Trump genehmigt Nuklearabkommen mit Saudi-Arabien für ziviles Atomprogramm
Trump genehmigt Nuklearabkommen mit Saudi-Arabien

US-Präsident Donald Trump hat einem Medienbericht zufolge ein Nuklearabkommen mit Saudi-Arabien genehmigt. Die Vereinbarung soll dem Königreich – einem langjährigen Rivalen des Irans – beim Aufbau eines zivilen Atomprogramms helfen und möglicherweise den Weg für die Urananreicherung auf saudischem Gebiet ebnen. Dies berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Regierungsvertreter als erstes US-Medium.

Milliardenschwerer Vertrag über 30 Jahre

Die milliardenschwere Vereinbarung solle eine Laufzeit von 30 Jahren haben, US-Unternehmen eine Schlüsselrolle beim Aufbau der saudischen Atominfrastruktur sichern und andere ausländische Konkurrenten ausschließen, heißt es weiter. Eine zentrale Regelung sieht demnach vor, dass US-Unternehmen eine Urananreicherungsanlage in Saudi-Arabien bauen, sofern eine gemeinsame amerikanisch-saudische Studie zu dem Schluss kommt, dass ein solcher Schritt gerechtfertigt ist. US-Präsident Donald Trump verspricht sich Aufträge für die US-Atomindustrie in Milliardenhöhe.

Einflussnahme und Kontrolle

Nach Auffassung der Trump-Regierung würde diese Bestimmung den USA Einfluss auf das saudische Atomprogramm verschaffen und zugleich sicherstellen, dass es nicht für militärische Zwecke missbraucht werden könne. Dennoch dürfte die Vereinbarung, die in den kommenden Tagen dem Kongress in Washington zur Prüfung vorgelegt werden solle, auf Widerstand stoßen. Viele Abgeordnete lehnten eine Ausweitung atomarer Technologie im politisch instabilen Nahen Osten ab.

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Kompromisse bei Inspektionen

Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf Regierungsbeamte, Trump habe Kompromisse machen müssen, um die Vereinbarung zu erreichen. So habe er Bedingungen zugestimmt, die internationale Inspektoren möglicherweise daran hindern könnten, Zugang zu bestimmten Standorten zu bekommen. Gemeint seien Standorte, an denen der Verdacht aufkomme, dass dort Kernbrennstoff für Waffenprogramme abgezweigt werden könne.

Unterzeichnung noch diese Woche möglich

Laut den Berichten könnte die Vereinbarung noch am Mittwoch unterzeichnet werden. US-Energieminister Chris Wright hatte bereits bei einer Reise in die Region im April 2025 über einen solchen Deal Gespräche geführt. Schon damals hieß es, denkbar sei ein neues Energie-Abkommen beider Länder, das den Weg für ein Atomprogramm in dem Wüstenstaat ebnen könnte.

Verbindung zu Israel und Iran

Die USA hatten zuvor mit Saudi-Arabien Gespräche geführt über eine mögliche Normalisierung der bilateralen Beziehungen mit Israel. Im Gegenzug waren Unterstützung für Riad beim Atomprogramm und ein mögliches neues Sicherheitsabkommen im Gespräch. Die Verhandlungen wurden nach Beginn des Gaza-Kriegs Ende 2023 ausgesetzt. Saudi-Arabiens Kronprinz und faktischer Herrscher, Mohammed bin Salman, hat aber weiter ein „großes Interesse“ seines Landes daran geäußert.

In einem Interview des US-Senders CBS hatte der Kronprinz 2018 gesagt, dass Riad „so schnell wie möglich“ Atomwaffen anstreben würde, wenn der Iran dies tun sollte. Saudi-Arabien und der Iran ringen seit langem um die Vorherrschaft in der Region. Beide Staaten näherten sich 2023 unter Vermittlung Chinas an. Das Misstrauen bleibt aber groß nach einer jahrelangen Rivalität, die auch vom konfessionellen Konflikt zwischen dem sunnitischen Islam in Saudi-Arabien und dem schiitischen Islam im Iran geprägt wird.

Aktuelle Spannungen mit Iran

Im Iran-Krieg ist Saudi-Arabien zuletzt immer wieder vom Iran aus attackiert worden. Unlängst haben auch die jemenitischen Huthi-Rebellen einen Flughafen in Saudi-Arabien angegriffen und eine Seeblockade gegen das Nachbarland verkündet. Saudi-Arabien verfügt noch über kein Atomkraftwerk.

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