US-Präsident Donald Trump (80) hat sich ein Geburtstagsgeschenk gemacht: Nach 107 Tagen Verhandlungen verkündete er ein Abkommen mit dem Iran zur Öffnung der Straße von Hormus. Doch ein Haken trübt den Triumph. Eine Klausel, die dem Iran Gebühren für die Passage erlaubt, sorgt für Unklarheit. Der vollständige Vertragstext liegt noch nicht vor.
Die überraschende Maut-Klausel
Noch am Vortag feierte Trump die geplante „mautfreie Öffnung der Meerenge“. Doch die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtet, dass im letzten Moment eine Klausel hinzugefügt wurde, die Gebühren erlaubt. Teheran hatte zuvor eine Hormus-Maut-Behörde geschaffen und wieder abgeschafft. Schiffe sollten bis zu zwei Millionen Dollar zahlen. Ob dies im Abkommen steht, bleibt offen.
Warum kam das Abkommen jetzt?
Katar spielte eine Schlüsselrolle als Vermittler. Das Emirat organisierte indirekte Gespräche und hat gute Beziehungen zu beiden Seiten. Trump wollte die Einigung an seinem 80. Geburtstag verkünden. Die Ankündigung erfolgte um 0:45 Uhr Teheraner Zeit – im Iran war der Geburtstag vorbei, in Washington noch nicht.
Wird Benzin billiger?
Die Ölpreise fielen sofort nach der Ankündigung. Das macht günstigeren Sprit wahrscheinlicher. Doch der ADAC beobachtet keine Weitergabe der gesunkenen Preise in angemessenem Umfang. Geopolitik-Experte Prof. Klemens Fischer (61) sagt: „Wer glaubt, der Spritpreis werde vor Ende September sinken, verrechnet sich.“
Wann fahren wieder Schiffe durch den Hormus?
Nicht sofort. Nach der geplanten Unterzeichnung am Freitag soll die Öffnung beginnen. Minenräumung und Sicherheitsfragen könnten bis zu 30 Tage dauern. Ob der Iran künftig Maut verlangen darf, ist unklar. Fischer hält eine internationale Lösung mit Oman für wahrscheinlicher, ähnlich der Agentur am Panama- oder Suezkanal.
Wie geht es den Menschen im Iran?
Trump versprach dem iranischen Volk Hilfe. Doch die USA töteten zwar Ober-Mullah Ali Chamenei und andere Funktionäre, aber die Führung wurde schnell ersetzt. Beobachter berichten von verstärkten Repressionen während des Krieges.
Hat Trump seine Kriegsziele erreicht?
Experten bezweifeln das. Trump wollte die iranische Marine zerschlagen, das Raketen- und Atomprogramm stoppen und das Regime stürzen. Keines dieser Ziele scheint erreicht. US-Experte Thomas Jäger (65) urteilt: Erreichte US-Kriegsziele „null“, iranische „tausend“.
Hält der Frieden?
Die größte Unsicherheit liegt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon. Israel war nicht an den Verhandlungen beteiligt und bombardierte kurz vor der Einigung Ziele in Beirut. Trump kritisierte Premier Benjamin Netanjahu scharf. Zentrale Bedrohungen für Israel bestehen fort. Erste Kabinettsmitglieder signalisierten Widerstand.
Frieden oder Feuerpause?
Die nächsten 60 Tage werden zeigen, ob das Abkommen hält. Dann wird über Atomprogramm, Uranbestände und Sanktionen verhandelt. Die Unterzeichnung am Freitag in Genf soll Klarheit bringen.



