Japan: Aufrüstung wegen China, Nordkorea und Russland unerlässlich
Japan: Aufrüstung wegen China, Nordkorea, Russland unerlässlich

Angesichts der zunehmenden militärischen Aktivitäten Chinas, Nordkoreas und Russlands hält die japanische Regierung einen weiteren Ausbau ihrer Streitkräfte für unverzichtbar. Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi erklärte im jährlichen Verteidigungsweißbuch, es sei „unerlässlich“, Japans Verteidigungsfähigkeiten mit einem stärkeren „Gefühl der Dringlichkeit und Krise als je zuvor“ auszubauen und umzustrukturieren.

Chinas Aktivitäten bis zur zweiten Inselkette

In dem Regierungsbericht wird China vorgeworfen, seine militärischen Fähigkeiten zu verstärken und seine Aktivitäten rund um Japan über die sogenannte erste Inselkette hinaus bis zur zweiten Inselkette auszuweiten. Als Beispiele nennt das Weißbuch Einsätze chinesischer Flugzeugträger sowie zwei Fälle im Juni und Juli 2025, bei denen sich chinesische und japanische Flugzeuge ungewöhnlich stark angenähert hätten.

Die japanischen Luftstreitkräfte reagierten in den zwölf Monaten bis Ende März mit 595 Aufstiegen von Kampfjets, davon 366 wegen chinesischer und 214 wegen russischer Flugzeuge. Im Vorjahr waren es insgesamt 704 Einsätze gewesen, was einen Rückgang bedeutet, aber dennoch das hohe Aktivitätsniveau der Nachbarländer widerspiegelt.

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Bereits ergriffene Maßnahmen und Warnungen

Japan hat bereits seine Verteidigungsausgaben erhöht, Raketen auf abgelegenen Inseln stationiert und Fähigkeiten für Gegenangriffe aufgebaut. Im April lockerte Tokio zudem seine selbst auferlegten Beschränkungen für Waffenexporte erheblich, um die Rüstungskooperation mit Verbündeten zu stärken. Das Weißbuch warnt jedoch vor Schwächen der heimischen Rüstungsindustrie, die Beschaffung und Innovation gefährden könnten.

Koizumi verwies auf die „unerschütterliche“ Allianz mit den USA sowie auf die engere Sicherheitszusammenarbeit mit den Philippinen, Australien und Südkorea. Diese Partnerschaften seien entscheidend, um die regionale Sicherheitslage zu stabilisieren.

Spannungen mit China und regionale Reaktionen

China wirft Japan dagegen eine Rückkehr zum „Militarismus“ vor. Die Beziehungen hatten sich weiter verschlechtert, nachdem Japans Regierungschefin Sanae Takaichi im vergangenen Jahr einen japanischen Militäreinsatz im Fall eines chinesischen Angriffs auf Taiwan nicht ausgeschlossen hatte. Diese Äußerung hatte in Peking für Empörung gesorgt und die ohnehin angespannten bilateralen Beziehungen zusätzlich belastet.

Das Verteidigungsweißbuch unterstreicht die wachsende Bedeutung einer robusten Verteidigungsfähigkeit Japans angesichts der komplexen Sicherheitslage in der Region. Die Regierung kündigte an, ihre Anstrengungen zur Stärkung der Verteidigung fortzusetzen und gleichzeitig die diplomatischen Kanäle offen zu halten.

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