Trump Tower in Tiflis: Trumps Traum vom Monte Carlo des Kaukasus
Trump Tower in Tiflis: Trumps Traum vom Kaukasus-Monte Carlo

Ein Traum wird wahr? Trump Tower in Georgien

Bereits im Jahr 2012 hegte Donald Trump, damals noch Immobilienmogul, den Traum von einem „Monte Carlo des Kaukasus“ in Georgien. Bei einem Besuch in der ehemaligen Sowjetrepublik kündigte er den Bau von zwei Trump Towers an: einen in der Schwarzmeerstadt Batumi und einen in der Hauptstadt Tiflis. Das Projekt sollte der Auftakt für weitere Geschäfte im postsowjetischen Raum sein, wie das Wirtschaftsmagazin Bloomberg später berichtete.

Saakaschwili als Fürsprecher

Der damalige Präsident Georgiens, Michail Saakaschwili, war ein enger Vertrauter Trumps und unterstützte das Vorhaben. Doch nach Saakaschwilis Abwahl 2013 und der Machtübernahme von Bidsina Iwanischwili, dem Gründer der Partei Georgischer Traum, geriet das Projekt ins Stocken. Iwanischwili stemmte sich gegen die Türme, und es folgte ein jahrelanges Hin und Her.

Überraschende Wende im April

Im Januar 2026 schien das Projekt endgültig gescheitert, als die Trump Organization bekannt gab, dass sie sich zurückziehe. Doch im April gab es eine überraschende Kehrtwende: Nun soll doch ein Trump Tower in Tiflis gebaut werden, wie das Wall Street Journal meldete. Der Politikwissenschaftler Hannes Meissner spricht im Podcast „Wieder was gelernt“ von einer „sehr überraschenden Wendung“. Das Projekt sei bereits 2012, 2017 und zuletzt im Januar gescheitert. Wie es nun umgesetzt werden soll, sei noch unklar. In Tiflis herrsche Skepsis, ob der Turm tatsächlich gebaut wird.

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Brisante Grundstücksverflechtungen

Der geplante Standort des Trump Towers ist das Hippodrom, eine alte Pferderennbahn im Westen von Tiflis. Das Grundstück gehört über Umwege dem Iwanischwili-Clan. Offiziell ist der International Charity Fund Cartu, eine von Bidsina Iwanischwili gegründete Wohltätigkeitsorganisation, als Eigentümer eingetragen. Die Stiftung gehört zur Cartu Group, deren Hauptanteilseigner Uta Iwanischwili, der Sohn des Ex-Regierungschefs, ist. Ihm gehören 35 Prozent der Cartu Group, berichtet der Guardian.

Meissner erklärt: „Es ist unbestritten, dass Bidsina Iwanischwili hinter der Charity Foundation Cartu und dem ganzen Firmengeflecht steht. Die Stiftung ist zu einem Staat im Staat geworden, der Wohlfahrtsleistungen übernimmt, die normalerweise der Staat trägt. Iwanischwili stärkt damit seine Legitimität und Macht.“

US-Sanktionen gegen Iwanischwili

Bidsina Iwanischwili unterliegt seit 2024 US-amerikanischen Sanktionen, weil er „die demokratische und euro-atlantische Zukunft Georgiens zugunsten der Russischen Föderation untergraben“ habe. US-Unternehmen dürfen keine Geschäfte mit ihm machen. Allerdings ist sein Sohn Uta nicht sanktioniert. Kritiker sehen das Trump-Tower-Projekt als Versuch Iwanischwilis, sich bei Trump einzuschmeicheln, damit die Sanktionen aufgehoben werden. Transparency International warnt vor „Geopolitik, verpackt in Beton und Glas“.

Die georgische Regierung hingegen lobt das Projekt als Vertrauensbeweis in die Wirtschaft. Meissner betont jedoch: „Wer nicht mit Iwanischwili oder seinen Firmen zusammenarbeitet, kann in Georgien nichts erreichen. Er kontrolliert die Wirtschaft und den Zugang für ausländische Unternehmen.“ Ohne ihn gäbe es auch keinen Trump Tower.

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