mitten im Mittelmeer, Frau Trump. Und Sie sind auch keine moderne Piratin, die zufällig von der Jacht eines Freundes aus darauf gestoßen ist und sie ‚entdeckt‘ hat. Sazan liegt direkt vor der Küste von Vlora und ist seit Generationen Teil der Geschichte, Geografie und Identität Albaniens. Vor allem aber ist sie kein Privatbesitz – sie gehört dem albanischen Volk.“ Ein anderer kommentierte kurz und bündig: „Süße Korruption.“

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Proteste in Tirana

Nicht nur online regt sich Widerstand. In der albanischen Hauptstadt Tirana versammelten sich am Dienstag Tausende Menschen, um gegen das milliardenschwere Bauprojekt zu demonstrieren. Auf Plakaten forderten sie: „Ivanka, geh nach Hause“ oder „Albanien ist nicht zu verkaufen“. Die Demonstranten sorgen sich vor Umweltschäden und Korruption.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Jared Kushner dem „Guardian“ gesagt, er plane, auf Sazan „das ideale Resort zu schaffen, in dem ich gern mit meiner Familie und meinen Freunden Urlaub machen würde“. Eine Privatinsel für die Trump-Kushners und ihre superreichen Freunde. Die albanischen Behörden hatten das Immobilienprojekt beschleunigt, indem sie Kushner den Status eines „strategischen Investors“ verliehen. Die Menschen in Albanien nennen Sazan bereits „Insel der Trumps“.

Keine Steuern während der Bauphase

Bevor die Trumps kamen, war Sazan vor allem für unberührte Natur und als einstige Militärbasis bekannt. Die Insel ist keine 1400 Hektar groß, wie Trump behauptet, sondern etwa 600 Hektar. Sie liegt einige Kilometer vor der Küstenstadt Vlora, zwischen Adriatischem und Ionischem Meer, und ist mit Pinien, Steineichen, Rosmarin und Lavendelkraut bewachsen. Aus der Zeit als Militärstützpunkt finden sich auf Sazan noch ehemalige Bunker und Lagertunnel, die von Schlangen, Fledermäusen und wilden Kaninchen bewohnt werden. Kushner plant, einige dieser Bauten in sein Projekt zu integrieren. Die Insel ist jedoch voller Landminen und Blindgänger, die noch entschärft werden müssen.

Anwohner und Umweltschützer sorgen sich um die Flora und Fauna. Olsi Nika, Umweltbiologe und Leiter der Nichtregierungsorganisation EcoAlbania, äußerte Bedenken: „Dieses Gebiet liegt im Meeresnationalpark Karaburun-Sazan. Das bedeutet, dass die Strände und Gewässer im Umkreis von zwei Kilometern um die Küste geschützt sind. Welche Auswirkungen werden große öffentliche Bauvorhaben, der Bau von Anlegestellen, der Yachtverkehr und Abwasserabflüsse auf diesen Ort haben?“ Kushners Firma beteuert, eine Beratungsfirma für nachhaltige Entwicklung angeheuert zu haben, die sich um den Umweltaspekt kümmert.

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Unterstützung der Regierung

Albaniens für die Vergabe der Genehmigung zuständige Ministerin für Tourismus und Umwelt, Mirela Kumbaro, hat keine Bedenken. Sie unterstützt das Projekt. Für Trump und Kushner ist das hilfreich, denn als „strategische Investoren“ werden sie während der Bauphase von Steuern befreit, und der Staat stellt die gesamte Infrastruktur, einschließlich Wasser, Strom und Abwasser. Für Albanien sei das Vorhaben wichtig, so die Ministerin. Man könne mit den Nachbarländern Kroatien, Griechenland oder Italien nicht beim Massentourismus mithalten, da die Infrastruktur fehle. Daher setze man auf Luxustourismus. 2024 reisten albanischen Medien zufolge fast zwölf Millionen ausländische Besucher in das Land, ein Anstieg von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Viele Touristen, besonders aus Osteuropa, kommen zum Feiern. Kumbaro findet, dass die Touristen eine zu große Belastung für die Umwelt seien. „Sazan ist der richtige Weg. Das ideale Rezept: Natur und Luxustourismus.“

Auch Premierminister Edi Rama sagte, sein Land könne es sich nicht leisten, ein Geschenk wie Sazan nicht auszunutzen, und versprach, dass der albanische Staat an dem Projekt beteiligt sein werde. Kushner findet lobende Worte für Rama: Dieser sei „ein großartiger Partner“, sehr zukunftsorientiert und baue extra einen Flughafen nahe Vlora. Kushner war von 2017 bis 2021 offiziell als Berater von US-Präsident Donald Trump tätig. Auch heute noch zieht er in dessen Auftrag als Chefunterhändler durch die Welt. Er beteuerte jedoch, seine Position nie ausgenutzt zu haben, um Immobilienpläne voranzutreiben. „Ich habe Premierminister Rama nie getroffen, als ich in der Regierung war“, sagte Kushner. „Aber selbst wenn ich das getan hätte, wäre das kein Interessenkonflikt. Menschen, die in der Regierung tätig sind, bauen andere Beziehungen auf.“

Ermittlungen eingeleitet

Die albanische Regierung wird wohl nicht von dem Projekt ablassen, Trump und Kushner auch nicht. Doch der Protest von Umweltaktivisten, Opposition und Albanern wird vermutlich ebenso wenig verstummen. Die Sonderstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung von Korruption und Organisierter Kriminalität in Albanien hat vor wenigen Tagen mitgeteilt, sie habe Ermittlungen zu dem Bauprojekt eingeleitet.