Zwölf US-Bundesstaaten haben Klage eingereicht, um die Übernahme des Hollywood-Studios Warner durch den Konkurrenten Paramount zu stoppen. Der Deal im Wert von 111 Milliarden US-Dollar war im Juni von der US-Regierung ohne Auflagen genehmigt worden. Die Kläger argumentieren, der Zusammenschluss verstoße gegen Wettbewerbsregeln und werde zu höheren Preisen sowie einem geringeren Angebot an Filmen und TV-Sendungen führen.
Wettbewerbsbedenken der Generalstaatsanwälte
Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta kritisierte, der Wegfall der Konkurrenz zwischen Warner und Paramount werde vor allem die Filmtheater schwer treffen. „Dieser Deal wird zu weniger Auswahl und höheren Preisen für die Verbraucher führen“, sagte Bonta. Die Klage der Bundesstaaten zielt darauf ab, die Übernahme gerichtlich zu untersagen.
Paramount wies die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen erklärte, die Klage verkenne die Wettbewerbsrealität der Unterhaltungsbranche und basiere auf einer fehlerhaften Anwendung des Kartellrechts. Man werde den Deal entschieden verteidigen. Die Börse reagierte gelassen: Die Warner-Aktie legte nach Bekanntwerden der Klage um gut zwei Prozent zu.
Kritik am Justizministerium
Die US-Regierung hatte die Übernahme ohne Auflagen genehmigt, obwohl das Justizministerium intern gespalten war. Laut dem „Wall Street Journal“ wurde der Deal von der Führung des Ministeriums durchgewinkt, bevor die zuständigen Juristen eine Empfehlung abgeben konnten. Hinter Paramount steht die Familie des Softwaremilliardärs Larry Ellison, ein bekannter Unterstützer von Präsident Donald Trump.
Trump-Kritiker befürchten, dass der Nachrichtensender CNN unter dem Dach von Paramount seine redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Trump hatte mehrfach betont, dass ihm ein Besitzerwechsel von CNN wichtig sei. Bereits nach der Übernahme von Paramount durch die Ellison-Familie sei die Berichterstattung des Senders CBS freundlicher gegenüber der Trump-Regierung geworden, berichten Medien. Bei der Reportage-Sendung „60 Minutes“ wurden Korrespondenten entlassen, die politischen Druck beklagten.
Hintergrund des Deals
Ursprünglich hatte Netflix sich im vergangenen Jahr mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts verständigt. Paramount legte jedoch ein höheres Gebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery vor, inklusive der Fernsehsender wie CNN. Der Deal umfasst nun 111 Milliarden Dollar. Paramount wird von David Ellison, dem Sohn von Larry Ellison, geführt. Mit der Übernahme will Paramount an Gewicht in Hollywood gewinnen. Zu Warner gehören das DC-Superhelden-Universum, Filmreihen wie „Harry Potter“ und das Streaminggeschäft von HBO.
Neben der Klage in den USA laufen noch Wettbewerbsprüfungen außerhalb der USA, unter anderem in Europa. Experten warnen vor einer zunehmenden Konzentration von Medien in den Händen von Milliardären, die mit Präsident Trump verbündet sind, und sehen darin eine Gefahr für die Demokratie.



