Der Militärforscher Olivier Schmitt betont, dass die Nato als eine Art Lernagentur fungiert, die militärisches Wissen unter den Mitgliedstaaten verbreitet. Im Gespräch mit dem Tagesspiegel erläutert er, wie Armeen voneinander lernen und welche Strategien gegen Russland erfolgversprechend sind.
Lernen durch Vielfalt
Laut Schmitt unterscheiden sich militärische Organisationen nicht grundlegend von anderen Bildungseinrichtungen. Die Nato vereine unterschiedliche militärische Ansätze und verteile dieses Wissen über alle Mitglieder. Dies sei ein entscheidender Vorteil im Umgang mit neuen Bedrohungen.
Abnutzungskrieg als Schlüssel
Der Experte ist überzeugt, dass die ukrainische Armee gezeigt habe, wie man sich gegen Russland effektiv verteidigen könne. Die Strategie bestehe darin, die russischen Truppen in einen langwierigen Abnutzungskrieg zu verwickeln. Dies zermürbe den Gegner und verhindere schnelle Erfolge.
Schmitt fordert daher, dass die Nato-Staaten ihre Unterstützung für die Ukraine fortsetzen und gleichzeitig eigene Verteidigungskapazitäten ausbauen. Nur so könne man langfristig die Sicherheit Europas gewährleisten.



