Ein Verlust für die transatlantischen Beziehungen
Der Tod des US-Senators Lindsey Graham (Republikaner) hat weitreichende Folgen für die transatlantischen Beziehungen. Kaum ein anderer Republikaner verstand es, traditionelle Bündnispolitik in die Sprache Donald Trumps zu übersetzen. Graham, der kurz vor seinem Tod scherzte, er dürfe jetzt nicht sterben, weil er noch die Russlandsanktionen erledigen müsse, war eine Schlüsselfigur für den europäischen Zugang zum ehemaligen Präsidenten.
Grahams Rolle als Übersetzer
Der Senator aus South Carolina galt als einer der engsten Verbündeten Trumps im Kongress. Er konnte sowohl die Anliegen der traditionellen Verbündeten als auch die oft unkonventionelle Rhetorik Trumps vermitteln. „Er war der Dolmetscher zwischen zwei Welten“, sagte ein ehemaliger Mitarbeiter des Außenministeriums. „Ohne ihn wird es für Europa schwieriger, bei Trump Gehör zu finden.“
Graham war bekannt für seine harte Haltung gegenüber Russland und seine Unterstützung der Ukraine. Erst am Freitag vor seinem Tod traf er in Kyjiw mit Präsident Wolodymyr Selenskyj zusammen. Das Foto des Treffens zeigt die enge Verbindung.
Auswirkungen auf die Russlandsanktionen
Mit Grahams Tod verliert die Ukraine einen wichtigen Fürsprecher in Washington. Er hatte maßgeblich dazu beigetragen, dass die Russlandsanktionen unter Trump verlängert wurden. „Seine Stimme fehlt jetzt im Senat“, kommentierte ein republikanischer Stratege. „Das könnte die Dynamik bei künftigen Sanktionsentscheidungen verändern.“
Grahams Fähigkeit, Trumps Unterstützung für eine harte Linie gegenüber Moskau zu gewinnen, war einzigartig. Sein Tod hinterlässt eine Lücke, die nicht leicht zu füllen sein wird.



