US-Verteidigungsministerium stoppt Tomahawk-Lieferung an Deutschland
Das US-Verteidigungsministerium plant einem Medienbericht zufolge, die geplante Lieferung von Tomahawk-Marschflugkörpern an Deutschland zu stornieren. Grund dafür sei die Sorge, Russland durch die Stationierung zu verärgern. Dies berichtet das Nachrichtenportal Politico unter Berufung auf Insider aus der US-Regierung sowie zwei europäische Beamte.
Die Trump-Regierung wolle damit auf ihren Plan verzichten, Präzisionsraketen auf dem europäischen Kontinent zu stationieren. Dies würde ein unter der Biden-Regierung geschlossenes Abkommen aufgeben. Washington würde Berlin ohne dringend benötigte Verteidigung zurücklassen.
Rückzug aus Nato-Verpflichtungen
Dieser Schritt ist Teil eines umfassenderen Rückzugs der USA aus ihren Nato-Verpflichtungen. Ziel der US-Regierung unter Präsident Donald Trump ist es, den Europäern die Hauptverantwortung für ihre konventionelle Verteidigung aufzuerlegen. US-General Alexus G. Grynkewich, Oberbefehlshaber der US-Truppen in Europa, erklärte, die USA würden ihre für das Nato-Streitkräftemodell vorgesehenen Truppen reduzieren und andernorts neu ausrichten.
Grynkewich sprach von einer ungesunden Abhängigkeit des Bündnisses von US-Truppen. Die Anpassung solle die Verteidigungspläne der Allianz realistischer machen und sicherstellen, dass die Nato sich nicht zu sehr auf US-Streitkräfte verlasse.
Keine Stationierung von Mittelstreckenwaffen
Bereits Ende Mai hatte Grynkewich bestätigt, dass die USA vorerst keine weitreichenden Mittelstreckenwaffen in Deutschland stationieren werden. Die geplante Verlegung eines Long Range Fires Battalion werde nicht beginnen. Eine Abmachung aus dem Jahr 2024 hatte eigentlich vorgesehen, dass die USA von 2026 an in Deutschland wieder Mittelstreckenwaffen mit konventionellen Sprengköpfen stationieren, darunter Tomahawk-Marschflugkörper mit einer Reichweite von bis zu 2.500 Kilometern, SM-6-Raketen und neu entwickelte Hyperschallwaffen.
Schlagabtausch zwischen Merz und Trump
Vorausgegangen war ein verbaler Schlagabtausch zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Trump. Merz hatte gesagt, die USA könnten den Krieg nicht schnell beenden. Trump attackierte Merz persönlich und kündigte den Abzug von Soldaten aus Deutschland an. Merz äußerte später, es gebe aus den USA kaum eine Möglichkeit, Waffensysteme dieser Art abzugeben.
Schrumpfende Munitionsbestände
Neben der Rücksichtnahme auf Russland sorgt sich die US-Regierung auch um ihre eigenen schrumpfenden Munitionsbestände. In den ersten Wochen des Iran-Krieges seien Tausende Tomahawk- und Patriot-Lenkwaffen verschossen worden. Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte, es werde Monate und Jahre dauern, die verbrauchte Munition zu ersetzen.



