Nach dem verheerenden russischen Raketenangriff auf Kyjiw mit 30 Toten hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) über den dringenden Bedarf an Flugabwehr gesprochen. „Oberste Priorität haben derzeit Raketen für die Patriot-Systeme“, schrieb Selenskyj nach dem Telefonat auf sozialen Netzwerken. Es sei darum gegangen, wie mehr Munition für die Patriot-Flugabwehrsysteme beschafft werden könne.
Selenskyj: Russland spielt letzte Karte aus
„Russland spielt mit den Raketenangriffen auf die Ukraine seine letzte Karte aus. Es hat keine anderen Optionen mehr, um den Krieg in die Länge zu ziehen“, erklärte Selenskyj. Während die ukrainische Flugabwehr eine relativ hohe Trefferquote gegen russische Drohnen und Marschflugkörper hat, ist sie gegen ballistische Raketen weitgehend machtlos. Die beste Abwehrwaffe sind die Patriot-Systeme aus US-Produktion, von denen die Ukraine aber nur wenige hat. Die Vorräte an Munition dafür haben sich durch den US-Krieg gegen den Iran weiter verknappt. Deutschland hat Kyjiw Patriot-Einheiten abgetreten und hilft bei der Beschaffung von Raketen.
Von deutscher Seite hieß es zu dem Gespräch nur knapp, dass Selenskyj Merz über die Folgen des Luftangriffs vom Donnerstag informiert habe. Er habe dem Bundeskanzler für die deutsche Unterstützung gedankt, insbesondere bei der Luftverteidigung. Merz habe bekräftigt, dass die Ukraine sich auf die Unterstützung Deutschlands verlassen könne, sagte ein Sprecher.
Polnischer Streit wegen Patriot-Raketen für die Ukraine
In Polen entspinnt sich unterdessen ein innenpolitischer Streit wegen einer mutmaßlichen Lieferung von Patriot-Flugabwehrraketen an die Ukraine im Frühjahr. Die nationalkonservative PiS und andere rechte Oppositionsparteien kritisierten, die Entscheidung sei an Parlament und Präsident vorbei erfolgt. Polen brauche die PAC-3-Munition für das US-Flugabwehrsystem selbst. „Diese Raketen sind ein Schlüsselelement der Verteidigung des polnischen Luftraums gegen ballistische Raketen und andere hochentwickelte Bedrohungen“, schrieb der frühere Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak, jetzt PiS-Fraktionschef, auf X. Die Regierung müsse die Sache sofort aufklären. Vizeverteidigungsminister Cezary Tomczyk entgegnete der Nachrichtenagentur PAP zufolge, die Liste der Militärhilfen für die Ukraine sei geheim.
Geht es um das Pistorius-Paket?
Dabei sind die Vorgänge nur ein halbes Geheimnis. Die Patriot-Systeme sind für die Ukraine das einzige wirksame Mittel gegen Russlands ballistische Raketen. Im Frühjahr beklagte Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass sein Land kaum noch Munition habe. Der US-Krieg gegen den Iran verknappte die weltweiten Bestände der Abwehrraketen weiter. Im März versuchte der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), mit anderen europäischen Ländern etwas mehr als 30 der gefragten Geschosse aufzutreiben. Bei einem Ramstein-Treffen der Ukraine-Unterstützer im April dankte der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow Deutschland, den Niederlanden, Spanien und Polen für zusätzliche Munition.
Durfte die Ukraine in der Schlange vordrängeln?
Der polnische Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz ließ damals offen, ob Polen Raketen aus eigenen Beständen abgetreten oder der Ukraine den Vortritt bei Bestellungen in den USA gelassen hatte. Marcin Przydacz, Außenpolitik-Berater des rechtskonservativen Präsidenten Karol Nawrocki, sagte, seinen Informationen nach sei es wie folgt: „Wir standen weiter vorn in der Reihe, die Ukrainer waren hinter uns, und die Regierung hat der Ukraine ihren Platz überlassen, so dass die Polen länger warten müssen.“ Das Verhältnis der Verbündeten Polen und Ukraine ist derzeit wegen eines Streits über die Geschichte im Zweiten Weltkrieg gespannt. Innenpolitisch versucht die rechte Opposition in Polen, die Regierung wegen angeblicher Nachgiebigkeit gegenüber der Ukraine anzugreifen.
