Razzien in Istanbul: 27 Festnahmen im Umfeld von İmamoğlu
Razzien in Istanbul: 27 Festnahmen im Umfeld von İmamoğlu

Razzien in der Türkei: Polizei geht gegen Opposition vor

Bei einer großangelegten Razzia im Bezirk Beylikdüzü im Westen der Provinz Istanbul sowie in zwei weiteren Provinzen hat die türkische Polizei 27 Personen festgenommen. Der Einsatz erfolgte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen den abgesetzten ehemaligen Bürgermeister Istanbuls, Ekrem İmamoğlu, von der Oppositionspartei CHP. İmamoğlu sitzt seit mehr als einem Jahr in Untersuchungshaft. Ihm werden Korruption und Spionage vorgeworfen – Beobachter bezeichnen die Verfahren gegen ihn als politisch motiviert.

Vorwürfe der Staatsanwaltschaft

Wie Anadolu mitteilte, nannte die Istanbuler Staatsanwaltschaft mehrere Gründe für die Durchsuchungen. Demnach sollen irreguläre Bauaufsichtsformulare ausgestellt worden sein. Auch soll es Verstöße gegen Baugenehmigungen gegeben haben; sowie Betrug zum Nachteil öffentlicher Einrichtungen. Zuständig für die Razzia sei die Abteilung für Finanzkriminalität in Istanbul. Unter den Festgenommenen befinden sich laut Medienberichten Angestellte der Verwaltung sowie Bauunternehmer.

İmamoğlus Aufstieg und aktuelle Lage

Bevor İmamoğlu 2019 erstmalig zum Istanbuler Bürgermeister gewählt wurde, war er Bürgermeister von Beylikdüzü – eben dem Bezirk, wo nun die Razzia stattfand. Zuvor war er als Unternehmer im Bausektor tätig. 2014 gewann er die Bürgermeisterwahl in dem schnell wachsenden Vorortbezirk. İmamoğlu profilierte sich dort mit Infrastruktur- und Stadtentwicklungsprojekten. Nach seiner Verhaftung im März 2025 wurde auch die Baufirma des Politikers beschlagnahmt.

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Systematisches Vorgehen gegen die CHP

Seit den Kommunalwahlen von 2024, aus denen die CHP landesweit als stärkste Kraft hervorging, finden immer wieder Razzien bei CHP-geführten Kommunen statt. Zahlreiche Bürgermeister wurden dabei unter Korruptionsvorwürfen verhaftet. Im Mai hatte zudem ein Gericht in Ankara die Wahl der CHP-Parteispitze für ungültig erklärt und entschieden, den 2023 gewählten Parteichef Özgür Özel seines Amtes zu entheben. An Özels Stelle trat Kemal Kılıçdaroğlu, der die Arbeit als vorübergehender Parteichef Medienberichten zufolge bereits aufgenommen hat. Es kam zu Protesten, an denen viele Menschen teilnahmen.

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