Selenskyj wendet sich in offenem Brief an Putin
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich in einem online veröffentlichten Brief direkt an den russischen Staatschef Wladimir Putin gewandt. Darin schlägt er ein Ende des Krieges vor und signalisiert erneut seine Bereitschaft zu einem persönlichen Treffen in einem Drittstaat. Bislang hatte Putin solche Vorschläge stets abgelehnt und stattdessen gefordert, dass Selenskyj nach Moskau kommen solle.
Warnung vor existenziellen Folgen
Gleichzeitig warnte Selenskyj den russischen Präsidenten vor den Konsequenzen einer Fortsetzung des Krieges. Er betonte, dass Putin dann um seine eigene Existenz kämpfen müsse, nicht um die Russlands. Dies sei keine Drohung, sondern eine Tatsache der russischen Geschichte: Wenn Russland müde werde, komme der Wandel. Die Ukraine könne auf diese Erschöpfung hinarbeiten.
Entschlossenheit zur Fortführung des Verteidigungskampfes
Selenskyj zeigte sich entschlossen, den Verteidigungskampf der Ukraine fortzusetzen. Er verwies auf Waffen mit hoher Reichweite, die Unterstützung vieler Partner und die hohen Verluste auf russischer Seite. Rund 30.000 russische Soldaten würden monatlich getötet oder schwer verwundet. Dabei sei der Anteil der Gefallenen mit 63 Prozent ungewöhnlich hoch, was im 21. Jahrhundert keine Armee auf Dauer verkraften könne. Dieser Anteil werde weiter steigen.
Geheimdienstinformationen über Putins Pläne
Der ukrainische Staatschef berief sich auf Geheimdienstberichte, wonach Putin erwäge, den Krieg bis 2027 oder 2028 fortzusetzen. Er hoffe, mit ballistischen Raketen zu erreichen, was bisher nicht gelungen sei. Zudem wolle er Belarus noch tiefer in den Krieg hineinziehen und etwas im Zusammenhang mit Transnistrien inszenieren. Die Ukraine sei gezwungen, sich darauf vorzubereiten.
Moskau zeigt sich weiterhin ablehnend
Es ist nicht zu erwarten, dass dieser erneute Vorstoß Selenskyjs in Moskau Gehör findet. Bislang hat der Kreml sämtliche Friedensangebote abgelehnt und auf einem Rückzug aus dem Donbass bestanden. Auch kürzlich wurde diese Haltung wieder bekräftigt.



