Trumps Wahl-Lüge: Gefährlicher Herbst für Amerika droht
Trumps Wahl-Lüge: Gefährlicher Herbst für Amerika

US-Präsident Donald Trump hat in einer Rede an die Nation erneut die längst widerlegte Behauptung aufgestellt, die Präsidentschaftswahl 2020 sei manipuliert gewesen. Statt auf die drängenden Sorgen der Bevölkerung einzugehen – 60 Prozent der Wähler glauben nicht mehr an den American Dream, zwei Drittel halten die Lebenshaltungskosten für unbezahlbar – wärmte der 80-Jährige alte Hirngespinste auf. Die Rede gilt als Ouvertüre für die Halbzeitwahlen im November, bei denen Trump jedes Ergebnis, das nicht einen Sieg für ihn und die Republikaner ausweist, unter Betrugsverdacht stellen will.

Trump ignoriert wirtschaftliche Sorgen

In seiner Ansprache, die als „Rede an die Nation“ angekündigt war, hätten viele Amerikaner einen Fingerzeig erwartet, wie es besser werden soll. Doch Trump hatte nie vor, darauf einzugehen. Stattdessen wiederholte er die gerichtlich dutzendfach widerlegte Behauptung, das Wahlsystem sei hochgradig betrugsanfällig gewesen. Dabei weiß Trump seit sechs Jahren, dass er die Wahl gegen den Demokraten Joe Biden rechtmäßig verloren hat. Es gab keine Verschwörung zum Wahlbetrug, keine dubiosen Briefwahlstimmen, keine illegalen Stimmabgaben und keine klandestinen Eingriffe in- oder ausländischer Akteure.

Gefährliche Rhetorik vor Halbzeitwahlen

Dirk Hautkapp, US-Korrespondent der Funke Mediengruppe, kommentiert: „Seine Mär von der gestohlenen Wahl fußt auf einem toxischen Demokratieverständnis: Die falschen Leute haben falschgewählt – nämlich die Demokraten.“ Trump tut nur so, als sei es anders gewesen. Die Rede war die Ouvertüre für die Halbzeitwahlen im Kongress. Jedes Ergebnis, das im November nicht einen Sieg für Trump und die Republikaner ausweist, wird unter Betrugsverdacht gestellt. Amerika steht ein unruhiger Herbst bevor.

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