EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist zu ihrem elften Besuch in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw eingetroffen und hat eine engere Zusammenarbeit der europäischen und ukrainischen Rüstungsindustrie angekündigt. Bei ihrem Aufenthalt werde sie Initiativen vorstellen, um die Produktion von Waffen und Militärtechnologie zu beschleunigen, erklärte von der Leyen auf der Plattform X. „Die Ukraine hat eine starke militärische Dynamik aufgebaut. Das Blatt wendet sich“, schrieb sie in einem begleitenden Video. Ziel sei es, „mehr und schneller zu produzieren“.
Massiver Drohnenangriff auf Moskau abgewehrt
Nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin hat Russland binnen 24 Stunden einen Angriff mit 340 ukrainischen Drohnen auf die Hauptstadtregion abgewehrt. Die meisten Drohnen seien von der Flugabwehr weit vor der Stadt neutralisiert worden, teilte Sobjanin auf Telegram mit. Mehr als 50 Drohnen seien auf dem Weg nach Moskau zerstört worden. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben nicht, hieß es aus Reuters-Kreisen.
Litauens Präsident warnt vor russischen Angriffen auf Infrastruktur
Der litauische Präsident Gitanas Nauseda hat vor geplanten russischen Angriffen auf kritische Infrastruktur gewarnt. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur BNS erklärte er, die Geheimdienste seines Landes hätten entsprechende Signale erhalten. „Wir haben solche Signale, die wir von unseren Diensten erhalten“, sagte Nauseda. „Sie nennen weder einen klaren Ort noch eine Zeit, weil der Gegner seine Planung noch nicht abgeschlossen hat.“ Die Sicherheitsmaßnahmen an Energie- und Verkehrsanlagen seien bereits verschärft worden. Litauen, das an die russische Exklave Kaliningrad und den russischen Verbündeten Belarus grenzt, habe seine Verteidigungsausgaben seit der Invasion 2022 verdreifacht.
Bolivien untersucht Rekrutierung von Staatsbürgern für russische Armee
Die bolivianischen Behörden prüfen Berichte, wonach Staatsbürger unter falschen Versprechungen nach Russland gelockt worden seien, um im Ukraine-Krieg zu kämpfen. Generalstaatsanwalt Roger Mariaca kündigte Untersuchungen an, nachdem Aufnahmen von Bolivianern in russischen Uniformen in Online-Diensten aufgetaucht waren. Ein 29-jähriger Bolivianer berichtete dem Sender Red Uno, ihm seien umgerechnet knapp 14.000 Euro angeboten worden. Er sei am Dienstag bei Kämpfen getötet worden. Auch Peru und Kolumbien kündigten Untersuchungen an. Die russische Botschaft in Lima erklärte, Peruaner hätten freiwillig Verträge zum Dienst in der russischen Armee unterschrieben.
US-Senatoren stellen Gesetz für neue Russland-Sanktionen vor
Mehrere US-Senatoren beider Parteien haben einen überarbeiteten Gesetzentwurf für neue Sanktionen gegen Russland vorgestellt. Der demokratische Senator Richard Blumenthal erklärte, die Initiative sehe Zölle von bis zu 100 Prozent auf Länder wie China und Indien vor, die russisches Öl und Gas kaufen. Ausnahmen solle es für Staaten geben, die weniger als 15 Prozent ihres Erdgases aus Russland importieren und bedeutende Schritte zur Reduzierung unternehmen. „Unsere europäischen Verbündeten sind hier also nicht betroffen“, betonte Blumenthal. Der Entwurf umfasse umfassende Sanktionen gegen die Energiebranche, den Finanzsektor, die Rüstungsindustrie sowie gegen Oligarchen und Präsident Wladimir Putin. Eine frühere Version hatte Zölle von mindestens 500 Prozent auf Importe aus Ländern vorgesehen, die weiterhin russisches Öl, Gas oder Uran kaufen.
Ukraine darf EU-Kredit für chinesische Drohnenteile nutzen
Die Ukraine darf einem Bericht der „Financial Times“ zufolge Mittel aus einem EU-Verteidigungskredit für den Kauf von Drohnenbauteilen aus China verwenden. Die Regierung in Kyjiw habe eine Ausnahmeregelung für einen Teil einer Tranche von sechs Milliarden Euro erhalten. Normalerweise ist die EU-Unterstützung an die Bedingung geknüpft, das Geld nur für Verteidigungsgüter aus der EU, der Ukraine oder verbündeten Staaten wie Kanada zu investieren. Da jedoch Kapazitätsgrenzen erreicht seien, habe Kyjiw eine Sondergenehmigung beantragt und erhalten, um kritische Teile aus China zu bestellen. Die EU-Kommission und das ukrainische Verteidigungsministerium reagierten nicht auf Anfragen. Die Ausnahmeregelung zeigt Chinas Rolle als wichtiger Lieferant für beide Seiten des Konflikts. Rund 80 Prozent der russischen Verluste gehen auf Drohnenattacken zurück.
