Trump will 20 Prozent der Öleinnahmen für Schutz arabischer Staaten
Trump: 20 Prozent der Öleinnahmen für US-Schutz arabischer Staaten

Trump fordert 20 Prozent der Einnahmen für militärischen Schutz arabischer Länder

US-Präsident Donald Trump hat seine Vision für die künftige Sicherheitsarchitektur im Nahen Osten dargelegt. In einem Telefonat mit der „New York Times“ erklärte er, die USA seien bereit, dauerhaft die Rolle eines „Wächters des Nahen Ostens“ zu übernehmen – allerdings nur gegen Bezahlung. Konkret fordert Trump 20 Prozent der „Einnahmen“ der Region, wobei er vor allem die Öl- und Gasgewinne von Staaten wie Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar im Blick hat. Allein Saudi-Arabien müsste demnach rund 35 Milliarden Euro pro Jahr zahlen. Die Idee befinde sich noch in einem frühen Stadium, Gespräche hätten gerade erst begonnen, betonte Trump. Voraussetzung sei, dass der Iran ein „Feind“ bleibe und kein finales Atomabkommen zustande komme.

Kritik: USA als Söldner-Truppe

Die „New York Times“ kommentierte, Trump mache das US-Militär damit de facto zu einer Söldner-Truppe. Zudem wächst die Skepsis an einem dauerhaften Atomdeal mit dem Iran. Zwar haben sich die USA und der Iran nach monatelangen Kämpfen auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das die sofortige und endgültige Beendigung der Militäroperationen vorsieht. Auch der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon soll beigelegt werden. Das Abkommen gilt als Ausgangspunkt für vertiefte Gespräche über einen langfristigen Frieden und das iranische Atomprogramm. Die Straße von Hormus bleibt zunächst für 60 Tage geöffnet, wobei der Iran zuletzt eine Klausel über Durchfahrtsgebühren hinzugefügt hat.

Washington stellt dem Iran eine Lockerung der Wirtschaftssanktionen in Aussicht. Bargeldzahlungen schloss Trump zwar aus, doch Teheran fordert laut iranischen Medien bereits vor weiteren Verhandlungen die Freigabe eingefrorener Gelder in Höhe von rund 20 Milliarden Euro sowie die Aussetzung der Sanktionen auf Öl-Verkäufe.

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Experten warnen vor schwachem Deal

Ob es tatsächlich zu einer dauerhaften Einigung kommt, halten Experten für fraglich. „New York Times“-Kolumnist Nicholas Kristof bezeichnete die Darstellung des Weißen Hauses, wonach es „kein Bargeld“ für Teheran gebe, als irreführend. Die Freigabe blockierter Milliarden bedeute de facto eine massive finanzielle Stärkung des Regimes. Zudem belohne Trump den Iran für die Öffnung der Straße von Hormus und damit dafür, sie überhaupt geschlossen zu haben. Kristof befürchtet, dass Trump in 60 Tagen aus Bequemlichkeit einem schwachen Nukleardeal zustimmen könnte, der dem Iran den Weg zu echten Atomwaffen ebnen würde – ähnlich wie Nordkorea.

Der erfahrene Diplomat und Nahost-Experte Dan Shapiro zieht eine nüchterne Bilanz: Der Krieg sei von Anfang an ein strategischer Fehler gewesen. Trump habe geglaubt, das iranische Regime würde schnell kollabieren, aber das sei nicht eingetreten. Vielmehr gehe Teheran politisch gestärkt aus den Kampfhandlungen hervor, und Nachbarstaaten suchten wieder die Nähe zum Iran. Dass Trump zudem israelische Angriffe auf die Hisbollah im Libanon gestoppt habe, sei ein direkter Erfolg für Teheran.

Trump nannte Israels Ministerpräsident Netanjahu in dem Gespräch einen „sehr schwierigen Typ“, der das Abkommen fast torpediert habe. „Er sollte uns sehr dankbar sein“, sagte Trump. „Wenn der Iran eine Atomwaffe hätte, würde Israel keine zwei Stunden überleben.“

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