Umbruch in Ungarn: Magyar fordert Staatspräsidenten zum Rücktritt auf
Umbruch in Ungarn: Magyar fordert Staatspräsidenten zum Rücktritt auf

Péter Magyar hat in Budapest seinen Wahlsieg als eine Befreiung des Landes gefeiert. „Gemeinsam haben wir das Orbán-Regime gestürzt – gemeinsam. Wir haben Ungarn befreit, wir haben uns unsere Heimat zurückgeholt“, sagte der konservative Oppositionsführer vor Zehntausenden jubelnden Anhängern auf dem Batthyány-Platz. Seine Tisza-Partei erreichte nach Berechnungen der Wahlkommission eine Zweidrittelmehrheit im neuen Parlament mit 138 von 199 Mandaten.

Magyar sprach von einem „historischen Regierungsmandat“ und dankte seinen Wählern. Ungarn habe sich mit dieser Wahl für Europa entschieden, sagte er. Die Tisza-Regierung werde für alle Ungarn da sein, auch für diejenigen jenseits der Grenzen. Er kündigte an, unabhängige Institutionen wiederherzustellen, die 16 Jahre lang „gefangen genommen“ worden seien.

In seiner Ansprache forderte Magyar Staatspräsident Tamás Sulyok auf, ihm schnell das Mandat zur Regierungsbildung zu geben und dann zurückzutreten. Auch den Präsidenten des Obersten Gerichtshofs, den Generalstaatsanwalt sowie die Leiter von Medienaufsichts- und Wettbewerbsbehörde rief er zum Rücktritt auf. Er wolle das System der Gewaltenteilung wieder etablieren.

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Die Wahl verzeichnete eine Rekordbeteiligung von 77,8 Prozent, der bisherige Rekord lag bei 70,5 Prozent im Jahr 2002. Magyar betonte, dass die Wahl am 12. April 2026 genau 23 Jahre nach dem EU-Beitrittsreferendum stattfand. Seine erste Auslandsreise werde ihn nach Warschau führen, anschließend nach Wien und Brüssel, um über EU-Förderungen zu sprechen. „Ungarn wird ein starker Verbündeter der EU und der Nato sein“, versprach er.

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