Vier Jahre nach der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar zieht der Politikwissenschaftler Sebastian Sons Bilanz. Im Interview mit dem Tagesspiegel spricht er über das Erbe des Turniers, die Auswirkungen des Iran-Konflikts auf Sportereignisse in der Region und die bevorstehende WM 2034 in Saudi-Arabien.
Das Modell der Golfstaaten: Unterbrochen, aber nicht zerstört
Die Fußball-WM 2022 in Katar war der Höhepunkt einer langjährigen Strategie der Golfstaaten, sich über Sport auf der internationalen Bühne zu positionieren. Doch der aktuelle Iran-Konflikt hat dieses Modell ins Wanken gebracht. Sons erklärt: „Ich würde sagen, dass dieses Modell unterbrochen, aber nicht nachhaltig gestört ist. Das hängt davon ab, wie lange der Konflikt noch dauert und wie schnell die Golfstaaten ihren Weg finden, ihr Geschäftsmodell anzupassen. Ich bin da vorsichtig optimistisch.“
Die Verletzlichkeit des Golf-Standorts
Der Experte betont, dass der Golf als Standort für Sportgroßveranstaltungen nicht unverletzlich sei. Die aktuellen Spannungen im Nahen Osten zeigen, wie geopolitische Konflikte die Sportdiplomatie beeinflussen können. Dennoch sieht Sons Potenzial für eine Anpassung der Strategie, falls die Golfstaaten flexibel reagieren.
Auswirkungen auf die WM 2034 in Saudi-Arabien
Mit Blick auf die WM 2034 in Saudi-Arabien warnt Sons vor übermäßigem Optimismus. „Die Golfstaaten müssen ihre Hausaufgaben machen, um langfristig als Austragungsort für Großevents attraktiv zu bleiben“, so Sons. Die Region müsse Stabilität und Sicherheit gewährleisten, um Investoren und Fans zu überzeugen.
Fazit: Ein vorsichtiger Optimismus
Trotz der aktuellen Herausforderungen bleibt Sons zuversichtlich, dass die Golfstaaten ihre Rolle in der internationalen Sportwelt behaupten können. Entscheidend sei jedoch die Fähigkeit, sich an neue geopolitische Realitäten anzupassen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob das Modell der Sportdiplomatie in der Region nachhaltig ist.



