Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Kabinettsumbildung angekündigt. Nur ein Jahr nach ihrem Amtsantritt steht die Regierungschefin Julija Swyrydenko vor dem Aus. Selenskyj lobte ihre Arbeit und versprach ihr einen neuen Job im diplomatischen Dienst.
Gründe für den Umbau
Selenskyj begründete die Entscheidung unter anderem mit einem außenpolitischen Strategiewechsel. Ziel sei es, die Beziehungen zu Schlüsselpartnern der Ukraine zu stärken. In einer Mitteilung auf Telegram erklärte er, er habe mit Swyrydenko gesprochen. „Wir haben festgestellt, dass für die Veränderung eine Erneuerung des Ministerkabinetts nötig ist“, schrieb er.
Swyrydenkos neue Aufgabe
Der Präsident dankte Swyrydenko für ihren Einsatz und kündigte an, ihr die Leitung der Diplomatie mit den wichtigsten Partnern der Ukraine anzubieten. Die 40-Jährige war erst seit Juli 2025 als Ministerpräsidentin im Amt. Zuvor hatte sie als Vizeregierungschefin und Wirtschaftsministerin gedient. Sie löste Denys Schmyhal ab, den Selenskyj noch vor Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ernannt hatte.
Nachfolge noch offen
Einen konkreten Kandidaten für die Nachfolge Swyrydenkos nannte Selenskyj bislang nicht. Die Kabinettsumbildung ist Teil einer Reihe von personellen Veränderungen, die der Präsident in den letzten Monaten vorgenommen hat, um die Regierung effizienter zu machen und den Anforderungen des Krieges anzupassen.
Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, da die Ukraine weiterhin mit den Folgen des russischen Angriffskriegs kämpft und zugleich ihre Beziehungen zu westlichen Partnern wie den USA und der EU vertieft. Experten sehen in der Umbildung ein Signal, dass Selenskyj die außenpolitische Ausrichtung der Regierung stärker an den Bedürfnissen des Landes ausrichten will.



