Ein schwerer Polizeiskandal erschüttert Großbritannien. Im Dezember 2025 kam es in Southampton zu einem tödlichen Einsatz, der nun durch veröffentlichte Bodycam-Aufnahmen massive Proteste ausgelöst hat. Der 18-jährige Student Henry Nowak wurde Opfer eines Messerangriffs, doch die Polizei hielt ihn fälschlicherweise für den Täter. Die Beamten fesselten den Schwerverletzten mit Handschellen, obwohl er mehrfach sagte: „Ich kann nicht atmen.“ Wenig später starb er am Tatort.
Was geschah in der Nacht?
Henry Nowak war auf dem Heimweg, als er auf Vickrum Digwa traf. Nowak begann, Digwa zu filmen und bezeichnete ihn als „bad man“. Die Situation eskalierte, Digwa zog ein Messer und stach mehrfach auf den 18-Jährigen ein. Als die Polizei eintraf, gab sich Digwa als Opfer aus und behauptete, Nowak habe ihn angegriffen und rassistisch beleidigt. Die Beamten glaubten ihm und kümmerten sich nicht um den verletzten Nowak. Stattdessen legten sie ihm Handschellen an. Der junge Mann verstarb noch am Tatort.
Empörung in der Gesellschaft
Der Fall hat in der britischen Gesellschaft für große Empörung gesorgt. Premierminister Keir Starmer zeigte sich erschüttert: „Es ist erschütternd, und ich muss sagen, als Vater eines 17-jährigen Jungen wurde mir beim Zuschauen schlecht. Es gibt schwerwiegende Fragen, die geklärt werden müssen, nicht zuletzt, inwieweit Vorwürfe des Rassismus die Entscheidungsfindung in diesem Fall beeinflusst haben.“
Mark Nowak, der Vater des Opfers, kritisierte das Verhalten der Polizei scharf: „Henry hätte nicht in Polizeigewahrsam auf den Straßen von Southampton sterben dürfen. Die Art und Weise, wie er behandelt wurde, war unmenschlich und erniedrigend.“ Er betonte, dass es hier nicht um Rassismus gehe, sondern um Mord. „Wir wollen nicht, dass sein Tod dazu benutzt wird, weitere Spaltung, Hass oder Spannungen zu schüren. Wir wollen, dass seine Geschichte dazu beiträgt, unsere Straßen für alle sicherer zu machen.“
Proteste und rechtsextreme Hetze
In Southampton protestierten am Dienstag mehr als tausend Menschen – darunter auch Rechtsextreme. Politiker wie Nigel Farage von der Partei Reform UK nutzten den Fall für Hetze: „Henrys Familie hat darauf auf eine außerordentlich würdevolle Weise reagiert, aber ich schlage vor, dass wir anderen darauf mit purer, eiskalter Wut reagieren. Das ist falsch.“
Gericht verurteilt Täter
Der eigentliche Täter, Vickrum Digwa, wurde wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Der Richter kritisierte deutlich, dass Digwa bezüglich der rassistischen Beleidigungen gelogen hatte. Die Polizei kündigte eine Untersuchung des schwerwiegenden Fehlers an.



