US-Präsident Donald Trump hat für Montag eine neue Gesprächsrunde mit Vertretern des Iran angekündigt. Die Ankündigung machte er am Sonntagabend (Ortszeit) an Bord der Präsidentenmaschine auf dem Flug von New Jersey nach Washington. Trump ließ offen, wo die Gespräche stattfinden sollen, ob sie auf mehrere Tage angelegt sind und wer genau daran beteiligt ist. Es wäre die erste offizielle Begegnung seit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens Mitte Juni.
Trump: Angriff nur wegen Bitten aus der Region abgesagt
Trump bekräftigte erneut seine Darstellung, dass das US-Militär nur auf Bitten von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katars und des Irans in letzter Minute von einer neuen Welle vernichtender Angriffe abgesehen habe. „Es wäre der größte Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg geworden, und er wäre für sie verheerend gewesen“, sagte Trump. Abgeblasen habe er den Angriff nur, weil die Verbündeten ihm gesagt hätten, dass eine Einigung kurz bevorstehe. Auch der Iran habe gesagt, er wolle einen „Deal“ schließen.
Die Angaben Trumps sind bislang nicht unabhängig bestätigt. Insbesondere die Behauptung, der Iran selbst habe um den Verzicht auf die Angriffe gebeten, ist von iranischer Seite nicht kommentiert worden. Auch zu den genauen Inhalten der Gespräche mit den regionalen Vermittlern liegen keine weiteren Informationen vor.
Hintergrund: Rahmenabkommen vom Juni
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran dauert seit Ende Februar an. Mitte Juni hatten sich beide Seiten überraschend auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges geeinigt. Teil der Vereinbarung war eine Übergangsfrist von 60 Tagen, innerhalb derer weitere Details ausgearbeitet werden sollten. Diese Frist ist noch nicht abgelaufen, aber der Druck steigt.
Von Anfang an hatte es Zweifel an der Tragfähigkeit des Abkommens gegeben. In der Zwischenzeit kam es immer wieder zu heftigen gegenseitigen Angriffen, die den Prozess gefährdeten. Trump sprach am Sonntag von „Umrissen einer Einigung“, nachdem er in der Nacht zuvor den vorläufigen Verzicht auf eine weitere Angriffswelle verkündet hatte. Eine offizielle Bestätigung aus dem Iran liegt bislang nicht vor.
Offene Fragen zu den Gesprächen
Über die Modalitäten der für Montag angekündigten Gespräche ist wenig bekannt. Trump nannte weder einen Ort noch gab er bekannt, ob es sich um direkte Verhandlungen oder indirekte Kontakte über Vermittler handelt. Auch die Teilnehmer beider Seiten wurden nicht genannt. Diese Unklarheiten nähren die Skepsis, ob die Gespräche tatsächlich zustande kommen.
Unklar bleibt auch, wer auf iranischer Seite die Verhandlungen führt. Bislang hat sich Teheran nicht offiziell zu der Ankündigung Trumps geäußert. Eine Stellungnahme aus der iranischen Hauptstadt steht aus, was die Aussichten für eine schnelle Einigung weiter verringert. Die diplomatischen Bemühungen der Golfstaaten werden jedoch als ernsthafter Versuch gewertet, eine Eskalation zu verhindern.
Regionale Vermittler im Zentrum
Die Rollen Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und Katars als Fürsprecher eines Angriffsverzichts unterstreichen die regionale Bedeutung des Konflikts. Diese Länder haben ein großes Interesse an Stabilität in der Golfregion. Trump zufolge hätten sie ihn davon überzeugt, den Angriff zu stoppen, weil eine Einigung in greifbarer Nähe sei. Sie hätten damit eine Schlüsselrolle in der Deeskalation übernommen.
Die Aussage Trumps, der geplante Angriff wäre „der größte seit dem Zweiten Weltkrieg“ gewesen, ist Teil seiner Begründung für die Kehrtwende. Sie zeigt zugleich, wie nahe die Region an einer militärischen Katastrophe vorbeigeschrammt sein soll. Dass es nun zu neuen Gesprächen kommen soll, wird international mit Erleichterung aufgenommen, auch wenn der Weg zu einem dauerhaften Frieden noch weit ist.
Ausblick: Belastungsprobe für die Diplomatie
Die für Montag angekündigte Gesprächsrunde wird zu einer Belastungsprobe für die diplomatischen Bemühungen. Ohne eine offizielle Bestätigung aus dem Iran bleibt Trumps Ankündigung ein einseitiger Schritt. Der Erfolg hängt entscheidend davon ab, ob beide Seiten bereit sind, ihre Maximalforderungen zurückzustellen. Die Geschichte der vergangenen Wochen hat gezeigt, wie fragil der Friedensprozess ist.
In den kommenden Stunden wird sich weisen, ob aus den „Umrissen einer Einigung“ konkrete Fortschritte werden. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit großer Spannung. Ein Scheitern der Gespräche könnte erneut zu massiven militärischen Aktionen führen, die weit über die Region hinaus Auswirkungen hätten.



