Ukraine-Krieg: Selenskyj und Trump im Weißen Haus – Live-News am 28.07.2026
Selenskyj und Trump im Weißen Haus – 28.07.2026

Am 28. Juli 2026 hat das mit Spannung erwartete Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus begonnen. Laut einer Mitteilung des Weißen Hauses begann die Unterredung um 9.47 Uhr Ortszeit (15.47 Uhr MESZ). Selenskyj erklärte im Vorfeld, dass es vor allem um weitere US-amerikanische Unterstützung zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gehe. Besonders die Stärkung der Flugabwehr habe Priorität. Die USA sehen sich in dem Konflikt als Vermittler, jedoch sind ihre Bemühungen zuletzt durch den eigenen Krieg gegen den Iran in den Hintergrund geraten.

Irland beharrt auf Produktion russischer Aluminium-Fabrik

Der irische Regierungschef Micheal Martin lehnt weiterhin ab, dass die russische Aluminium-Raffinerie im Norden Irlands unter EU-Sanktionen fällt. Aluminium stehe bisher nicht auf der Sanktionsliste, sagte er bei einem Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in Dublin. Die Raffinerie beliefere auch Fabriken in der EU, wie etwa im französischen Dünkirchen. Merz betonte, man werde über das russische Werk reden, aber nicht öffentlich. „Hier gilt es auch, die eigenen europäischen und nationalen Interessen zu wahren“, mahnte er. Auf die Frage, warum im niedersächsischen Lingen die Produktion russischer Brennelemente erlaubt werde, wich Merz aus. Die EU hatte kürzlich ihr 21. Sanktionspaket gegen Russland beschlossen, doch etliche EU-Staaten verhindern, dass für sie wichtige Wirtschaftsbereiche unter die Sanktionen fallen.

EU bestellt Vertreter Russlands ein

Die EU hat als Reaktion auf neue Drohnenvorfälle und die Zerstörung des lettischen Honorarkonsulats in der Ostukraine den Geschäftsträger Russlands in Brüssel einbestellt. „Wir haben unsere scharfe Verurteilung der vorsätzlichen Verletzung des rumänischen Luftraums durch russische Drohnen zum Ausdruck gebracht“, erklärte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas. Dieser rücksichtslose Akt stelle eine ernste Eskalation dar und bedrohe die Sicherheit der Menschen in der EU, die regionale Stabilität und den internationalen Frieden. Bei dem Treffen wurde auch die Zerstörung des lettischen Honorarkonsulats in der frontnahen Stadt Slowjansk in der Region Donezk thematisiert. Nach Angaben Lettlands handelt es sich dabei um die einzige dauerhaft besetzte europäische Vertretung in der Frontregion, die von einer russischen KAB-250-Präzisionslenkbombe getroffen wurde. Kallas kündigte weitere Sanktionen gegen den russischen militärisch-industriellen Komplex an.

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Polen dementiert Gebietsansprüche

Polen hat die Behauptung von Kremlchef Wladimir Putin dementiert, wonach es Teile der Westukraine beanspruche. „Polen hat keine territorialen Ansprüche gegenüber der Ukraine erhoben, erhebt derzeit keine und beabsichtigt auch in Zukunft nicht, solche geltend zu machen“, erklärte das Außenministerium in Warschau. Vielmehr erkenne Polen die territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine in ihren gesetzlich festgelegten, international anerkannten Grenzen uneingeschränkt an. „Die Andeutungen Moskaus über angebliche Pläne zur Annexion westlicher Gebiete der Ukraine, unter anderem durch Polen, stellen einen primitiven Versuch der Desinformation dar“, hieß es weiter.

Kreml: Ukraine weitet Angriffsradius aus

Russland macht die Ukraine für einen Angriff auf ein iranisches Schiff im Kaspischen Meer verantwortlich und erklärt, dass dies als Angriff auf den Iran selbst gewertet werden müsste. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, die Ukraine weite den geografischen Radius ihrer „terroristischen Angriffe“ aus und habe auch die Nord-Stream-Pipelines gesprengt. „Diese Bedrohung muss neutralisiert und definitiv zerstört werden.“ Das iranische Außenministerium verurteilte den ukrainischen Angriff auf das Schiff am Samstag. Ein Besatzungsmitglied sei getötet und ein weiteres verletzt worden. Selenskyj erklärte, sein Land habe Schiffe beschossen, die für militärische Frachttransporte mit iranischer Beteiligung genutzt worden seien. Kiew bestreitet jedoch, für die Nord-Stream-Explosionen verantwortlich zu sein.

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Raffinerie stillgelegt und Drohnenangriffe

Die russische Raffinerie Tjumen im Westen Sibiriens hat nach einem ukrainischen Drohnenangriff die Ölverarbeitung eingestellt. Eine Anlage zur Diesel-Entschwefelung und eine zur Benzinproduktion hätten Feuer gefangen. Die Anlage liegt mehr als 2000 Kilometer von der Ukraine entfernt und verarbeitet jährlich rund sechs Millionen Tonnen Rohöl, produziert etwa eine halbe Million Tonnen Benzin und 2,8 Millionen Tonnen Diesel. Die Ukraine nimmt verstärkt die russische Ölinfrastruktur ins Visier, was in einigen Gebieten zu Treibstoffengpässen geführt hat.

Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf zwei Busse wurden nach russischen Angaben 25 Menschen verletzt. In der Grenzstadt Schebekino schlug eine Drohne in einen Linienbus ein – 19 Verletzte, sechs davon schwer. In der von russischen Truppen besetzten Stadt Horliwka nahe Donezk verletzte eine ukrainische Drohne fünf Personen in einem Bus.

Finnland schränkt Luft- und Seeverkehr ein

Finnland schließt wegen der Gefahr verirrter Drohnen einen Teil seines Luftraums und schränkt den Seeverkehr vor seiner Südküste nahe der russischen Grenze ein. Hintergrund sind wiederholte Vorfälle, bei denen ukrainische Militärdrohnen auf dem Weg zu Zielen in Russland in den Luftraum von Nato-Staaten eindringen. Die Ukraine und Nato-Staaten machen russische Störsender für die Kursabweichungen verantwortlich, während Moskau der Ukraine vorwirft, die Drohnen absichtlich über die Grenzen zu steuern.

Weitere Entwicklungen

In der Nacht zum 28. Juli drang erneut eine Drohne kurzzeitig in den rumänischen Luftraum ein. Es war bereits der vierte derartige Vorfall innerhalb von vier Tagen. Zwei F-16-Kampfjets wurden zur Überwachung aufgestiegen.

Der neue britische Premierminister Andy Burnham empfing Selenskyj als ersten ausländischen Besucher. Großbritannien werde neue, im Inland entwickelte Störtechnologie zum Schutz ukrainischer Drohnen bereitstellen. Burnhams Vorgänger Keir Starmer hatte kurz vor seinem Rücktritt 300 Millionen Euro für 16 schwedische Gripen-Kampfjets zugesagt.

Die Ehefrau von Kreml-Sprecher Peskow, Tatjana Nawka, klagt vor dem Europäischen Gerichtshof gegen ihre EU-Sanktionen und fordert Schadenersatz in Höhe von gut zwei Millionen Euro. Auch die Ehefrau des Chefs des Rüstungskonzerns Rostec, Jekaterina Ignatowa, geht juristisch gegen die Sanktionen vor.