Wenige Tage vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft gehen die mexikanischen Behörden trotz anhaltender Proteste und Sicherheitsbedenken davon aus, dass die Besucher eine „wunderbare Zeit“ im Co-Gastgeberland erleben werden. Mexikos Außenminister Roberto Velasco erklärte nach einem Treffen mit Bundesaußenminister Johann Wadephul in Mexiko-Stadt: „Wir sind bereit, die Weltmeisterschaft unter Einhaltung aller erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen auszurichten.“
Proteste und Demonstrationen während der WM
In der mexikanischen Hauptstadt kommt es derzeit zu Protesten und Straßenblockaden, die von einer streikenden Lehrergewerkschaft organisiert werden. Auch andere soziale Gruppen haben angekündigt, während der WM Demonstrationen abzuhalten. Velasco rechtfertigte die Proteste mit den Worten: „Wir sind eine Demokratie, wir sind ein Land der Freiheiten.“
Diplomatischer Austausch von Trikots
Vor riesigen, künstlerisch gestalteten Fußbällen tauschten Wadephul und Velasco nach ihrem bilateralen Treffen Trikots ihrer jeweiligen Nationalmannschaften aus. Velasco betonte: „Mexiko und Deutschland sind nicht nur auf diplomatischer Ebene, sondern auch in den Stadien aufeinandergetroffen.“ Er erinnerte an die Ergebnisse früherer Begegnungen: „Bei der WM 1986 in Mexiko schieden wir im Viertelfinale aus (4:1 im Elfmeterschießen), doch bei der WM 2018 in Russland haben wir uns mit einem Sieg gegen Deutschland (1:0) revanchiert.“
13 Spiele in Mexiko
Mexiko ist mit drei Spielorten und 13 Spielen Mitgastgeber der Weltmeisterschaft, die gemeinsam mit den USA und Kanada ausgerichtet wird. Die Spiele finden in Mexiko-Stadt, Guadalajara und Monterrey statt. Präsidentin Claudia Sheinbaum hat ein sicheres Turnier zugesichert. Mehr als 100.000 Soldaten, Polizisten und private Sicherheitskräfte sowie Drohnen, Militärflugzeuge und Sprengstoffspürhunde sollen für einen reibungslosen Ablauf des Wettbewerbs sorgen.
Gewaltwelle nach Festnahme von Drogenboss
Im Februar hatte die Festnahme und der Tod des mexikanischen Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes, alias „El Mencho“, eine Welle der Gewalt ausgelöst. Dabei starben mindestens 74 Menschen. Oseguera war der Anführer des mächtigen Drogenkartells Cártel Jalisco Nueva Generación (CJNG).
Die mexikanische Regierung zeigt sich dennoch zuversichtlich, dass die WM sicher und friedlich verlaufen wird. Die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen sollen sowohl die einheimische Bevölkerung als auch die internationalen Gäste schützen.



