Der französische Modelagent Daniel Siad, der enge Verbindungen zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hatte, ist am Montagabend in der Nähe von Paris tot aufgefunden worden. Die Staatsanwaltschaft von Nanterre teilte mit, dass eine Untersuchung zur Ermittlung der Todesursache eingeleitet wurde, nachdem Siads Leiche in seinem Haus in Colombes entdeckt worden sei. Zudem wurde eine Autopsie angeordnet.
Ermittlungen wegen Menschenhandels
Gegen den 69-jährigen Siad, der unter anderem wegen Vergewaltigung angezeigt worden war, lief in Paris ein Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels. Sein Name taucht mehr als 1000 Mal in den Epstein-Akten auf. Zahlreiche Dokumente darin stellen den Mann, der sich als Headhunter für Models beschreibt, als einen bezahlten Mädchenjäger im Auftrag Epsteins dar. Siad hatte im Rahmen der Ermittlungen noch nicht ausgesagt, die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, er wolle angehört werden und seine Version der Ereignisse schildern.
Ähnlicher Fall: Jean-Luc Brunel
Bereits 2020 hatten die französischen Behörden den Modelagenten Jean-Luc Brunel festgenommen, dem der Missbrauch Minderjähriger zur Last gelegt wurde. Brunel war ein Geschäftspartner von Epstein und stand im Verdacht, Transport und Unterkunft von Mädchen und jungen Frauen für Epstein organisiert zu haben. Brunel wurde 2022 tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden.
Hintergrund: Epstein-Netzwerk
Der bis in höchste Kreise von Politik und Wirtschaft vernetzte US-Investor Jeffrey Epstein soll mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente weitergereicht haben. Er war 2008 wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt worden. 2019 wurde er wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen erneut festgenommen und wenig später tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben beging er Suizid.



