Ukraine meldet Rückeroberung von mehr als 600 Quadratkilometern
Die ukrainischen Streitkräfte haben nach Angaben von Armeechef Oleksandr Syrskyj seit Anfang 2026 mehr als 600 Quadratkilometer Land von Russland zurückerobert. Allein im Mai habe die Ukraine 100 Quadratkilometer mehr unter ihre Kontrolle gebracht, als sie verloren habe, teilt Syrskyj über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Wo genau die Geländegewinne erzielt wurden, lässt er offen.
Drohnentrümmer in Moldau nahe ukrainischer Grenze entdeckt
In der Republik Moldau werden nach Angaben des Verteidigungsministeriums Trümmer einer Drohne auf einem Feld unweit der ukrainischen Grenze gefunden. Überwachungssysteme hätten das Eindringen des Fluggeräts in der Nacht registriert. Die Herkunft der Trümmer werde noch untersucht, erklärt das Ministerium, verweist jedoch auf einen nächtlichen russischen Angriff in der benachbarten Ukraine. Präsidentin Maia Sandu fordert angesichts wiederholter Luftraumverletzungen die Anschaffung von Abfangdrohnen.
Nato-Kampfjets schießen Drohne über Lettland ab
Kampfjets des westlichen Militärbündnisses Nato schießen eine Drohne über Lettland ab. Das teilt die lettische Armee mit. Mindestens eine Drohne sei aus Russland in den lettischen Luftraum eingedrungen, sagt ein Armeesprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Ein zwischenzeitlich ausgerufener Luftalarm wird aufgehoben. Davor waren Einwohner der an Russland und Belarus grenzenden östlichen Regionen aufgefordert, in den Gebäuden zu bleiben. Verirrte Militärdrohnen schüren in den baltischen Staaten und Finnland zunehmend die Sorge vor einem Übergreifen des Ukraine-Krieges auf die nördlichen Nato-Grenzen. Hintergrund sind verstärkte ukrainische Angriffe auf russische Ölhäfen an der Ostsee, bei denen Drohnen wiederholt ihre Ziele verfehlen.
Gouverneur auf Krim: Ein Toter bei ukrainischem Drohnenangriff auf Zug
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Zug auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim wurde nach russischen Angaben ein Mensch getötet. Der Assistent des Lokführers sei ums Leben gekommen und der Lokführer sei verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow auf Telegram mit. Die Passagiere des Zuges, der zwischen Moskau und Simferopol verkehrt, blieben unversehrt. Zudem heulten in der russischen Hafenstadt Noworossijsk am Schwarzen Meer örtlichen Behörden zufolge die Luftalarmsirenen wegen möglicher Drohnenangriffe.
Ukraine: Selenskyj bittet Großbritannien um weitere Luftabwehrraketen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den britischen Premierminister Keir Starmer über den Bedarf an zusätzlichen Raketen für die Luftabwehr seines Landes informiert. Bei einem Gespräch am Sonntag hätten die beiden Politiker zudem ihre Positionen vor den anstehenden Gipfeln der G7 und der Nato sowie vor Treffen der sogenannten Koalition der Willigen abgestimmt, teilte Selenskyj auf der Plattform X mit. Ein weiteres Thema sei der Schutz der ukrainischen Energieinfrastruktur und die Vorbereitung auf den kommenden Winter gewesen.
Selenskyj zu Gesprächen in Großbritannien eingetroffen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist zu Gesprächen mit dem britischen Premierminister Keir Starmer sowie mit Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Großbritannien eingetroffen. „Im Mittelpunkt stehen unsere Verteidigung im Krieg, eine verstärkte Zusammenarbeit im Bereich der Luftverteidigung zum Schutz ganz Europas sowie unsere gemeinsame Sichtweise auf die diplomatischen Perspektiven“, schreibt er auf X. „Europa muss an den Verhandlungen beteiligt sein und sich stark zeigen.“
Ukraine greift Treibstofflager auf der Krim an
Ukrainische Drohnen haben auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim Treibstofflager angegriffen. Unter anderem sei das Öllager Semikolodesjanska getroffen worden, teilten die ukrainischen Spezialeinheiten auf Telegram mit. Das Lager werde von den russischen Streitkräften als Umschlagplatz für die Versorgung der Truppen mit Treibstoff genutzt. Ein weiterer Angriff ukrainischer Drohnen traf ein Ölterminal im Hafen von Feodosija.
Drei Tote nach russischem Drohnenangriff in Südukraine
Bei einem russischen Drohnenangriff sind im Südosten der Ukraine laut Angaben der Behörden drei Menschen an einer Bushaltestelle getötet worden. Eine weitere Person sei bei dem Angriff am Sonntag in Balabyne in der Region Saporischschja verletzt worden, schrieb der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Iwan Fjodorow, auf der Plattform Telegram.
