Selenskyj schlägt Putin direkte Friedensgespräche vor – Newsblog zum Ukraine-Krieg
Selenskyj schlägt Putin direkte Friedensgespräche vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dem russischen Staatschef Wladimir Putin in einem offenen Brief ein Treffen vorgeschlagen, um ein Ende des Krieges zu vereinbaren. In dem Schreiben betont Selenskyj, die Mehrheit der Russen sei der ukrainischen Raketen- und Drohnenangriffe, der Inflation und der Treibstoffknappheit überdrüssig und bereit für den Frieden. Sollte Putin nicht zu dem Schluss kommen, dass es Zeit für ein Kriegsende sei, werde die Ukraine weiter um ihre Existenz kämpfen, was Putins Machtposition gefährden könne. „Es ist eine Tatsache in der russischen Geschichte, die Sie gut kennen: Wenn Russland müde wird, steht ein Wandel bevor“, heißt es in dem Schreiben.

EU-Staaten fordern verschärfte Einreisebedingungen für russische Touristen

Mehrere europäische Länder haben die EU-Kommission aufgefordert, die Einreisebedingungen für russische Bürger in den Schengenraum zu verschärfen. „Es ist zutiefst beunruhigend, eine wachsende Zahl russischer Touristen zu sehen, die Strand- und Badeurlaube in europäischen Ferienorten genießen“, heißt es in einem von elf Ländern unterzeichneten Brief. Die Staaten fordern „neue restriktive und verbindliche Maßnahmen“, um die Zahl dieser Touristen zu begrenzen. Zu den Unterzeichnern gehören Schweden, Tschechien, Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Niederlande, Polen sowie Norwegen und Island. Im vergangenen Jahr wurden 477.878 Schengen-Visa an russische Staatsbürger ausgestellt, die meisten davon mit Gültigkeit für mehrere Einreisen.

Ukrainischer Raketenhersteller kündigt Testflüge gen Moskau an

Die ersten Testflüge einer neuen ukrainischen ballistischen Rakete in Richtung Moskau könnten bereits im Sommer oder spätestens Anfang Herbst beginnen. Das sagte Denys Shtilerman, Mitgründer des ukrainischen Rüstungsunternehmens Fire Point, in einem Interview. Die Firma produziert auch den Marschflugkörper „Flamingo“. Nach seinen Angaben sind für die Rakete, die Moskau erreichen kann, bereits Gehäuse, Steuerungssysteme und weitere Komponenten fertiggestellt. Derzeit stehe nur noch der Test des Triebwerks aus. „Wir werden das Triebwerk noch in diesem Monat testen und hoffen, bald mit den Testflügen beginnen zu können“, so Shtilerman. Sollte der erste Start erfolgreich verlaufen, könnten weitere Testflüge bereits in Richtung Moskau erfolgen. Er halte Angriffe auf „symbolisch wichtige Ziele“ in Moskau grundsätzlich für eine mögliche Antwort auf russische Angriffe gegen die zivile Infrastruktur der Ukraine.

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Kreml gibt gesunkene Ölförderung zu

Die russische Ölproduktion ist nach Angaben der Regierung in Moskau seit Jahresbeginn gesunken. Dies sei auf ungeplante Wartungsarbeiten in Ölraffinerien zurückzuführen, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Sobald die Raffinerien wieder voll betriebsbereit seien, werde die Produktion erneut steigen. Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten verstärkt russische Raffinerien angegriffen.

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Weitere Entwicklungen im Überblick

  • Pentagon sagt Raketen-Lieferung an Deutschland ab? Das US-Verteidigungsministerium dürfte einem Medienbericht zufolge die geplante Lieferung von „Tomahawk“-Marschflugkörpern an Deutschland absagen. Grund sei die Sorge vor einer Eskalation mit Russland und schrumpfende eigene Bestände.
  • Selenskyj: Mindestens 700 Kinder getötet Seit Kriegsbeginn seien mindestens 700 ukrainische Kinder durch russische Angriffe getötet worden, so Selenskyj am Internationalen Tag der unschuldigen Kinder. Die tatsächlichen Zahlen lägen vermutlich höher.
  • Tote bei russischem Angriff in Sumy Bei einem russischen Angriff auf das Gebiet Sumy wurden mindestens zwei Menschen getötet, vier Frauen verletzt.
  • Französische Jets fangen russische Militärflugzeuge ab Französische Kampfflugzeuge sind im Rahmen eines Nato-Einsatzes elf Mal aufgestiegen, um russische Militärmaschinen über der Ostsee abzufangen.
  • EU-Staaten einigen sich auf Beitrittsgespräche mit Ukraine Alle EU-Mitgliedsstaaten haben der Eröffnung der ersten Phase der Beitrittsgespräche mit der Ukraine und Moldau zugestimmt, nachdem Ungarn und Ukraine den Minderheitenstreit beigelegt hatten.
  • Dobrindt für Ende des Schutzstatus für wehrfähige Ukrainer Bundesinnenminister Alexander Dobrindt signalisierte Zustimmung, den automatischen Schutzstatus für ukrainische Männer im wehrfähigen Alter nicht zu verlängern.

Die Entwicklungen im Ukraine-Krieg bleiben dynamisch. Während Selenskyj auf diplomatische Lösungen setzt, verschärfen EU-Staaten die Gangart gegenüber Russland. Die Ukraine baut gleichzeitig ihre militärischen Fähigkeiten aus, um auch fernab der Frontlinie Druck ausüben zu können.