Ukraine: Proteste nach Entlassung von Verteidigungsminister Fedorow
Proteste in Ukraine nach Fedorows Entlassung

Nach der überraschenden Entlassung von Verteidigungsminister Mychailo Fedorow durch Präsident Wolodymyr Selenskyj haben in der Ukraine zahlreiche Menschen protestiert. Allein in der Hauptstadt Kyjiw versammelten sich Hunderte Demonstranten auf einem zentralen Platz, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Menge skandierte Rufe wie „Schande“ und „Bring Fedorow zurück“ und schwenkte Flaggen der EU und der Ukraine. Auch in anderen Städten des Landes gab es örtlichen Medien zufolge Protestaktionen.

Fedorows Rücktritt und geplanter Nachfolger

Fedorow hatte am Vortag seinen Rücktritt erklärt. „Es war eine große Ehre, dem ukrainischen Volk als Verteidigungsminister zu dienen“, schrieb der 35-Jährige am Mittwochabend auf Telegram. Er war bei seiner Ernennung der jüngste Verteidigungsminister in der Geschichte der Ukraine und hatte das Amt mit dem Auftrag übernommen, der ukrainischen Kriegsmaschinerie nach vier Jahren Krieg neuen Schwung zu verleihen. Fedorow galt als früher Befürworter des verstärkten Einsatzes von Drohnen, die inzwischen an der Front unverzichtbar sind. Ukrainischen Medienberichten zufolge könnte Innenminister Ihor Klymenko sein Nachfolger werden.

Regierungsumbildung: Selenskyj begründet mit neuen Herausforderungen

Präsident Selenskyj begründete die Regierungsumbildung mit „neuen Herausforderungen und neuen Aufgaben“. Neben Fedorow soll auch Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko ausgetauscht werden. Als neuer Regierungschef ist der Chef des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz, Serhij Korezkyj, vorgesehen. Die Umbildungen bedürfen der Zustimmung des Parlaments, das sich seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 jedoch weitgehend hinter den Präsidenten gestellt hat.

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Proteste gegen die Personalentscheidung

Die Entlassung des beliebten Ministers stößt in der Bevölkerung auf breiten Widerstand. Demonstranten in Kyjiw äußerten ihren Unmut über die Entscheidung, die ihrer Ansicht nach die Kriegsanstrengungen gefährden könnte. Einige Teilnehmer schwenkten EU-Flaggen, um ihre proeuropäische Haltung zu unterstreichen. Die Proteste zeigen, dass die Regierungsumbildung mitten im Krieg nicht unumstritten ist. Fedorow hatte erst vor sechs Monaten das Amt übernommen und galt als Hoffnungsträger für eine Modernisierung der Streitkräfte.

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