Spaniens Ligaboss Tebas attackiert FIFA-Chef Infantino scharf
Tebas attackiert Infantino: System an der Wurzel krank

Der spanische Ligaboss Javier Tebas hat in einem Interview mit der „Gazzetta dello Sport“ einen scharfen Rundumschlag gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino und das System des Weltfußballverbands geführt. Tebas forderte, Infantino solle nicht im Amt bleiben: „Seine Zeit ist vorbei. Er sollte nicht im Amt bleiben.“

Tebas: System ist an der Wurzel krank

Tebas kritisierte, dass Infantino weiterhin die Unterstützung der Verbände genieße: „Er hat die Unterstützung des Systems, der Verbände. Das ist das System, und es ist ein System, das bereits an der Wurzel krank ist.“ Damit reagierte er auf die anhaltende Kontroverse um Infantinos Führungsstil und Entscheidungen während der Fußball-WM 2026 in Nordamerika.

Laut Tebas hätten viele Funktionäre private Kritik geübt, aber öffentlich geschwiegen: „Sie kritisieren das System bei einem Kaffee in der Bar oder am Telefon in privaten Gesprächen, aber anschließend tun sie nichts, um dem Ganzen ein Ende zu setzen.“ Er stellte die Frage: „Ich weiß nicht, ob Schweigen oder Komplizenschaft schlimmer ist, denn wer schweigt, ist sich des Schadens, den der Fußball erleidet, bewusst.“

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„Fall Balogun“ als Beleg für Willkür

Besonders scharf verurteilte Tebas die Rolle der FIFA im sogenannten „Fall Balogun“. Dabei ging es um eine umstrittene Begnadigung nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump, die Belgien im Achtelfinale der WM gegen die USA half. Tebas bezeichnete dies als „eine Sache von äußerster Schwere“ und als „Beweis dafür, dass wir von einer Institution regiert werden, die macht und entscheidet, was sie will und wann sie will, und dabei ausschließlich ihren eigenen Interessen folgt. In vielen Fällen handelt sie dabei zum Schaden des Fußballs.“

Infantino habe Glück gehabt, dass Belgien das Spiel gewann: „Andernfalls hätte daraus ein Fall entstehen können, der Infantino den Posten hätte kosten können. Weil Belgien gewonnen hat, konnten sie die Sache unter den Teppich kehren.“ Tebas warnte, dies sei „nur die Spitze des Eisbergs“.

Infantino genießt Rückhalt der Verbände

Trotz der Kritik hat Infantino weiterhin breite Unterstützung. Laut einem Bericht des „Guardian“ unterschrieben mehr als 200 Fußballverbände ein Unterstützungsschreiben für den FIFA-Präsidenten vor der Wahl im kommenden Jahr. Tebas kommentierte: „Es gibt keinen Gegenkandidaten, niemand will antreten, um zu verlieren.“

Tebas‘ Attacke zeigt die tiefe Spaltung im Weltfußball. Während Infantino wirtschaftliche Erfolge vorweisen kann – Tebas räumte ein: „Wirtschaftlich hat Infantino vieles richtig gemacht“ –, sehen Kritiker wie Tebas die sportliche Integrität gefährdet. Die FIFA selbst hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert.

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