Selenskyj bezeichnet Angriff auf Atommülllager als „extrem niederträchtig“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilt den russischen Drohnenangriff auf ein Lager für abgebrannte Brennelemente nahe dem Atomkraftwerk Tschernobyl als „extrem niederträchtig“. Russland habe das Gebiet gezielt angegriffen, schreibt Selenskyj auf X. Eine Drohne vom Typ Schahed habe eines der Gebäude der Anlage getroffen. Es handele sich um eine äußerst kritische Infrastruktureinrichtung.
Russische Drohne trifft Atommülllager nahe Tschernobyl
Eine russische Drohne trifft ukrainischen Angaben zufolge ein Lager für abgebrannte Brennelemente in der Nähe des ukrainischen Atomkraftwerks Tschernobyl. Die Strahlungswerte seien stabil geblieben und es gebe keine Berichte über Verletzte, teilen der Generalstab in Kiew und die staatliche Atombehörde mit.
Ukraine: Stromleitung an AKW wiederhergestellt
Eine wichtige Stromleitung am Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine funktioniert wieder. Nach 15 Stunden Stromausfall sei die externe Versorgung von Europas größtem Kernkraftwerk wiederhergestellt worden, teilte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) auf der Plattform X mit. Zuvor musste die Anlage laut IAEA zur Kühlung ihrer sechs abgeschalteten Reaktoren auf Notstromdieselgeneratoren zurückgreifen. Es habe sich bereits um den 18. Ausfall der externen Stromversorgung während des russischen Angriffskriegs in der Ukraine gehandelt, es sei einer der längsten Ausfälle gewesen. Der jüngste Vorfall unterstreiche die extreme Anfälligkeit des Stromnetzes und die Dringlichkeit der Angelegenheit, teilte IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi mit. Die Ukraine und Russland hatten sich zuvor erneut auf eine begrenzte Waffenruhe geeinigt, um die Reparaturen zu ermöglichen. Die IAEA hatte zwischen den Kriegsparteien vermittelt.
Ukraine setzt auf Rüstungsindustrie als Wirtschaftsfaktor
Die Ukraine sieht ihre Rüstungsindustrie als eine dauerhafte Quelle wirtschaftlicher Stärke. „Die Nachfrage, die wir in der Ukraine geschaffen haben, hat einen Wirtschaftszweig hervorgebracht, der nun praktisch boomt. Daher ist er ein sehr wichtiger Teil unserer Zukunft“, sagte Finanzminister Serhij Martschenko auf dem Jahrestreffen der Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) in Riga. Entscheidend sei nun, die Industrie zu stärken, ihr Entwicklungskapazitäten zu verschaffen und das militärische Potenzial für einen breiteren Markt zu öffnen. Dazu stehe die Ukraine vor der Entscheidung, die Ausfuhr von Militärgütern zu ermöglichen. Durch den Ausbau und die Nutzung des Potenzials könnten nach Angaben von Martschenko nicht nur weitere Fortschritte bei militärischer Ausrüstung und Waffen erzielt werden. „Ich glaube, diese Entwicklungen können dazu beitragen, ein natürliches ziviles Umfeld nach dem Krieg zu schaffen. Denn ein Teil der Produktion, die wir derzeit für militärische Zwecke verwenden, kann auch für zivile Zwecke genutzt werden“, sagte der ukrainische Finanzminister.
Ukraine: Haben Öldepot in Region Leningrad getroffen
Das ukrainische Militär teilt mit, es habe in der Nacht ein Öldepot und einen Ölterminal in der russischen Region Leningrad getroffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor erklärt, das Militär habe zudem ein weiteres russisches Öldepot in der Region Krasnodar getroffen.
Selenskyj: Ukrainische Drohnen treffen Ziele in Russland
Ukrainische Drohnen haben nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj in der Nacht ein Öllager in der südrussischen Region Krasnodar sowie eine Militärbasis nahe St. Petersburg getroffen. „Russland muss seinen Krieg beenden und seine Angriffe auf das Leben stoppen“, erklärt Selenskyj auf X. Jede Ungerechtigkeit gegenüber der Ukraine werde eine gerechte Antwort erhalten.
Feuer in russischer Antipinski-Raffinerie – Behörden dementieren Drohnenangriff
In der Antipinski-Raffinerie, der größten nichtstaatlichen Ölverarbeitungsanlage Russlands, ist in der Region Tjumen ein Feuer ausgebrochen. Ursache seien Verfahrensverstöße an einer Reinigungsanlage, teilen die örtlichen Behörden über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Berichte über einen ukrainischen Drohnenangriff weisen sie zurück. Die Feuerwehr sei mit den Löscharbeiten beschäftigt, Opfer gebe es nicht.
