DW-Reporter Alican Uludag erneut in der Türkei festgenommen
DW-Reporter in Türkei erneut festgenommen

Der türkische Journalist und Deutsche-Welle-Korrespondent Alican Uludag ist in der Türkei erneut inhaftiert worden. Er selbst gab die Festnahme am Dienstag über den Onlinedienst X bekannt: „Ich werde festgenommen.“ Der in Ankara ansässige Reporter war bereits im Februar wegen des Vorwurfs der „Beleidigung des Präsidenten“ festgenommen worden und hatte rund 90 Tage im Gefängnis Silivri bei Istanbul verbracht.

Neue Vorwürfe gegen Uludag

Laut Deutscher Welle wird gegen Uludag nun in einem weiteren Verfahren mit neuen Vorwürfen ermittelt. DW-Intendantin Barbara Massing nannte die erneute Festnahme „zutiefst besorgniserregend“. Sie betonte: „Journalistische Arbeit darf nicht kriminalisiert werden. Wir erwarten, dass seine Rechte uneingeschränkt gewahrt werden, und fordern auch hier ein rechtsstaatliches und faires Verfahren.“

Im ersten Verfahren, das weiterhin läuft, ermittelte die türkische Justiz außerdem wegen „Verbreitung von Falschinformationen“ und „öffentlicher Herabwürdigung von Justizeinrichtungen“. Die Vorwürfe gehen auf einen Internetbeitrag zurück, in dem Uludag laut DW Kritik an der Freilassung mutmaßlicher IS-Kämpfer geübt und der türkischen Regierung Korruption vorgeworfen hatte.

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Hintergrund und aktuelle Entwicklungen

Die Bundesregierung und Menschenrechtsorganisationen hatten bereits im Frühjahr seine Freilassung gefordert. Im Mai ordnete ein Gericht die Entlassung Uludags an, die Anklage blieb jedoch bestehen. Der nächste Gerichtstermin in diesem Verfahren ist für den 18. September angesetzt. In der Türkei sind in den vergangenen Jahren zehntausende Menschen wegen „Beleidigung des Präsidenten“ oder ähnlicher Delikte strafrechtlich verfolgt worden, oft aufgrund von Internetbeiträgen.

Uludag arbeitet seit mehreren Jahren für die Deutsche Welle in der Türkei. Als Gerichtsreporter berichtete er über Menschenrechtsverletzungen, Korruptionsfälle und Prozesse und erreicht mit seinen Berichten eine breite Öffentlichkeit. Auf seinem X-Account hatte er zuletzt zahlreiche regierungskritische Beiträge geteilt.

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