China und Russland halten im Juli gemeinsame Marineübung ab
China und Russland wollen nach Angaben aus Peking noch im Juli ihre jährlichen gemeinsamen Militärmanöver abhalten. Die Marineübung „Joint Sea-2026“ werde in den „Gewässern und im Luftraum“ vor Qingdao stattfinden, einem wichtigen Militärhafen und Badeort im Osten Chinas, teilte das Verteidigungsministerium in Peking am Sonntag mit. Anschließend würden „einige Einheiten“ beider Seiten eine gemeinsame Seepatrouille in nicht näher genannten Gebieten des Pazifischen Ozeans ausführen.
Die Erklärung enthielt keine Einzelheiten zum Umfang der chinesisch-russischen Manöver. Diese zielten dem Ministerium zufolge darauf ab, „gemeinsam auf sicherheitspolitische Herausforderungen zu reagieren und den Frieden und die Stabilität in der Region zu wahren“. Die Übungen werden zwei Monate nach einem Besuch des russischen Staatschefs Wladimir Putin in China abgehalten. Putin hatte bei der Visite erklärt, die bilateralen Beziehungen hätten ein „beispiellos hohes Niveau“ erreicht. Sein chinesischer Kollege Xi Jinping pries seinerseits die „unerschütterliche“ Partnerschaft mit Moskau. Die gemeinsamen Marineübungen werden bereits seit 2012 abgehalten. Zuletzt fanden die „Joint Sea“-Manöver nahe dem Hafen Wladiwostok im Fernen Osten Russlands statt.
Russland intensiviert offenbar die Anwerbung von Ukrainern
Russische Geheimdienste sollen ihre Versuche verstärkt haben, ukrainische Bürger anzuwerben. Dabei würden sie sich als Mitarbeiter des ukrainischen Sicherheitsdienstes (SBU) oder anderer Strafverfolgungsbehörden ausgeben, um Menschen zu Sabotageakten oder anderen illegalen Handlungen zu bewegen, teilte der Inlandsgeheimdienst der Ukraine (SBU) mit. Nach Angaben des SBU wurden seit Beginn des Jahres 2026 gemeinsam mit der Nationalpolizei bereits Dutzende solcher Fälle aufgedeckt. Die Täter würden gefälschte Vorladungen einsetzen, mit erfundenen Strafverfahren drohen und Geld verlangen. Ihre Opfer würden sie demnach dazu drängen, Brandanschläge zu verüben, militärische Einrichtungen auszuspähen, Pakete zu transportieren oder andere rechtswidrige Handlungen zu begehen.
Trump führt Telefongespräche mit Putin und Selenskyj über Lage in der Ukraine
Vor dem Nato-Gipfel in Ankara haben sowohl Kremlchef Wladimir Putin als auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit US-Präsident Donald Trump telefoniert. Trump und Putin hätten mit Blick auf Trumps Teilnahme an dem Gipfel kommende Woche „über die Frage einer Lösung in der Ukraine“ gesprochen, sagte der russische Präsidentenberater Juri Uschakow laut der Nachrichtenagentur Ria Nowosti am Samstag. Selenskyj erklärte nach seinem Telefonat mit Trump, es bestehe „die Aussicht, den Krieg zu beenden“. Die Ukraine griff unterdessen am Samstag Russland massiv mit Drohnen an.
Putin habe in dem Telefonat „die aktuelle Lage auf dem Schlachtfeld“ in der Ukraine skizziert, „wo die russischen Streitkräfte selbstbewusst vorrücken“, erklärte Uschakow. Trump und Putin hätten in dem 85-minütigen Gespräch auch Themen wie den Iran und die Golfregion erörtert. Zuvor hatte bereits Selenskyj mitgeteilt, dass er mit Trump telefoniert habe. Anlass beider Telefonate sei der 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA gewesen, teilten Moskau und Kyjiw mit. Selenskyj erklärte im Onlinedienst X, er und Trump hätten in dem „sehr guten Telefonat“ den Krieg in der Ukraine erörtert. Sie hätten „über die aktuelle Lage an der Front sowie unsere diplomatischen Bemühungen gesprochen. Es besteht die Aussicht, diesen Krieg zu beenden, und die Entschlossenheit der USA ist entscheidend“, betonte der ukrainische Präsident. Trump und er hätten vereinbart, „die Gespräche während des Nato-Gipfels in Ankara fortzusetzen“, fügte er hinzu.
