Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist in der Nacht zum 19. Juli 2026 erneut Ziel eines massiven russischen Raketenangriffs geworden. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe feuerte das russische Militär mehr als zwei Dutzend ballistische Raketen auf Ziele in und nahe der Stadt ab. Dutzende Explosionen, darunter auch von abfangenden Flugabwehrraketen, waren im Zentrum der Dreimillionenstadt zu hören, wie ein Reporter vor Ort berichtete.
Einschläge in mehreren Stadtteilen – Brände und Verletzte
Bürgermeister Vitali Klitschko informierte über Einschläge und Schäden in mehreren Stadtteilen. Es sei zu Bränden gekommen. Mindestens sieben Menschen wurden verletzt. Die genaue Anzahl der Einschläge und das Ausmaß der Zerstörung waren zunächst unklar. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, in Schutzräumen zu bleiben und sich von Fenstern fernzuhalten.
Schwierigkeiten bei der Abwehr ballistischer Raketen
In den vergangenen Wochen war Kiew mehrfach Ziel besonders schwerer russischer Luftangriffe. Dabei setzt Moskau vermehrt ballistische Raketen ein, die für die ukrainische Flugabwehr nur schwer abzufangen sind. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Mit westlicher Hilfe, besonders aus Deutschland, wurde die Flugabwehr modernisiert. Zuletzt klagte Kiew jedoch über einen Mangel an Fluglenkkörpern für das Flugabwehrsystem Patriot, das zur Abwehr ballistischer Raketen benötigt wird.
Internationale Reaktionen und Hilfszusagen
Der Angriff löste internationale Besorgnis aus. Die USA und die EU verurteilten den Raketenbeschuss und bekräftigten ihre Unterstützung für die Ukraine. Deutschland sagte weitere Lieferungen von Flugabwehrsystemen und Munition zu. Die Nato kündigte eine verstärkte Überwachung des Luftraums über dem östlichen Bündnisgebiet an. Der ukrainische Präsident Selenskyj forderte in einer ersten Stellungnahme mehr Druck auf Russland und eine schnellere Auslieferung zugesagter Waffensysteme.
Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung
Die anhaltenden Angriffe setzen die Bevölkerung Kiews unter großen psychologischen Druck. Viele Bewohner verbringen die Nächte in U-Bahn-Stationen und anderen Schutzräumen. Die Strom- und Wasserversorgung in einigen Stadtteilen war nach dem Angriff zeitweise unterbrochen. Die Stadtverwaltung arbeitet an der Beseitigung der Schäden und der Versorgung der Betroffenen. Rettungskräfte sind im Einsatz, um Verletzte zu bergen und Brände zu löschen.



