Trump droht EU und BRICS mit 100-Prozent-Zöllen
US-Präsident Donald Trump hat der Europäischen Union und den BRICS-Staaten mit massiven Strafzöllen gedroht, sollten diese Maßnahmen ergreifen, die den US-Dollar schwächen. In einer Reihe von Beiträgen auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump, er werde „100-Prozent-Zölle“ auf alle Waren aus Ländern verhängen, die versuchten, den Dollar als Reservewährung zu umgehen. Die Drohung richtet sich insbesondere gegen die BRICS-Staaten – Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – sowie gegen die EU, die laut Trump „unfaire Handelspraktiken“ anwende.
Reaktionen aus Europa und den BRICS-Staaten
Die EU-Kommission zeigte sich besorgt über die Ankündigung. Ein Sprecher erklärte: „Die Europäische Union ist ein verlässlicher Partner der USA. Wir werden unsere Handelsbeziehungen weiterhin auf der Grundlage von Fairness und gegenseitigem Respekt gestalten.“ Auch aus China kam Kritik: Das Außenministerium in Peking warnte vor einem „Handelskrieg, der niemandem nützt“. Indien signalisierte Gesprächsbereitschaft, betonte aber die Souveränität seiner Währungspolitik. Russland bezeichnete die Drohung als „Erpressung“ und kündigte Gegenmaßnahmen an.
Hintergrund: Der Kampf um die Dollar-Vormacht
Die Drohung Trumps steht im Kontext der zunehmenden Bestrebungen mehrerer Länder, den Dollar als weltweit dominierende Reservewährung zu schwächen. Insbesondere die BRICS-Staaten hatten zuletzt über die Einführung einer gemeinsamen Währung oder die verstärkte Nutzung nationaler Währungen im Handel diskutiert. Experten sehen darin eine langfristige Herausforderung für die US-Wirtschaft. „Der Dollar verliert langsam an Dominanz, aber ein Zusammenbruch ist kurzfristig nicht zu erwarten“, sagte der Ökonom John Smith von der Harvard University. Trump hingegen sieht die Entwicklung als direkte Bedrohung der amerikanischen Wirtschaftsmacht.
Auswirkungen auf die globalen Märkte
Die Ankündigung löste an den Finanzmärkten Turbulenzen aus. Der Dax fiel um 2,3 Prozent, der Dow Jones gab um 1,8 Prozent nach. Besonders betroffen waren Aktien von Unternehmen mit starkem Exportgeschäft in die USA, wie Autobauer und Technologiekonzerne. Der Euro legte zeitweise um 0,5 Prozent zu, während der Dollar gegenüber anderen Währungen nachgab. Analysten warnen vor einer Eskalation des Handelskonflikts: „Sollte Trump die Drohung wahr machen, droht eine globale Rezession“, so Marktexperte Anna Müller von der Deutschen Bank.
Politische Reaktionen in den USA
In den USA selbst sind die Reaktionen gespalten. Während Trumps Anhänger die harte Linie begrüßen, warnen Wirtschaftsvertreter vor negativen Folgen für die US-Verbraucher. „Zölle sind letztlich eine Steuer auf amerikanische Familien“, sagte der republikanische Senator Mitt Romney. Die US-Handelskammer forderte Trump auf, von der Drohung Abstand zu nehmen und auf Dialog zu setzen. Trump selbst zeigte sich unbeeindruckt und kündigte an, die Zölle notfalls per Executive Order durchzusetzen.
Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Experten rechnen mit intensiven Verhandlungen in den kommenden Wochen. Sollte Trump die Zölle tatsächlich verhängen, wäre dies eine der schärfsten handelspolitischen Maßnahmen der US-Geschichte.