Selenskyj lobt Erfolge der ukrainischen Marine
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Marinestreitkräfte seines Landes für militärische Erfolge beim Kampf gegen Russland auf dem Schwarzen Meer gelobt. „Jedes reine Herz auf der Welt erwartet von der Ukraine nur eines – dass wir diese russischen Mistkerle besiegen“, zitierte ihn die Agentur Unian aus einer Ansprache vor Marineoffizieren und Kadetten in der Hafenstadt Odessa. Trotz geringer Mittel und fehlender Kriegsschiffe habe sich die Ukraine auf dem Schwarzen Meer behauptet. Dazu habe die ukrainische Marine gemeinsam mit anderen Teilen der Streitkräfte Außerordentliches geschafft. „Russland hat das Schwarze Meer verloren“, behauptete Selenskyj. Mit zahlreichen Aktionen beweise die Ukraine, „dass das Schwarze Meer und das Asowsche Meer für Russland ganz sicher kein Ort der Ruhe sein werden“.
Putin unterzeichnet Gesetz zur Stützung des Kraftstoffmarkts
Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tass ein Steuergesetz unterzeichnet, das für ein größeres Kraftstoffangebot auf dem heimischen Markt sorgen soll. Damit reagiert die Führung in Moskau auf akute Engpässe infolge ukrainischer Drohnenangriffe auf Anlagen der Mineralölindustrie. Tass zufolge handelt es sich um Steueranreize für die Produktion von hochoktanigem Benzin durch Mischverfahren.
Ein Toter bei russischem Angriff auf Kohleförderbetrieb
Bei einem russischen Angriff auf einen Kohlebetrieb in der ostukrainischen Region Dnipropetrowsk ist nach Angaben des Betreibers DTEK ein Mensch getötet worden. Fünf weitere Bergleute wurden verletzt, teilte der Energiekonzern mit. Der Betrieb sei vorerst eingestellt worden. Eine russische Stellungnahme lag zunächst nicht vor. Der Angriff ereignete sich den Angaben zufolge bereits am Freitag.
Ukraine: Gasförderanlage nach russischem Angriff gestoppt
Ein russischer Drohnenangriff auf eine Gasförderanlage hat nach ukrainischen Angaben ein Feuer ausgelöst. Der Betrieb der Anlage in der zentralukrainischen Region Poltawa sei eingestellt worden, teilt der staatliche ukrainische Energiekonzern Naftogaz über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. „Der Feind nimmt systematisch Gasförderanlagen ins Visier, um die heimische Produktion der Ukraine zu drosseln und die Vorbereitungen auf die Heizperiode zu erschweren“, heißt es in der Mitteilung weiter.
Ukraine attackiert russische Ölanlagen bei St. Petersburg
Die Ukraine hat erneut russische Ölanlagen an der Ostsee bei St. Petersburg mit Drohnen angegriffen. Der Gouverneur des Umlands der Metropole, Alexander Drosdenko, berichtete, dass 67 feindliche Drohnen abgeschossen worden seien. Dafür gab es keine unabhängige Bestätigung, es deutet aber auf einen größeren Angriff hin. Im Hafen von Wyssozk am Finnischen Meerbusen seien Teile von Drohnen abgestürzt, sagte Drosdenko der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. In Wyssozk gibt es ein großes Terminal zur Ölverladung. Zudem scheint auch der Ölhafen von St. Petersburg selbst getroffen worden zu sein, wie Videos in russischen wie ukrainischen Telegramkanälen nahelegen. Von der Führung der Millionenstadt gab es dazu keine Angaben. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte nur Angriffe auf das Umland von St. Petersburg, aber nicht auf das Stadtgebiet. Landesweit seien über Nacht 389 ukrainische Kampfdrohnen abgefangen worden, hieß es. Zuletzt hatte die Ukraine Anfang Juni Tanks im Ölhafen von St. Petersburg in Brand geschossen, als dort das Internationale Wirtschaftsforum von Kremlchef Wladimir Putin beginnen sollte. Die Stadt liegt mehr als 1.000 Kilometer von der Ukraine entfernt.
