Mossad-Plan für Regimewechsel in Iran gescheitert – Ex-Präsident Ahmadinejad sollte helfen
Mossad-Plan für Regimewechsel in Iran gescheitert

Der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad hat seit 2024 an einem ambitionierten Plan für einen Regimewechsel in Iran gearbeitet. Wie Recherchen der israelischen Tageszeitung „Haaretz“ und der „New York Times“ zeigen, sollte der ehemalige iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad nach der Beseitigung der aktuellen Machthaber an deren Stelle treten. Der Plan trug den Codenamen „Gestiefelter Kater“ und scheiterte letztlich grandios.

Der filmreife Plan des Mossad

Der Plan des Mossad war ebenso kühn wie kompliziert. Der Geheimdienst eines westlich orientierten Staates – Israel – wollte die Machthaber eines Paria-Staates – Iran – beseitigen. Dazu sollte ein ehemaliger Präsident dieses unliebsamen Staates installiert werden, unterstützt von einer kampferprobten Miliz einer oppositionellen Minderheit, die auf die Hauptstadt vorrücken sollte. Der Kontakt zu Ahmadinejad, der zuvor mit Vernichtungsfantasien gegenüber Israel aufgefallen war, wurde über einen Trick hergestellt: Der Mossad bewegte einen befreundeten dritten Staat dazu, einen Universitätsdirektor zu rekrutieren, der eine Klimakonferenz in Budapest organisierte. Diese diente als Vorwand, um Ahmadinejad einzuladen und ein persönliches Treffen mit dem Mossad-Chef zu ermöglichen. Die Konferenz fand an der Ludovica-Universität in Budapest statt.

Zweifel und Skepsis bei Verbündeten

Viele hochrangige Verantwortliche in Israel und den USA zeigten sich skeptisch, ob der Regimewechsel gelingen könnte. US-Vize JD Vance, Außenminister Marco Rubio („Bullshit“) und CIA-Direktor John Ratcliffe („Farce“) äußerten deutliche Kritik. Auf israelischer Seite warnten der Nationale Sicherheitsberater, der Generalstabschef und der Militärgeheimdienst. Doch Premier Benjamin Netanyahu soll fest an den Plan geglaubt haben und schaffte es offenbar zunächst, US-Präsident Donald Trump dafür zu gewinnen. Der Plan scheiterte jedoch. Der Konflikt zwischen den USA und Israel sowie Iran steckt in einer Sackgasse. Trump hat keine Exitstrategie für einen Krieg, den er planlos begonnen hat. Die gegenseitigen Angriffe werden derzeit wieder heftiger, die Golfstaaten sind in Aufruhr, und die Straße von Hormus, einer der wichtigsten Seewege der Welt, ist so unsicher wie wohl niemals zuvor.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Schwäche des Bundeskanzlers

Bundeskanzler Friedrich Merz hat derzeit wenig Grund zur Freude. Laut einer Umfrage für den ARD-Deutschlandtrend sind nur noch 13 Prozent der Befragten mit seiner Arbeit zufrieden. Der ARD-Bericht konstatiert: „In fast 30 Jahren Geschichte des Deutschlandtrend wurde kein amtierender Kanzler schwächer bewertet.“ Zudem liegt die AfD laut der Erhebung fünf Prozentpunkte vor der Union – trotz aller Härte in der Migrationspolitik. Das Reformpaket der Regierung soll wieder Handlungsfähigkeit demonstrieren, doch dessen Zustandekommen war offenbar nicht allein der Führungsstärke von Merz zu verdanken. Laut einem Porträt von Konstantin von Hammerstein haben sich „die Machtachsen schleichend verschoben, von Kanzler und Kanzleramt Richtung Fraktion“, insbesondere zu Jens Spahn, Fraktionschef der Union, und CSU-Innenminister Alexander Dobrindt.

Sommerpressekonferenz als Bühne

Heute findet die traditionelle Sommerpressekonferenz statt, bei der sich der Kanzler 90 Minuten lang den Fragen der Bundespressekonferenz stellt. Laut Christian Teevs, der für den SPIEGEL die Union beobachtet, dürfte Merz in seinem Eingangsstatement seine Rolle in der internationalen Politik betonen und seine Stärke als „Außenkanzler“ hervorheben. Gerade kommt er von einem Treffen der „Koalition der Willigen“ aus Paris zurück. Die Etikette ist streng: „Volontäre/Praktikanten/Hospitanten können nicht teilnehmen“, hieß es vorab.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Zehn Jahre Putschversuch in der Türkei

Der Putschversuch in der Türkei jährt sich heute zum zehnten Mal. In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2016 starben 250 Menschen, rund 2000 wurden verletzt, als Teile des Militärs versuchten, Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan und die gewählte Regierung gewaltsam zu stürzen. Menschen stellten sich vor Panzer, die durch Istanbul rollten, und wurden von Militärs beschossen. Die Putschisten scheiterten. Die türkische Regierung machte den damals in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen und sein Netzwerk verantwortlich. Aus Sicht der Anhänger Erdoğans wurde die Demokratie gerettet, für seine Gegner bekam sie weitere tiefe Wunden. Heute ist die Türkei ein Land, in dem wieder verstärkt gegen die Opposition vorgegangen wird und der aussichtsreichste Kandidat der Opposition im Gefängnis sitzt.

WM-Halbfinale und Promi-News

Im ersten Halbfinale der Fußball-WM degradierte Spanien die zuvor überragenden Franzosen zu Nebendarstellern. Lamine Yamal ließ Worten Taten folgen. Kylian Mbappé muss erstmals ins Spiel um Platz drei. Ein Elfmeter sorgte für Gesprächsstoff. Der Verlierer des Tages ist Brad Pitt: Nachdem bereits Tochter Shiloh 2024 ihren Doppelnamen von „Jolie-Pitt“ auf „Jolie“ reduziert hatte, ziehen nun ihre Geschwister Maddox und Zahara nach. Sie wollen nicht mehr den Nachnamen ihres Vaters tragen. Ihr Wunsch wurde im „Los Angeles Daily Journal“ veröffentlicht. Eine Quelle aus Pitts Umfeld sprach von einer „Entfremdungskampagne der Kinder von ihrem Elternteil“.

Weitere Nachrichten aus der Nacht

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erlitt eine weitere Schlappe im Parlament: Auch ihre Wahlrechtsreform blitzte ab. Sie kommentierte: „Der Sumpf hat wieder einmal gesiegt.“ Mexiko stellt Anzeigen in den USA und bittet die Uno um Hilfe, nachdem 17 Mexikaner bei Aktionen der US-Einwanderungsbehörde ICE oder in deren Haftzentren ums Leben kamen. Ein Feuerwehrmann gestand Brandstiftung bei einem gewaltigen Waldbrand bei Paris. Er hatte sich mit Benzin und Zünder am Reisig zu schaffen gemacht.