Tote und Verletzte bei russischem Angriff auf Odessa
Bei russischen Angriffen auf die Hafenstadt Odessa sind nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet und drei weitere verletzt worden. Der Leiter der Militärverwaltung, Serhij Lyssak, teilte mit, die Verletzten seien mit mittelschweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Mehrere Wohnhäuser wurden beschädigt. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte einen kombinierten Schlag mit „luftbasierten Hochpräzisionswaffen und Kampfdrohnen“ gegen Treibstoffreservoirs und eine Drohnenfabrik in den Häfen Odessa und Tschornomorsk.
Bereits am Vortag hatte Russland zwei zivile Frachter vor Odessa attackiert, wobei der Kapitän eines Schiffes ums Leben kam. Die Schiffe fuhren unter den Flaggen Tansanias und Liberias. Moskau erklärte, die Schiffe hätten militärische Güter transportiert. In den vergangenen Tagen hatte die Ukraine vermehrt Drohnenangriffe auf Tanker und Frachter im Asowschen Meer durchgeführt, wobei nach ukrainischen Angaben mehr als 100 Schiffe angegriffen wurden.
Zivile Opferzahlen in der Ukraine steigen weiter
Die zivilen Opferzahlen in der Ukraine steigen den fünften Monat in Folge. Im Juni wurden laut einem UN-Bericht 293 Zivilisten getötet und 1990 verletzt. Seit Kriegsbeginn sind insgesamt mehr als 16.400 Zivilisten getötet und über 48.600 verletzt worden. Der Großteil der Opfer wurde in von der Regierung kontrollierten Gebieten erfasst, während die russisch besetzten Gebiete unzureichend dokumentiert sind.
Ukraine versenkt russisches Grenzschutzboot im Schwarzen Meer
Die ukrainische Marine hat nach eigenen Angaben mit einer Seedrohne des Typs Sargan-3000 ein russisches Grenzschutzboot vor Noworossijsk versenkt. An Bord des 62,5 Meter langen Schiffs „Isumrud“ habe es Tote und Verletzte gegeben. Russland bestätigte den Vorfall nicht. Die Ukraine wollte damit ihr Recht auf freie Passage durch die Straße von Kertsch demonstrieren.
Deutschland beteiligt sich nicht an Manövern der „Koalition der Willigen“
Deutschland wird sich nach Angaben aus Regierungskreisen nicht an den ersten Militärmanövern der „Koalition der Willigen“ in Polen beteiligen. Es handele sich um eine „Stabsrahmenübung im kleinen Umfang“ ohne deutsche Beteiligung. Die Koalition von rund 35 Ukraine-Verbündeten hatte sich bei einem Treffen in Paris auf die Übungen verständigt, um sich auf Sicherheitsgarantien für die Ukraine vorzubereiten. Teilnehmer sind unter anderem Polen, Frankreich und Großbritannien.
Chef von Ukroboronprom tritt zurück
Der Chef des staatlichen ukrainischen Rüstungskonzerns Ukroboronprom, Herman Smetanin, ist zurückgetreten. Dies geschah eine Woche nach einem russischen Angriff auf ein Lager des Unternehmens in der Region Kiew, der mehrere Todesopfer forderte. Zum kommissarischen Nachfolger wurde der ehemalige stellvertretende Verteidigungsminister Serhij Bojew ernannt. Präsident Selenskyj hatte nach dem Angriff vom 6. Juli Konsequenzen angekündigt. Der Konzern vereint rund 100 Waffenhersteller und hat eine jährliche Produktionskapazität von rund 50 Milliarden Dollar.
Polnische Luftwaffe fängt russisches Aufklärungsflugzeug ab
Polnische Kampfflugzeuge haben über der Ostsee ein russisches Aufklärungsflugzeug vom Typ Iljuschin Il-20M abgefangen, das sich etwa 30 Kilometer vor der Küste des Badeorts Ustka näherte. Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz sprach vom „ersten russischen Versuch seit Langem, unsere Luftverteidigung zu testen“. Die russische Maschine drehte nach der Aufforderung der polnischen Jets ab.