Ukraine: Tote bei russischen Angriffen auf Sumy und den Süden
Bei einem russischen Angriff mit einer Gleitbombe auf das Zentrum der nordukrainischen Stadt Sumy sind am Freitagabend nach offiziellen Angaben mindestens vier Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien ein fünfjähriges Kind und dessen Mutter, teilte der regionale Gouverneur Oleh Hryhorow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zudem seien 27 Menschen verletzt worden. Die Bombe sei in einem belebten Viertel mit einem Hochhaus und Geschäften eingeschlagen. Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte Bilder der Zerstörung und forderte die Verbündeten der Ukraine auf, den Druck auf Russland zu erhöhen. Kampfjets klinken Gleitbomben noch im sicheren eigenen Luftraum aus, sie werden dann über Dutzende Kilometer ins Ziel gelenkt. Im Südosten der Ukraine starben bei mehr als 50 Angriffen mit Drohnen, Artillerie und Bomben drei Menschen in der Region Dnipropetrowsk, darunter zwei in der Nähe von Nikopol. Die Stadt liegt am Fluss Dnipro, gegenüber dem von Russland besetzten Atomkraftwerk Saporischschja. Ebenfalls vermeldet wurde ein russischer Angriff auf einen Kohlebetrieb in Dnipropetrowsk. Nach Angaben des Betreibers DTEK wurde ein Mensch getötet, fünf weitere Bergleute wurden verletzt. Der Betrieb sei vorerst eingestellt worden. In der Stadt Saporischschja selbst kamen nach Angaben des dortigen Gouverneurs Iwan Fedorow bei weiteren Angriffen zwei Menschen ums Leben, 21 wurden verletzt.
Putin feiert Eroberung von Kostjantyniwka – Experten sehen keine Belege
Kremlchef Wladimir Putin hat nach offizieller Darstellung die Eroberung der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka im Gebiet Donezk durch seine Truppen gefeiert. Die Industriestadt sei unter hohen Verlusten für die ukrainischen Verteidiger erobert worden, wurde Putin von seinem Sprecher Dmitri Peskow zitiert. Putin habe noch am Abend die sofortige Evakuierung aller in Kostjantyniwka verbliebenen Zivilisten angeordnet. Von ukrainischer Seite gab es zu den Siegesmeldungen aus Moskau keine Bestätigung. Zuletzt hatten ukrainische Militärs eine schwierige Lage in der bereits schwer zerstörten Stadt eingeräumt. Im Morgenbericht des Generalstabs war die Rede davon, dass es in der Kleinstadt mit früher 67.000 Einwohnern weiterhin Gefechte gebe. Mit einer Eroberung der Stadt käme Putin seinem Ziel näher, den Donbass komplett unter russische Verwaltung zu bringen. Von den größeren, gut befestigten Städten im Gebiet Donezk blieben dann nur noch Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka im „Festungsgürtel“ unter ukrainischer Kontrolle. Sie gelten als letzte Verteidigungslinie im Donbass. Das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) schreibt aber, dass Putin die Einnahme entgegen allen verfügbaren Belegen über das tatsächliche Ausmaß der Vorstöße verkündet habe. Im Bericht heißt es: „Russische Streitkräfte haben in den vergangenen Wochen innerhalb von Kostjantyniwka taktische Erfolge erzielt, doch der Großteil der russischen Präsenz in der Stadt besteht aus kleinen Gruppen von Eindringlingen, die sich zwischen ukrainischen Stellungen verstreut befinden“. Die Experten berichten schon lange von übertriebenen russischen Darstellungen angeblicher Landgewinne und vermuten eine gezielte Beeinflussung der westlichen Medienberichterstattung. Putins militärische Bilanz sieht derzeit schlecht aus. Er braucht Erfolgsmeldungen. Ukrainische Militärblogs wie DeepState verzeichnen weiterhin nur Teile Kostjantyniwkas als russisch besetzt. Auch russische Militärblogger reklamieren bislang nicht die gesamte Stadt für ihre Armee.