Ukraine entschuldigt sich bei Athen für Drohnenvorfall
Mehrere Tage nach einer griechischen Protestnote hat sich das ukrainische Außenministerium für den Fund einer sprengstoffbeladenen Seedrohne vor der Ferieninsel Lefkada im Ionischen Meer entschuldigt. „Die ukrainische Seite entschuldigt sich für den Vorfall und betont, dass dieser auf Umstände zurückzuführen sei, die durch die anhaltende russische Aggression gegen die Ukraine verursacht wurden“, schrieb Außenamtssprecher Heorhij Tychyj auf der Plattform X. Das zeige, dass der andauernde russische Krieg gegen die Ukraine auch eine Bedrohung für benachbarte europäische Staaten und die Welt darstelle. Gleichzeitig bedankte sich Kiew für die seit Kriegsbeginn 2022 von Griechenland gewährte Unterstützung für das osteuropäische Land. Bereits im Mai entdeckten Fischer vor der griechischen Mittelmeerinsel Lefkada ein etwa sechs Meter langes unbemanntes Boot mit laufendem Motor. Auf dem von den Behörden als ukrainisch identifizierten Boot wurden rund 100 Kilogramm Sprengstoff entdeckt. Die Küstenwache machte den Sprengsatz mit einer kontrollierten Explosion unschädlich. In seiner Protestnote sprach Athen von einer Gefährdung der maritimen Sicherheit und einem Risiko für Zivilisten und verlangte von Kiew eine offizielle Stellungnahme.
Rosatom: Ukrainische Drohne verletzt Ingenieure am AKW Saporischschja
Bei Minenräumarbeiten am russisch besetzten Kernkraftwerk Saporischschja werden nach Angaben des russischen Atomkonzerns Rosatom Ingenieure von einer ukrainischen Drohne gezielt angegriffen. „Der Angriff war eindeutig geplant“, teilt Rosatom-Chef Alexej Lichatschow in den sozialen Medien mit. Zwei der drei verletzten Ingenieure befänden sich in einem kritischen Zustand. In einer gesonderten Mitteilung spricht das Unternehmen von insgesamt fünf Verwundeten. Die Ukraine hat Vorwürfe zurückgewiesen, eine von der UN-Atombehörde IAEA vereinbarte Feuerpause am AKW gebrochen zu haben.
Wadephul sagt Ukraine unerschütterliche Unterstützung zu
Außenminister Johann Wadephul sagt der Ukraine nach der Absage von Kremlchef Wladimir Putin an ein Verhandlungsangebot seines ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj unverbrüchliche Unterstützung zu. Man nehme die jüngsten Aussagen von Putin zur Kenntnis und ziehe „daraus die einzig richtige und notwendige Konsequenz: Unsere Unterstützung für die Ukraine ist und bleibt unerschütterlich“, sagte der CDU-Politiker am Rande seines Besuchs in Mexiko-Stadt vor Journalisten. Je eher Putin „an den Verhandlungstisch kommt, desto eher hört das Sterben auf. Nicht nur von Zivilbevölkerung und von Menschen in der Ukraine, sondern übrigens ja auch von russischen Soldatinnen und Soldaten“, fügte der Außenminister hinzu. Zugleich verlangte er erneut die Einbeziehung der Europäer in mögliche Verhandlungen. Europa müsse dort eine Rolle spielen und auch mitbestimmen. „Eine Sache steht fest: Deutschland steht zu 100 Prozent an der Seite der Ukraine“, versicherte der Bundesaußenminister.
Russland: Putin und Altkanzler Schröder führen Vier-Augen-Gespräch
Ein Vier-Augen-Gespräch zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder ist nach Angaben des Kremls „gut und freundschaftlich“ verlaufen. Dies meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf den Kreml-Berater Juri Uschakow. Putin hatte Schröder gestern als möglichen Vermittler zwischen Russland und Europa ins Spiel gebracht.
Selenskyj: Russland wählt erneut den Krieg
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bedauert die Ablehnung eines direkten Treffens durch Kremlchef Wladimir Putin. „Leider wählt die russische Seite erneut den Krieg“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Die Antwort sei schwach und enttäusche sicherlich viele in der Welt. Als Ausweg forderte der Ukrainer erneut stärkere internationale Maßnahmen gegen den Kriegsgegner. „Russland muss weniger Geld haben und der Druck auf Russland muss steigen“, betonte Selenskyj und dankte den Unterstützern seines Landes. Der Kreml erneuerte zudem die von dem Ukrainer bereits mehrfach abgelehnte Aufforderung zu einer Reise nach Moskau. „Wenn Selenskyj möchte, kann er nach Moskau kommen und unser Präsident wird mit ihm in Moskau reden“, sagte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow laut russischen Nachrichtenagenturen. Er bezeichnete Selenskyjs Schreiben auch als „mehrere Seiten Frechheiten“.
