Papst Leo XIV. ehrt Gaudí und segnet Jesus-Turm der Sagrada Família
Papst ehrt Gaudí und segnet Jesus-Turm in Barcelona

Papst Leo XIV. hat in Barcelona eine feierliche Messe zu Ehren des Architekten Antoni Gaudí zelebriert, der genau vor 100 Jahren verstorben ist. Die Zeremonie fand in der von Gaudí entworfenen Basilika Sagrada Família statt. Rund 4.000 Gäste waren geladen, darunter König Felipe VI., Königin Letizia und Regierungschef Pedro Sánchez. Vor der Messe betete der Pontifex am Grab Gaudís in der Krypta der Basilika.

Gaudís Meisterwerk als Zeichen des Glaubens

In seiner Predigt bezeichnete der Papst die seit 144 Jahren im Bau befindliche und noch immer unvollendete Kirche als architektonisches Meisterwerk. Er nannte sie ein „sichtbares Zeichen des unsichtbaren Gottes“, zu dessen Ehre die Türme emporragen. Gaudí, ein tiefgläubiger Architekt, habe die Räume mit dem Wunsch entworfen, die Geheimnisse des Lebens des Herrn zu erzählen.

Papst ruft zu Frieden und Menschlichkeit auf

Am fünften Tag seines Spanienbesuchs sprach sich der Papst erneut gegen Krieg und Gewalt aus. Er verurteilte die Missachtung des Leids von Flüchtlingen und Notleidenden. „Wir können nicht an Jesus glauben und Krieg führen. Wir können nicht an Jesus glauben und Unschuldige töten. Wir können nicht an Jesus glauben und diejenigen im Stich lassen, die leiden, die weinen, die vor der Not fliehen“, so der Pontifex.

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Bayern liefert das entscheidende Kreuz

Nach der Messe segnete der Papst den Hauptturm, der die Basilika mit 172,5 Metern zur höchsten Kirche der Welt macht. Diesen Titel hatte zuvor das Ulmer Münster seit 1890 inne. Die endgültige Höhe erreichte der Jesus-Turm im Februar durch das Aufsetzen eines begehbaren Doppelkreuzes, das von der Firma Gartner im bayerischen Gundelfingen gefertigt wurde. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer würdigte dies als „außergewöhnlichen deutschen Beitrag zur Vollendung eines der berühmtesten Bauwerke der Welt“. Orte wie die Sagrada Família erinnerten daran, was Europa kulturell verbinde.

Lichtshow und Drohnen zum Abschluss

Nach der Segnungszeremonie vor der Geburtsfassade gab es bei Einbruch der Dunkelheit eine spektakuläre Licht- und Feuerwerkshow. Drohnen zeichneten am Himmel unter dem Jubel der Menge ein farbiges Bild von Gaudí. Anschließend formierten sie sich zu einem der berühmtesten Zitate des Architekten auf Katalanisch: „Zuerst kommt die Liebe und danach die Technik.“

Finanzierung durch Spenden und Eintrittsgelder

Der Monumentalbau, dessen Grundstein 1882 gelegt wurde, soll voraussichtlich in den 2030er Jahren vollendet sein. Die ungewöhnliche und imposante Kirche zieht jährlich mehr Besucher an; 2025 waren es fast 4,9 Millionen. Die Eintrittsgelder beliefen sich auf 134,5 Millionen Euro. Der Bau wurde von Anfang an nur durch Spenden und inzwischen hauptsächlich aus Eintrittsgeldern finanziert.

Papst reist zu Migranten auf den Kanaren

Am Donnerstag fliegt der Papst zu den Kanarischen Inseln weiter. Auf der letzten Station seiner einwöchigen Spanienreise will er sich mit Migranten treffen, die vor allem aus Afrika stammen. Zehntausende Männer, Frauen und Kinder sind in den vergangenen Jahren in kleinen Holzbooten über den Atlantik gekommen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Immer wieder gibt es Todesfälle während der gefährlichen Überfahrt. Der Papst hat sich wiederholt für einen humanen Umgang mit Migranten ausgesprochen und betont, dass ihnen eine Chance für ein neues Leben gegeben werden müsse.

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