Jens Spahn und Leihmutterschaft: Baby-News werfen politische Fragen auf
Spahn und Leihmutterschaft: Baby-News werfen Fragen auf

Der frühere Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und sein Ehemann Daniel Funke sind Eltern geworden. Eine Leihmutter hat in den USA ihren Sohn Georg zur Welt gebracht. Der 42-jährige Spahn und sein Ehemann, der 44-jährige Journalist Daniel Funke, machten die Geburt am Mittwoch über die „Bild“-Zeitung öffentlich. „Dieses Gefühl lässt sich kaum in Worte fassen“, sagte Spahn über die Geburt seines Sohnes.

Rechtliche Lage in Deutschland

In Deutschland ist die Leihmutterschaft nach dem Embryonenschutzgesetz verboten. Ärzten drohen bei Vermittlung oder Durchführung Freiheitsstrafen. Auch die Vermittlung von Leihmüttern ist strafbar. Spahn und Funke haben sich daher für einen Weg entschieden, der in Deutschland rechtlich nicht möglich wäre: Sie beauftragten eine Leihmutter in den USA, wo die Regelungen je nach Bundesstaat unterschiedlich sind. In einigen US-Staaten ist die Leihmutterschaft erlaubt und rechtlich geregelt.

Politische Debatte neu entfacht

Der Fall Spahn könnte die politische Debatte um die Legalisierung der Leihmutterschaft in Deutschland neu entfachen. Bislang lehnen die meisten Parteien eine Liberalisierung ab. Die SPD, die Grünen und die FDP sind in dieser Frage gespalten. Die Union zeigt sich ebenfalls zurückhaltend. Allerdings gibt es auch Stimmen, die eine Öffnung fordern, um Paaren den Weg zur Elternschaft zu erleichtern und Ausweichbewegungen ins Ausland zu verhindern.

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Kritik und Unterstützung

Während Spahn und Funke viel Zuspruch von Fans und Weggefährten erhalten, gibt es auch kritische Stimmen. Gegner der Leihmutterschaft argumentieren, dass sie die Gefahr der Kommerzialisierung von Frauenkörpern und der Ausbeutung von Leihmüttern berge. Befürworter betonen hingegen das Recht auf reproduktive Selbstbestimmung und die Möglichkeit für ungewollt kinderlose Paare, eine Familie zu gründen. Spahn selbst hat sich in der Vergangenheit nicht eindeutig zur Leihmutterschaft geäußert.

Der Weg zur Elternschaft

Wie genau Spahn und Funke die Leihmutterschaft organisiert haben, ist nicht bekannt. In den USA ist die rechtliche Anerkennung der Elternschaft für ausländische Paare oft kompliziert. Die Geburtsurkunde wird in der Regel auf die Leihmutter ausgestellt, und die leiblichen Eltern müssen ein Adoptionsverfahren durchlaufen, um die rechtliche Elternschaft zu erlangen. Dies kann mehrere Monate in Anspruch nehmen. Spahn und Funke dürften diesen Prozess nun in den USA durchlaufen, bevor sie mit ihrem Sohn nach Deutschland zurückkehren können.

Auswirkungen auf die Politik

Der Fall könnte die Diskussion über eine Reform des Abstammungsrechts und der Leihmutterschaft in der neuen Legislaturperiode beeinflussen. Die Ampelkoalition hatte im Koalitionsvertrag vereinbart, das Abstammungsrecht zu reformieren und die Möglichkeiten der Fortpflanzungsmedizin zu überprüfen. Eine konkrete Aussage zur Leihmutterschaft fehlt jedoch. Spahn selbst ist als ehemaliger Gesundheitsminister mit dem Thema vertraut. Ob er sich nun für eine Liberalisierung einsetzen wird, bleibt abzuwarten.

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