IAEA: Russische Soldaten bei Zwischenfall an AKW Saporischschja verletzt
Bei einem schweren Zwischenfall nahe dem ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja werden nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) russische Soldaten verletzt. Der Vorfall habe sich während der Minenräumung im Rahmen einer lokalen Waffenruhe ereignet. Russland warf der Ukraine vor, die von der IAEA vermittelte Feuerpause mit einem Angriff gebrochen zu haben. Die ukrainische Seite teilte der Behörde hingegen mit, sie halte an der Vereinbarung fest. IAEA-Chef Rafael Grossi ruft zu maximaler militärischer Zurückhaltung und der vollständigen Einhaltung der Waffenruhe auf.
Putin sieht Ukraine im Drohnenkrieg nicht im Vorteil
Kremlchef Wladimir Putin sieht Russland im Luftkrieg gegen die Ukraine weiterhin auch technologisch im Vorteil. Beim Einsatz von Drohnen herrsche Parität, in einigen Bereichen sei Russland hier in der Vorderhand, sagte Putin auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg - entgegen den Einschätzungen von Experten. Der Ukraine gelinge es nicht, hochwertige Waffen herzustellen. Sie seien vollständig von Lieferungen aus dem Ausland abhängig, behauptete er. Putin verwies darauf, dass Russland im Gegensatz zur Ukraine über eine funktionierende Flugabwehr verfüge. Tatsächlich klagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj regelmäßig über das Defizit an Flugabwehrraketen, speziell zur Verteidigung gegen russische Raketen und Marschflugkörper. Zugleich verweisen Militärbeobachter darauf, dass auch die russische Flugabwehr gerade in den besetzten Gebieten der Ostukraine durch die ständigen Drohnenangriffe Kiews überlastet ist und schon zu einem großen Teil außer Gefecht gesetzt wurde. Putin forderte später von seinen Militärs, dass ukrainische Drohnen effektiver ausgeschaltet werden müssten.
Putin: Sehe derzeit keinen Grund für Treffen mit Selenskyj
Der russische Präsident Wladimir Putin hat das in einem offenen Brief seines ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj angebotene direkte Treffen abgelehnt. „Ich sehe darin noch keinen Sinn“, sagte der Kremlchef auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Vor einem solchen Gipfeltreffen müssten erst Vereinbarungen für eine dauerhafte Lösung des seit 2022 währenden Krieges getroffen werden. Das am Vortag von Kiew veröffentlichte Schreiben enthalte zudem „Elemente von Unverschämtheit“, erklärte Putin. Die beste Antwort auf den Brief sei ein Aufruf an das russische Militär: „An die Arbeit, Brüder!“ Putin erklärt immer wieder, dass die russischen Kriegsziele auch durch eine Fortsetzung der Kampfhandlungen erreicht werden könne, wenn es nicht auf diplomatischem Weg gehe. Tags zuvor hatte Selenskyj Putin für ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges direkte Friedensgespräche in einem Drittstaat angeboten. In dem Schreiben spielte der 48-Jährige unter anderem auf das hohe Alter des 73-jährigen Kremlchefs an und betonte jüngste ukrainische Erfolge bei Drohnenschlägen auf Ziele im russischen Hinterland.
Putin kritisiert „unfairen Westen“
Putin skizzierte in seiner Rede den Übergang zu einer „multipolaren Welt“ mit neuer politischer und finanzieller Machtordnung – eine Erwartung, die Russlands Präsident seit Jahren immer wieder äußert. Russland plane mit China und Indien eigene wirtschaftliche Systeme, um so unabhängiger vom Westen zu werden. Den europäischen Ländern warf er dabei vor, politisch kurzsichtig zu sein und sich aggressiv gegenüber anderen Ländern zu äußern. Die gegen Russland verhängten Sanktionen und die eingefrorenen russischen Zentralbankvermögen kämen „Diebstahl“ gleich.
Merkel will nicht mit Putin verhandeln
Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) weist Spekulationen über eine mögliche Verhandlungsrolle für die EU gegenüber Russland zurück. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) sagte sie laut Vorabbericht: „Man kann, das weiß ich aus meiner Erfahrung, mit dem russischen Präsidenten nur verhandeln, wenn man mit politischer Macht ausgestattet ist, die in der Demokratie auf Zeit vergeben wird.“ Mit Blick auf ihre Zeit als Kanzlerin sagte sie, der damalige französische Präsident François Hollande und sie selbst hätten auch nicht jemanden gebeten, an ihrer Stelle mit Putin die Verhandlungen in Minsk zu führen. „Auch heute ist das Sache derer, die über Macht und Legitimation verfügen.“