Ukrainische Rüstungsindustrie erhält Vorgaben von Selenskyj
Bei einer Sitzung mit Vertretern von Militär, Regierung und Rüstungsindustrie hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Marschrichtung für die nächsten Kriegsmonate festgelegt. Dabei ging es vor allem um Vorgaben für die Rüstungsindustrie. „Die Ukraine ist nun in der Lage, solche Mengen an hochtechnologischen Waffen zu produzieren, die die russischen Kapazitäten langfristig übertreffen können“, kommentierte Selenskyj anschließend auf Telegram. Bei der Sitzung sei vor allem über Wege zur Steigerung der Produktionskapazitäten des ukrainischen Drohnen- und Raketenprogramms gesprochen worden. Kiew hat zuletzt mit neuen Waffen vor allem die Erdölindustrie und Rüstungsunternehmen in Russland empfindlich getroffen. Er habe das Außen- und Verteidigungsministerium beauftragt, sich auf die Zusammenarbeit mit Partnern zu konzentrieren, die zusätzliche Finanzmittel für die Produktion einbringen könnten, sagte Selenskyj. „Investitionen in die ukrainische Produktion sind Investitionen, um Russland zum Frieden zu zwingen.“ Die Ukraine werde ihre Angriffe auf Ziele in Russland fortsetzen. Die bisherigen Attacken hätten gezeigt, „dass die Einschränkung der russischen Kriegsführungsfähigkeit direkt davon abhängt, dass sich in russischen Gesellschaftsgruppen das Gefühl verbreitet, dass der Krieg unmittelbare Auswirkungen auf den Alltag hat“. Kiew werde seine Politik fortsetzen, die Kosten der Okkupation für den Besatzer zu erhöhen und Russlands Möglichkeiten zur Finanzierung des Krieges einzuschränken.
Russland: Langjährige Haftstrafen für Attentatsversuch auf Chefin von Staatssender
In Russland sind am Freitag zwölf Menschen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden, die unter anderem einen Anschlag auf die Chefredakteurin des russischen Staatssenders RT, Margarita Simonjan, geplant haben sollen. Wie das russische Ermittlungskomitee bekanntgab, wurde der 21-jährige Michail Balaschow als Organisator einer Neonazi-Zelle zu 20 Jahren Haft verurteilt. Laut Anklage gründete er 2022 die Organisation „Reines Blut“ in Moskau. Er soll gemeinsam mit einem weiteren Mitglied seiner Gruppe, das zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, die Ermordung Simonjans geplant haben. Dieses Vorhaben sei von „nicht identifizierten Personen“ gegen ein Honorar von 50.000 Dollar in Auftrag gegeben worden. Den Anschlag auf Simonjan hatte der russische Geheimdienst FSB nach eigenen Angaben im Juli 2023 vereitelt. Der FSB hatte damals erklärt, das Attentat sei von ukrainischen Diensten in Auftrag gegeben worden. Die zehn weiteren Angeklagten wurden am Freitag wegen „Gründung und Teilnahme an den Aktivitäten einer terroristischen Organisation“, „Beihilfe zu terroristischen Aktivitäten“, „Raub mit Gewalt und Rowdytum“ sowie „Anstiftung zu Hass“ schuldig gesprochen, wie das Ermittlungskomitee erklärte. Die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtete, dass unter den zwölf Angeklagten einige zum Zeitpunkt der Taten minderjährig waren.
Kiew meldet Zerstörung von Brücke auf der Krim
Die ukrainischen Streitkräfte haben auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim eine Reihe von Zielen angegriffen und nach eigenen Angaben schwer getroffen. Wichtigstes Ziel sei eine Brücke im Gebiet Krasnogwardejsk im Zentrum der Krim gewesen, die nach Angaben des Generalstabs in Kiew vollständig zerstört worden ist. Damit sei die Versorgung der Fronten im Osten der Ukraine mit Nachschub deutlich erschwert worden. Daneben seien Radaranlagen sowie eine Anlage zur elektronischen Aufklärung bei Sewastopol von Drohnen angegriffen worden. Eine Bestätigung von unabhängiger Seite war nicht möglich.



